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Neue Ausbildungsmöglichkeiten im Gesundheitswesen

An den Hochschulen und Universitäten in Baden-Württemberg hat man sich auf die unterschiedlichen Anforderungen in der Ausbildung aus der Gesundheitswirtschaft eingestellt. Es werden verschiedene spezialisierte Studiengänge für das Gesundheitswesen angeboten.

Die Gesundheitswirtschaft ist eine der bedeutenden Wachstumsbranchen in Deutschland und gilt als eines der zentralen Handlungsfelder der Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Innovationspolitik. Bis jetzt sind im Bereich Gesundheitswirtschaft 4,5 Millionen Menschen beschäftigt und Experten prognostizieren in den nächsten Jahren ein Wachstum, durch das 800.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Doch solch ein Wachstum in der Gesundheitswirtschaft erfordert auch ein Umdenken im Bereich der Ausbildung und eine Erweiterung des Ausbildungsspektrums.

Management für das Gesundheitswesen

Diesen neuen Anforderungen sind einige Universitäten und Hochschulen in Baden-Württemberg nachgekommen, indem neue Studiengänge aus dem Bereich der Gesundheitswirtschaft geschaffen wurden. Die Universität Hohenheim erweiterte für das Wintersemester 07/08 ihr Lehrprogramm um das Studienprofil „Gesundheitsmanagement“ im Studium der Wirtschaftswissenschaften. Im Mittelpunkt des Bachelor-Studiengangs stehen die Bereiche Management von Einrichtungen des Gesundheitswesens, Konsumentenverhalten und Gesundheit, Krankenversicherungssysteme sowie E-Health und Gesundheitstelematik. Um den Studierenden eine erfolgreiche Position in der internationalen Gesundheitswirtschaft zu ermöglichen, werden die Lehrveranstaltungen zum Teil auf Englisch abgehalten. Für herausragende Studierende gibt es weiterhin die Möglichkeit an einem Austauschstipendienprogramm der New Zealand Health Authority teilzunehmen.

Die Hochschule Aalen hat zum Wintersemester 2007/2008 ihr Studienangebot ebenfalls um den Bachelor-Studiengang Gesundheitsmanagement ergänzt. Der Studiengang umfasst sieben Semester, inklusive eines Praxissemesters. Der Abschlussgrad ist der Bachelor of Arts. Eine Besonderheit des Studiums an der Hochschule Aalen ist, dass durch die auf acht Wochen als Blockveranstaltung stattfindenden Vorlesungen ein berufsintegriertes und praxisnahes Lernen möglich ist. Dabei werden sowohl gesundheitsökonomische Kompetenzen zur Sicherung der ökonomischen Effektivität und Effizienzen vermittelt als auch Prozesskompetenzen, um die Wertschöpfungskette im Gesundheitssystem optimal zu gestalten.

Duales Studium - ein praxisnahes Konzept

Die Berufsakademie Mosbach bietet eine Ausbildung für den Führungsnachwuchs im Gesundheitswesen. (Foto: BA Mosbach)
Im Vergleich zu den Hochschulen verfolgt die Berufsakademie (BA) Mosbach ein anderes Konzept in ihren Studiengängen: das Konzept des dualen Studiums. Im Fall des Gesundheitsmanagements haben Einrichtungen des Gesundheitswesens die Möglichkeit, ihre Führungskräfte gemeinsam mit der Außenstelle Bad Mergentheim der BA Mosbach auszubilden. Dabei werden die Studierenden je zur Hälfte von der Berufsakademie und einem Unternehmen betreut. Die Studien- und Praxisphasen wechseln alle zwölf Wochen, und die Studierenden erhalten während des Studiums ein Gehalt durch ihre Ausbildungsfirma. Während des Studiengangs Gesundheitsmanagement, der auf drei Jahre ausgelegt ist, befassen sich die Absolventen auf den unterschiedlichen Managementebenen mit Problemen der Einrichtungen des Gesundheitswesens. Dabei zählt es zu den zentralen Aufgaben, die Wirtschaftlichkeit in den Gesundheitseinrichtungen zu optimieren sowie die Qualität zu sichern.
Die BA Mosbach arbeit im Rahmen des Studiums mit zahlreichen Partnereinrichtungen des Gesundheitswesens zusammen. Dazu zählen unter anderem Reha-Kliniken, Alten- und Pflegeheime, ambulante soziale Dienste sowie Verbände der Sozialversicherungsträger und Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege wie das Deutsche Rote Kreuz. Im Jahr 2007 haben 25 Studienanfänger das Studium begonnen.

Die Einsatzbereiche eines Absolventen des Studiengangs Gesundheitsmanagement liegen in der klassischen Klinikverwaltung, aber auch in den IT-Abteilungen der Krankenhäuser und im Management medizinischer Versorgungsnetze. Die Arbeit ist dabei eng verknüpft mit gesundheits- und sozialpolitischen Fragestellungen.

Medical Engineering als Schnittpunkt zwischen Medizin und Technik

Navigationssystem in der Orthopädie (Bildnachweis: BVMed-Bilderpool, Bildquelle: Zimmer Germany GmbH)
Neben den Anforderungen an das Management in der Gesundheitswirtschaft muss sich auch die Technik an den neuen Ansprüchen orientieren. Auch hier gibt es im Ausbildungsbereich ein Umdenken an den Hochschulen in Baden-Württemberg. Die Hochschule Furtwangen hat zu diesem Zweck den Studiengang Medical Engineering eingerichtet. Dort werden in einer interdisziplinären Ausbildung Medizin und Ingenieurwesen zu einem medizinisch-technischen Studium kombiniert.
Die Vertiefungsrichtungen liegen bei der Hochschule Furtwangen im Bereich Biomedizinische Technik und Operationsingenieur/Kardiotechnik. Während des Studiums werden Schwerpunkte unter anderem im Bereich medizinische Gerätetechnik und Informatik, Laser in der Medizin sowie Krankenhausmanagement gesetzt.

Dass Biomedizin eine der Schlüsseltechnologien der Gesundheitswirtschaft ist, weiß man auch an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Die Hochschule hat den Master-Studiengang „Biomedical Engineering“ aufgebaut, der sich vor allem mit der „Molekularen Medizin/Diagnostik“ befasst.

Das Studienangebot der Hochschule Ulm umfasst ebenfalls den Bachelor- und Masterstudiengang Medizintechnik. Die Schwerpunkte des auf sieben Semester ausgelegten Bachelorstudiengangs liegen in der Medizintechnik und in der Biotechnologie. Das Studium befasst sich jedoch auch mit technischen Schwerpunkten wie der Elektronik, Mess- und Regelungstechnik sowie der Optik.
Der konsekutiven Masterstudiengang Medizintechnik ermöglicht es den Studierenden mit einem besonders guten Bachelorabschluss die Thematik zum Beispiel im Bereich Biomechanik oder Herz-Kreislauf-Diagnostik zu vertiefen.

Als Ingenieur der Medizintechnik gibt es gut Berufsaussichten. Mit zahlreichen Medizintechnik-Unternehmen ist Baden-Württemberg einer der führenden Standorte auf diesem Gebiet in Europa. Die gut strukturierte Forschungslandschaft in Baden-Württemberg bildet zudem für die industriellen Partner eine innovative Plattform. Technisches Personal wird jedoch ebenso in Krankenhäusern und im Ausbildungsbereich benötigt.

ap - 10.04.08
© BIOPRO Baden-Württemberg GmbH
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