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NMI ist Leuchtturm der anwendungsorientierten Forschung

Der mitunter kräftige Wind brachte die gerade aufgezogene Richtkrone immer wieder in Bewegung. Das konnte durchaus symbolisch gesehen werden, denn auf der Baustelle für das neue NMI Innovationsforum bewegt sich einiges. Anfang Mai ist das Richtfest gefeiert worden. Die Stadt Reutlingen und die Gemeinde Kusterdingen wurden durch Oberbürgermeisterin Barbara Bosch (Reutlingen) und Bürgermeister Jürgen Soltau (Kusterdingen) vertreten. Das Land Baden-Württemberg repräsentierte Wirtschaftsminister Ernst Pfister.

"Wenn ich mir die beim NMI Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut an der Universität Tübingen erreichten Ergebnisse anschaue, kann ich attestieren, dass das NMI die Erwartungen, die die Gründungsväter vor 25 Jahren hatten, nicht nur erfüllt, sondern bei Weitem übertroffen hat“, erklärte Wirtschaftsminister Ernst Pfister heute in Reutlingen anlässlich des Richtfestes für den Erweiterungsbau des Innovationsforums des NMI. Die Entwicklung des Instituts habe in den vergangenen Jahren eine räumliche Erweiterung unumgänglich gemacht.

Rund 200 Gästen aus Bildung, Wirtschaft und Politik nahmen bei dem Richtfest des neuen NMI-Gebäubes teil. © NMI

Bis November 2010 entstehen 2200 Quadratmeter Nutzfläche, davon entfallen mehr als 200 Quadratmeter auf Laborflächen und noch einmal 180 Quadratmeter auf Reinräume. Als Bauherr tritt die Kommunale Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft Reutlingen mbH (KGE) auf, deren Gesellschafter die Stadt Reutlingen und die Gemeinde Kusterdingen sind. "Dank der KGE können wir uns damit im wahrsten Sinne des Wortes Raum für die Zukunft schaffen", stellt Institutsleiter Hugo Hämmerle fest.

Der Erweiterungsbau kostet etwa 5 Millionen Euro. Davon übernimmt das NMI 1,7 Millionen Euro für den Ausbau zum Wissenschaftsgebäude. Weitere 2,5 Millionen gibt das NMI für Gerätschaften aus. Vom Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) erhält das NMI hierfür Fördermittel in Höhe von 2,1 Millionen.

"Ziel des NMI ist es, insbesondere auch für kleine und mittlere Unternehmen der Biotechnologie- und Medizintechnikbranche zu einem Informations- und Weiterbildungszentrum zu werden", so Ernst Pfister. Damit würde das NMI noch mehr als bisher zu einem Dienstleistungszentrum für die in der Region ansässigen Unternehmen der Branche werden. Dabei gehe die Strahlkraft des Instituts auch weit über die im hiesigen Technologiepark Tübingen/Reutlingen ansässigen Firmen hinaus.

Der Minister wies darauf hin, dass das NMI in den vergangenen zehn Jahren seine Einnahmen aus öffentlich geförderten Projekten und industriellen Aufträgen mehr als verdoppelt habe. "Mit einem Jahresumsatz von mehr als zehn Millionen Euro und rund 160 Beschäftigten ist das Institut ein Leuchtturm der anwendungsorientierten Forschung innerhalb der zwölf Institute der Innovationsallianz Baden-Württemberg", so Ernst Pfister.

Das NMI ist ein unverzichtbarer Akteur und Netzwerktreiber in der für Baden-Württemberg so wichtigen Gesundheitswirtschaft. Nach den Berechnungen des Statistischen Landesamtes sind mit insgesamt rund 450.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen rund zwölf Prozent aller Beschäftigten im Land im Bereich der Gesundheitswirtschaft tätig. Gegenüber dem Jahr 2000 hat diese Zahl um zehn Prozent zugenommen. "Der schon jetzt dynamische Prozess wird uns die nächsten 30 bis 40 Jahre in Form neuer zukunftssicherer Arbeitsplätze beschäftigen", so Ernst Pfister. Durch seine interdisziplinäre Ausrichtung habe das NMI hervorragende Voraussetzungen, auch bei Netzwerk- und Clusteraktivitäten als Impulsgeber eine wichtige Rolle zu spielen.

Der Minister betonte, dass in Baden-Württemberg der Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt bei 4,4 Prozent liege - einem bundesweiten und europäischen Spitzenwert. Dabei leisteten die Unternehmen 80 Prozent der Ausgaben selbst. Für das Innovationsgeschehen wichtig sei eine Infrastruktur, die auf wirtschaftsnahe Forschung ausgerichtet ist sowie ein funktionierender Technologietransfer, damit die Unternehmen möglichst leicht Zugang zu den jeweiligen Fachleuten finden.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/nmi-ist-leuchtturm-der-anwendungsorientierten-forschung