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Pharma und Life-Sciences als Wachstumsbranche

Die Vorstandschefs der Pharma- und Life-Science-Industrie sehen ihre Unternehmen weltweit steigenden Anforderungen und Risiken ausgesetzt. Gleichzeitig erkennen sie aber auch wachsende Chancen.

Dies geht aus der branchenbezogenen Auswertung "11th Annual Global CEO Survey 2008. Pharmaceutical and Life Sciences Summary" hervor, die die Wirtschafts­prüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) während des World Economic Forums in Davos vorgestellt hat. Im Zuge dieser Studie wurden 1.150 CEOs (Chief Executive Officers - Vorstandsvorsitzende) aus 50 Ländern befragt, davon 32 aus der Pharma- und Life-Science-Industrie. Diese Branche umfasst die Hersteller von Originalpräparaten und Generika, biotechnologischen Produkten sowie Geräten für die Diagnose und Therapie.

Regulierung und Schutz geistigen Eigentums sind drängendste Probleme

Insgesamt blicken 84 Prozent der Pharma- und Life-Science-CEOs optimistisch in die nähe­re Zukunft. Mittelfristig sind sie sogar noch etwas optimistischer als der Durch­schnitt der Gesamtindustrie: 94 Prozent sehen den kommenden drei Jahren mit Zuversicht entgegen - der Durchschnitt liegt bei 91 Prozent.

Einige der großen Risiken, die die gesamte Industrie betreffen, bereiten den Vorstandschefs der Branche allerdings mehr Kopfzerbrechen als ihren Kollegen in anderen Industriezweigen. So äußerten sich in der PwC-Umfrage 47 Prozent der Pharma-CEOs besorgt über mögliche Pandemien oder andere Gesundheitskrisen - der Durchschnitt lag hier bei 29 Prozent.

Besonders deutlich ist die unterschiedliche Einschätzung der Vorstandsvorsitzenden der Branche im Vergleich zu ihren Kollegen bei zwei Themen: der Überregulierung und dem Schutz geistigen Eigentums. 78 Prozent der Pharma-CEOs, deren Unternehmen häufig in den unterschiedlichsten Rechtssystemen operieren, äußern sich besorgt über die weltweit zunehmende Zahl staatlicher Vorschriften für ihre Branche.

Patentschutz immer öfter durchlöchert

Die Sicherheit ihrer Schutzrechte (Patente, Gebrauchsmusterschutz und ähnliche) halten 63 Prozent der Pharma-Manager und nur 32 Prozent aller Befragten für gefährdet. "Dass die Pharmaindustrie beim Schutz ihres geistigen Eigentums zu­nehmend sensibel reagiert, hat mehrere Gründe", erläutert Volker Booten. "Zum einen werden die Patentlaufzeiten vor dem Hintergrund der hohen Forschungs- und Zulassungskosten nicht als angemessen angesehen. Zum anderen ist die Durch­setzung von Patentrechten in wesentlichen Wachstumsmärkten problematisch."

Den Ausweg sehen die meisten Firmenlenker in der Innovation: 81 Prozent der Pharmachefs (65 Prozent aller CEOs) halten sie für das wichtigste Instrument, langfristig Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Für 38 Prozent der Pharma- und Life-Science-Unternehmen (20 Prozent aller Befragten) ist die Entwicklung neuer Produkte die wichtigste Möglich­keit, in den kommenden zwölf Monaten Wachstum zu erzeugen. "Die Entwicklung neuer Präparate in der Pharmazie und Biotechnologie dauert in der Regel sehr lange, oft deutlich mehr als zehn Jahre. Deswegen ist die Produktinnovation in dieser Branche nicht geeignet, kurzfristige Effekte hervor zu bringen", erklärt Booten die Diskrepanz zwischen der lang- und kurzfristigen Einschätzung.

Übernahmen stopfen Pipeline-Löcher

"Die langen Entwicklungszeiten und die immer höheren Entwicklungskosten sind ein wesentlicher Grund dafür, dass die Branche in den letzten Jahren enger zusammen gerückt ist. Über Allianzen der unterschiedlichsten Art - von der Entwicklungs-Kooperation bis hin zur Übernahme - versuchen die forschenden Pharmaunter­nehmen, die Produktentwicklung zu beschleunigen und Lücken in ihren Pipelines aufzufüllen," so Volker Booten.

Die PwC-Studie hat ergeben, dass die Unternehmen der Branche in den vergange­nen zwölf Monaten geringfügig mehr grenzüberschreitende Fusionen und Über­nahmen (Mergers & Acquisitions, M&A) abgeschlossen haben als die Gesamt­industrie. Aus seiner Sicht hat die Pharma- und Life-Science-Industrie noch erhebliche Anpas­sungs­prozesse vor sich.„Die sich verändernden Rahmenbedingungen zwingen die Gesundheits­systeme auf der ganzen Welt zum Wandel. Hiervon werden die Unternehmen profitieren, welche ihre Forschungsausgaben zielgerichtet einsetzen, den Vertrieb neu ausrichten und den Patienten individueller behandeln. Der Pharma­industrie insgesamt muss es besser gelingen, die besonderen Anforderungen, denen sie unterliegt, der Öffentlichkeit verständlich zu machen und verlorenes Vertrauen zurück zu gewinnen."

Quelle: PricewaterhouseCoopers - 31.01.08

Weitere Informationen:
Nicole Susan Roschker
Olof-Palme-Straße 35
60439
Frankfurt am Main
Tel.: 069 9585-1669
Fax: 069 9585-1100

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