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Neues Studiendesign für Leberzelltherapie von Cytonet

Aus der genehmigten und laufenden Phase-II-Studie SELICA II der Firma Cytonet, Heidelberg, wird SELICA V. Untersucht wird der Einsatz der Leberzelltherapie bei angeborenen Harnstoffzyklusdefekten. Dadurch wird die Aufnahme älterer Kinder in die Studie jetzt möglich.

Die klinische Phase-II-Studie SELICA (Safety and Efficacy of Liver Cell Application) II wird in Deutschland zu SELICA V: Ziel dieser offenen, prospektiv kontrollierten Multizenter-Studie ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit der Leberzelltherapie bei Kindern mit Harnstoffzyklusdefekt (UCD) darzulegen. Der Umbenennung liegt ein Antrag auf Änderung des Studienprotokolls zugrunde, der aktuell vom Paul-Ehrlich-Institut genehmigt wurde. Als eine der wichtigsten Änderungen können ab sofort auch ältere Kinder (15 Monate bis 5 Jahre), die an Ornithin-Transcarbamylase (OTC)-Mangel, Carbamoylphosphat-Synthetase (CPS) -I-Mangel oder Argininosuccinat-Synthetase (ASS)-Mangel (Citrullinämie) erkrankt sind, in die Studie aufgenommen werden.

Harnstoffzyklusdefekte und die Leberzelltherapie

Harnstoffzyklusdefekte sind schwerwiegende und lebensbedrohliche Störungen des Ammoniak (NH3)-Stoffwechsels der Leber. Dazu gehören der Carbamoylphosphat-Synthetase I (CPS)-Mangel, der N-Acetylglutamat-Synthetase (NAGS)-Mangel, der Ornithin-Transcarbamylase (OTC)-Mangel, der Argininosuccinat-Synthetase (ASS)-Mangel - auch Citrullinämie genannt, der Argininosuccinat-Lyase (ASL)-Mangel und der Arginase 1-Mangel (Hyperargininämie). Die Harnstoffzyklusdefekte beruhen auf Fehlfunktionen verschiedener Enzyme, die an der NH3-Entgiftung beteiligt sind. Bei den Betroffenen wird das neurotoxische NH3 nicht zu Harnstoff verstoffwechselt und ausgeschieden. Es akkumuliert im Blut und Gewebe und führt - abhängig vom Schweregrad der Erkrankung - zu schweren Schädigungen der Nerven und des Gehirns, bis hin zum Tod. Kinder mit einem unbehandelten Harnstoffzyklusdefekt können sich kaum körperlich und geistig normal entwickeln. Da die Transplantation einer ganzen Leber bzw. eines Leberlappens als derzeit einzige kurative Maßnahme bei Neugeborenen äußerst problematisch ist und geeignete Spenderorgane zudem selten sind, wird seit einigen Jahren die Behandlung mit infundierten, aus nicht transplantablen Spenderlebern isolierten und aufbereiteten Hepatozyten erforscht und weiterentwickelt. Cytonet arbeitet dabei in enger Kooperation mit international führenden neonatologischen und pädiatrischen Stoffwechselzentren. Das generelle Ziel ist eine wirksame Kompensation des Stoffwechseldefektes durch die Infusion gesunder, stoffwechselkompetenter humaner Leberzellen in die Pfortader des erkrankten Kindes.
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/neues-studiendesign-fuer-leberzelltherapie-von-cytonet