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Nycomed bleibt in Singen stabil

Das Pharma-Unternehmen Nycomed hält seine Mitarbeiterzahl im Singener Produktionswerk stabil, obwohl fast 100 Jobs nach Indien abwandern. Andere Aufgaben aus Nycomed-Schwesterbetrieben kommen stattdessen in den Hegau. Auch 2010 wird mit einer stabilen Auslastung der Produktion gerechnet, sagt Werksleiter Jürgen Mahling.

Die schlechte Nachricht zuerst: Im Zuge von Umstrukturierungen im Nycomed-Konzern verliert der Standort Singen seine chemische Abteilung. Dort sind rund 100 Menschen beschäftigt, die sich bisher mit der Herstellung von Arzneimittel-Grundsubstanzen beschäftigten. Diese Aufgabe wird nach Indien verlagert, weil in einem dortigen Werk des Weltkonzerns günstiger produziert werden kann. „Bis Ende kommenden Jahres ist diese Verlagerung abgeschlossen“, schätzt Werksleiter Mahling.

Dann gibt es gleich mehrere gute Nachrichten aus dem Singener Produktionswerk:
Neue Produkte: Die 100 Stellen, die nach Indien abwandern, werden über neue Aufgaben ausgeglichen, die nach Singen geholt werden konnten. „Wir produzieren zum Beispiel künftig Produkte, die bisher ein Werk in Finnland hergestellt hat. Diese Produktion passt bei uns besser in die Abläufe, da hatten wir als Kompetenzzentrum die Nase vorn“, freut sich der Singener Nycomed-Chef.
Stabile Auslastung: Trotz der Wirtschaftskrise rechnet Mahling auch für das zu Ende gehende Jahr mit einer stabilen Auslastung des Werkes. Genaue Zahlen gibt es erst im neuen Jahr, doch dürfte das Singener Werk im Jahr 2009 erneut rund 55 Millionen Verpackungseinheiten an Medikamenten hergestellt haben. Pro solcher Einheit können es bis zu einem Dutzend Einzelschachteln an Arzneimitteln sein, also eine weitaus höhere Zahl als die 55 Millionen.
Sichere Zukunft: Die Auslastung für das kommende Jahr schätzt Jürgen Mahling ebenfalls stabil ein. Mehrere kleine Projekte konnten an Land gezogen werden.
Sichere Arbeitsplätze: Die Zahl der Mitarbeiter im Werk Singen liegt derzeit bei rund 720. „Das werden wir halten“, sagt Mahling. „Kurzarbeit ist bei uns kein Thema“, sagt er zufrieden.
Viele Auszubildende: Nycomed hat noch offene Azubiplätze anzubieten. Beispielsweise Mechatroniker werden noch gesucht. Und auch Pharmakanten, die sich um die technische Herstellung von Arzneimitteln kümmern, werden neu und in großer Zahl ausgebildet.
Zufriedene Partner: Nycomed Singen stellt im Lohnauftrag Medikamente für andere Anbieter her. Ein sensibles Gebiet. Umsatz gelingt dort nur, wenn die Qualität und Zuverlässigkeit stimmt. Mit der Firma Braco wurde ein sehr langfristiger Liefervertrag für ein Röntgen-Kontrastmittel unterzeichnet. Sieben Jahre dauert er. Das ist weitaus länger als übliche Laufzeiten in der Industrie. „120 Arbeitsplätze hängen direkt an diesem Auftrag“, rechnet Jürgen Mahling aus. Für diese Beschäftigten gebe es also absehbar sehr sichere Arbeit.

Gibt es wieder Steuer-Präsente? Die wichtigste Frage für Singens OB und den Finanzbürgermeister: Gibt es Anfang 2010 wieder ein so schönes Extra-Präsent von Nycomed in Form von unerwartet hohen Gewerbesteuerzahlungen an die völlig leere Stadtkasse? „Tut mir leid, das kann ich noch nicht sagen, da laufen noch die Berechnungen“, sagt Werksleiter Jürgen Mahling. Der frühere Produktionsleiter, der im Sommer 2009 zum Werksleiter aufstieg, hat noch nicht alle Zahlen auf dem Tisch.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/nycomed-bleibt-in-singen-stabil