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Neuer Chef der Urologie will minimalinvasiv in neue Dimensionen

Mark Schrader, Spezialist für innovative minimalinvasive Chirurgie und Uroonkologie, will den von seinem Vorgänger erworbenen guten Ruf der Ulmer Urologie weiterführen und fortentwickeln. Der 43-Jährige war bisher stellvertretender Klinikdirektor der Urologischen Klinik und Hochschulambulanz der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Schrader tritt die Nachfolge von Richard Hautmann an, der in den Ruhestand gegangen ist.

Die operative Zukunft der Urologie sieht der neue Ärztliche Direktor in der Weiterentwicklung der minimalinvasiven Chirurgie. „Neue Techniken ermöglichen uns, bei rekonstruktiven und ablativen Eingriffen noch präziser zu arbeiten. Die Laparoskopie liefert uns bisher einen zweidimensionalen Blick, neue OP-Robotersysteme bieten uns ein dreidimensionales Bild und statten unsere Eingriffsgeräte mit mehr Bewegungsmöglichkeiten aus“, erläutert Schrader.

Fortentwicklung der Neoblase

Prof. Mark Schrader ist neuer Ärztlicher Direktor der Urologie am Ulmer Uniklinikum. © UK Ulm

Dies betrifft zum Beispiel die sogenannte Neoblase, die als Ersatz einer krebskranken Blase während der Operation aus einem Stück Dünndarm des Patienten genäht wird. Dieses Verfahren wurde in Ulm von Hautmann entwickelt und findet heute weltweit Anwendung. „Wir wollen das weltweit anerkannte Zentrum für den kontinenten Harnblasenersatz in Ulm mit der großen Expertise der hiesigen Ärzte durch Innovation fortentwickeln“, so Schrader. Dazu sind die Einführung der Robotertechnik sowie die Neupositionierung in der Forschung geplant.

Die Weiterentwicklung der Krebsmedizin stellt insgesamt einen Schwerpunkt der Ulmer Urologie unter neuer Leitung dar. „Zusammen mit dem integrativen Tumorzentrum CCCU und den niedergelassenen Urologen der Region wollen wir ein zertifiziertes Prostatazentrum einrichten, das Patienten die beste Behandlung auf aktuellstem wissenschaftlichen Stand sichert“, erläutert Schrader, der an den kürzlich erschienenen S3-Leitlinien zum Prostatakarzinom sowie den S2-Leitlinien zu Keimzelltumoren mitgearbeitet hat.
Schrader bringt aus der Charité weitreichende Erfahrung in der Nierentransplantation mit nach Ulm. Auch hier sieht er in minimalinvasiven Verfahren, die beispielsweise Nierenexplantationen mittels Schlüssellochtechnik ermöglichen, zukunftsweisende Perspektiven.

Der gebürtige Berliner Mark Schrader habilitierte sich nach Studium, Auslandsaufenthalten an der Harvard Medical School und Promotion in Mainz sowie wissenschaftlicher Tätigkeit in Frankfurt 2003 an der Berliner Charité, wo er ab 2004 als Leitender Oberarzt und seit 2007 als stellvertretender Klinikdirektor der Urologie die Fusion der verschiedenen Urologie-Standorte der Charité koordinierte und Forschungskooperationen ausbaute.

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