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Nutzerfreundliche Fördermaßnahmen für KMU in der Forschung

Im Rahmen des EU-Projekts MaPEerSME hat das Steinbeis-Europa-Zentrum Unternehmen in Baden-Württemberg zur Nutzung von nationalen und europäischen Fördermaßnahmen befragt. KMU sollen im Fokus der Fördermaßnahmen bleiben. Deshalb wird das Steinbeis-Europa-Zentrum versuchen, auf die Ausgestaltung des in Planung befindlichen Forschungsförderprogramms „Horizon 2020“ der Europäischen Kommission Einfluss zu nehmen.

„Kleine und mittlere Unternehmen sollen stärker an den Forschungsprogrammen der Europäischen Union partizipieren. Das ist ein Anliegen des Steinbeis-Europa-Zentrums, Partner im Enterprise Europe Network, das von der Europäischen Kommission unterstützt wird“, sagt Prof. Dr. Norbert Höptner, Europabeauftragter des Ministers für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg und Leiter des Steinbeis-Europa-Zentrums.

Seit über 20 Jahren unterstützt das Steinbeis-Europa-Zentrum Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen bei der Antragstellung und Durchführung von EU-Projekten. Die Europäische Kommission möchte, dass 15% der vorhandenen Mittel aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gehen. Dieses Ziel ist allerdings noch nicht in allen thematischen Programmen erreicht. Deshalb müssen KMU weiterhin im Fokus der Fördermaßnahmen bleiben.

MaPEerSME - Barrieren und Nutzen der Förderprogramme

Im Rahmen des EU-Projekts MaPEerSME hat das Steinbeis-Europa-Zentrum Unternehmen in Baden-Württemberg zur Nutzung von nationalen und europäischen Fördermaßnahmen interviewt. Insgesamt befragten die Projektpartner von MaPEerSME über 800 KMU aus 27 EU-Mitgliedsstaaten und aus Bosnien-Herzegowina. Die Aussagen zu Barrieren und Nutzen der Förderprogramme wurden ausgewertet und werden nun als Handlungsempfehlungen an die Politik weitergeleitet. Ziel ist es, eine bessere Strategie für zukünftige Forschungs- und Innovationsmaßnahmen zugunsten der KMU im Europäischen Forschungsraum umzusetzen. Um hier Einfluss zu nehmen, wurde innerhalb des Projekts ein Europäisches Expertenpanel eingerichtet. Das Expertenpanel besteht aus 100 Interessensvertretern von europäischen, nationalen und regionalen Organisationen aus ganz Europa, welche in den Bereichen Forschung, technische Entwicklung, Innovation, Bildung und Kultur aktiv sind. Zusammen mit dem MaPEerSME-Konsortium wurden bisher 23 Vorschläge für die Zukunft der KMU-Förderprogramme erarbeitet.

Das Steinbeis-Europa-Zentrum und die Projektpartner stellten die Projektergebnisse am 6. Oktober 2011 während der Europäischen KMU-Woche auf der Konferenz „Making Progress and Economic enhancement a Reality for SMEs” in Brüssel vor. Das Konsortium gibt damit wichtige Impulse für zukünftige KMU-Programme auf regionaler, nationaler aber auch auf EU-Ebene im Hinblick auf das neue Programm „Horizon 2020“.

Impulse für Horizon 2020

„Auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse aus diesem Projekt wird das Steinbeis-Europa-Zentrum versuchen, auf die Ausgestaltung des in Planung befindlichen Forschungsförderprogramms „Horizon 2020“ der Europäischen Kommission Einfluss zu nehmen. In diesem Förderprogramm mit einer Laufzeit von 2014 bis 2020 muss dringend auf die Belange der innovativen KMU eingegangen werden. Eine themenoffene Förderung, wie sie zurzeit das Programm „Forschung für KMU“ bietet, sollte auch in Zukunft zur Verfügung stehen“, betont Prof. Norbert Höptner.

Die Analyse in MaPEerSME zeigt, dass insbesondere die Beteiligungsregeln für KMU vereinfacht werden müssen. Oftmals fehlt es an einer Anschlussfinanzierung für die Verwertung der Projektergebnisse und die Innovationen kommen nicht auf den Markt. Diejenigen Programme, die einen obligatorischen Verwertungsaspekt beinhalten, werden von den Unternehmen positiv bewertet. Ebenso gute Beurteilungen erhielten jene Programme, die durch einen Programmmanager während der Projektphase begleitet wurden und Programme, die einen kurzen Evaluierungs- und Vertragsverhandlungszeitraum sowie eine schnelle Fördermittelbewilligung haben.

Qualifizierungsmaßnahmen zum Projekt- und Innovationsmanagement sowie Unterstützung beim Zugang zu Netzwerken und Forschungspartnern sind insbesondere für viele Low Tech-KMU wichtig. Hier gibt es noch Unterstützungs- und Handlungsbedarf. High Tech-KMU hingegen äußern den Wunsch nach einer stärkeren Beteiligung beim politischen Entscheidungsprozess bei der Konzeption und Implementierung von Forschungsprogrammen.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/nutzerfreundliche-foerdermassnahmen-fuer-kmu-in-der-forschung