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Neuer Heidelberger Sonderforschungsbereich in der molekularen Biologie

Ein neuer Sonderforschungsbereich (SFB) über „Zelluläre Qualitätskontrolle und Schadensbegrenzung“ ist in Heidelberg eingerichtet worden, in dem biologische und medizinische Forschungsprojekte der Universität Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Europäischen Molekularbiologischen Laboratoriums zusammengefasst sind. Sprecher des SFB 1036, der mit mehr als zehn Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird, ist der Direktor des Zentrums für Molekulare Biologie Heidelberg, Professor Dr. Bernd Bukau.

Wie reagieren Zellen auf Schäden und auf welche Weise gelingt es, Störungen des zellulären Gleichgewichts zu vermeiden oder auszugleichen? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines neuen Sonderforschungsbereichs (SFB), der mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft seine Arbeit zum 1. Juli 2012 an der Ruperto Carola aufnehmen wird. Der SFB 1036 „Zelluläre Qualitätskontrolle und Schadensbegrenzung“ ist am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) angesiedelt. Sprecher ist ZMBH-Direktor Prof. Dr. Bernd Bukau. Der neue Forschungsverbund erhält für die zunächst vierjährigen Arbeiten Fördermittel in Höhe von mehr als zehn Millionen Euro.

Im Mittelpunkt der 17 Forschungsprojekte am SFB 1036 stehen die molekularen Mechanismen der zellulären Qualitätskontrolle. Wie Prof. Bukau erläutert, laufen biologische Vorgänge trotz ihrer Komplexität im Normalfall mit einer unglaublichen Präzision ab. Die zugrundeliegenden Prozesse können jedoch fehlerbehaftet sein, hinzu kommen externe chemische oder physikalische Stressfaktoren. Als Antwort auf diese Problematik haben die Zellen aller Organismen leistungsfähige Netzwerke von Qualitätskontrollsystemen entwickelt, die auf den verschiedenen Ebenen der Makromoleküle, der Zellkompartimente, der Zellen und der Organe agieren. „Diese Netzwerke minimieren und beheben Schäden, die durch fehlerhafte Prozesse und defekte Moleküle verursacht werden“, so der Heidelberger Wissenschaftler.

Wie biologische Sicherungssysteme Fehler und Schäden vermeiden und auf welche Weise Reparatursysteme entstandene Schäden aufspüren und beseitigen, wollen die Heidelberger Forschungsgruppen am SFB 1036 mit Blick auf Genom, Transkriptom und Proteom untersuchen. „Ein umfassendes Verständnis dieser Systeme wird auch neue Einblicke in die Entstehung von Krankheiten und den Ablauf zellulärer Alterungsprozesse ermöglichen“, betont Prof. Bukau. An dem neuen Sonderforschungsbereich werden neben Wissenschaftlern der Ruperto Carola aus den Bereichen Biowissenschaften und Medizin auch Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg mitwirken. Prof. Bukau leitet eine Brückenabteilung am DKFZ und ist Ko-Direktor der DKFZ-ZMBH-Allianz.

An der Universität Heidelberg werden aktuell acht Sonderforschungsbereiche gefördert. Hinzu kommen fünf SFB/Transregio mit maßgeblicher Beteiligung der Universität, vier davon mit Sprecherfunktion an der Ruperto Carola. Neben dem SFB 1036 hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft auch die Einrichtung des SFB/TRR 125 „Cognition-Guided Surgery – Wissens- und modellbasierte Chirurgie“ zum 1. Juli 2012 bewilligt. Sprecher ist der Heidelberger Mediziner Prof. Dr. Markus W. Büchler.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/neuer-heidelberger-sonderforschungsbereich-in-der-molekularen-biologie