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Neue Technologie zerstört Tumor und schont gesunde Organe

Die Ulmer Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie verfügt seit Kurzem über ein Bestrahlungsverfahren, das bestimmte Tumorarten hochpräzise dreidimensional mit hohen Dosen bestrahlt und gleichzeitig umgebende Organe schont. Die sogenannte RapidArc-Technologie verkürzt zudem die Bestrahlungszeit, wodurch die Präzision der Behandlung noch weiter erhöht und der Patient entlastet wird. In der Region Ulm ist diese neue 300.000 Euro teure Technologie bisher einzigartig, teilt das Uniklinikum mit.

Der Strahlerkopf des Linearbeschleunigers rotiert in genau definierten Geschwindigkeiten um den liegenden Patienten. Innerhalb von zwei Minuten bestrahlt er beispielsweise die an Krebs erkrankte Prostata aus 360 Grad mit Dosierungen, die sich an der Form des Organs orientieren. „Bei Patienten mit Prostatakrebs haben wir durch das neue Verfahren zum Beispiel bessere Chancen, die Blase und den Enddarm zu schonen“, erläutert Thomas Wiegel, Ärztlicher Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, die Vorteile.

MTRA Stefanie Ziese und Prof. Thomas Wiegel bei einem Patienten, der unter dem mit der RapidArc-Technologie ausgerüsteten Linearbeschleuniger liegt. © UK Ulm

Ermöglicht wird dies durch ein hochkomplexes dreidimensionales System, das die sogenannte Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) mit der Schnelligkeit eines rotierenden Bogens, des „RapidArc“, kombiniert. Integriert ist zudem ein Computertomograph (CT), der die genaue Lage des Tumors ermittelt.

Durch die Ausnutzung der vollen Umdrehung um den Patienten kann die Strahlung noch besser als bisher der genauen Form des Tumors angepasst werden. „Besonders geeignet ist das Verfahren für irregulär geformte Tumoren wie beispielsweise bei Prostatakrebs, hier wird es auch zunächst eingesetzt. Folgen soll die Behandlung von Kopf- und Halstumoren sowie von Hirntumoren“, erklärt Wiegel. Die kurze Bestrahlungszeit von rund zwei bis vier statt der bisher erforderlichen 10 bis 20 Minuten senkt die Gefahr, dass sich der Patient selbst oder das betroffene Organ während der Bestrahlung bewegen.

Ob das RapidArc-Verfahren für einen Patienten geeignet ist, entscheiden Ärzte im Gespräch mit den Patienten nach ausführlicher Diagnostik.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/neue-technologie-zerstoert-tumor-und-schont-gesunde-organe