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Phenex und Janssen unterzeichnen Forschungskooperation

Phenex Pharmaceuticals AG (Phenex) gab am 17. Dezember 2012 bekannt, dass sie mit der Janssen Biotech Inc. eine Vereinbarung getroffen hat, gemeinsam neue Wirkstoffe zu erforschen, die an dem Kernrezeptor RORgT ansetzen und sich als wirksam zur Behandlung von chronischen Autoimmun- und Entzündungserkrankungen wie Rheuma, Schuppenflechte oder Morbus Crohn/ Colitis Ulcerosa erweisen könnten. Nach diesem Abkommen wird Phenex direkt eine Upfront-Zahlung erhalten und ist weiterhin berechtigt, spezifische Meilensteinzahlungen beim Erreichen bestimmter Entwicklungs- und Zulassungsziele in Höhe von bis zu 135 Millionen US-Dollar zu erhalten. Darüber hinaus kann Phenex Lizenzgebühren und Meilensteine in Abhängigkeit vom weltweiten Umsatz von Medikamenten, die aus dieser Kooperation hervorgehen, erwarten.

Wissenschaftler von Phenex und Janssen werden gemeinsam an der Identifizierung geeigneter Wirkstoffe arbeiten, die RORgT inhibieren, und diese Wirkstoffe für die weitere präklinische Entwicklung optimieren. Danach wird Janssen die alleinige Verantwortung für die weitere Entwicklung und weltweite Kommerzialisierung für sämtliche Wirkstoffe übernehmen, die aus dieser Kooperation hervorgehen. “Diese Kooperation ist ein wirklicher Leuchtturm-Deal für Phenex“, kommentiert Dr. Claus Kremoser, CEO der Phenex AG. “Diese Forschungskooperation verbindet Phenex´ Expertise auf dem Gebiet der Kernrezeptoren und das, was wir bisher an Vorarbeiten auf dem Gebiet der RORgT-Wirkstoffe erreicht haben mit der Immunologie-Erfahrung von Janssen, so dass wir zusammen an neuen RORgT-basierten Therapien arbeiten können. Wir hoffen, dass niedermolekulare Wirkstoffe, die RORgT in´s Visier nehmen, die Chance haben, sichere, effektive und bezahlbare Therapien für Autoimmunerkrankungen hervorbringen zu können. Das ist nach wie vor ein Markt mit einem Bedarf an neuen differenzierten Therapieformen.

Thomas Hoffmann, CFO der Phenex AG ergänzt: “Die Upfront- und zeitnahen
Meilensteinzahlungen, die wir aus dieser Kooperation erhalten, sind für Phenex sehr wichtig, weil sie es uns ermöglichen zwei Ziele parallel zu verfolgen: erstens mit Janssen auf dem RORγT-Gebiet zusammenzuarbeiten und zweitens parallel dazu die klinische Entwicklung unseres eigenständigen FXR-Programms voranzutreiben. Durch diesen Vertrag kann Phenex beide Vorhaben finanzieren, ohne weitere Finanzierungsrunden durchführen zu müssen. Phenex hat somit die hervorragende Perspektive, sowohl an neuen Therapien zum Wohle der Patienten als auch an einer ordentlichen Rendite für unsere Aktionäre arbeiten zu können.“

Über das neue Wirkstoff-Target RORγT
RORgamma(t) (RORγT) ist ein Protein aus der Klasse der Kernrezeptoren und wurde vor kurzem als entscheidender Differenzierungsfaktor für Th-17 Zellen identifiziert. Th-17 Zellen sind Zellen des Immunsystems und produzieren Interleukin-17, von dem man deutliche Hinweise hat, dass es eine entscheidende Rolle im chronischen, autoimmunbedingten Entzündungsgeschehen spielt. Die Bedeutung dieses IL-17 Signalweges geriet durch klinische Studien in den Fokus des Interesses, in denen Antikörper gegen IL-17 oder gegen dessen Rezeptor eine beeindruckende Wirksamkeit bei der Behandlung von schwerer Schuppenflechte gezeigt haben. RORγT induziert die Produktion von IL-17 und kann aber auch Kleinmoleküle binden. Deswegen haben Therapien, die auf Kleinmolekülen basieren und die Aktivität von RORγT inhibieren, eine großes Potenzial, den IL-17 Signalweg mit einer ähnlichen Wirksamkeit wie die genannten Antikörper zu blockieren. Dass die Hemmung der IL-17 Sezernierung durch niedermolekulare RORγT-Inhibitoren sehr effektiv sein kann, wurde unlängst in zwei Nature – Publikationen demonstriert (Huh et al., Nature 472(7344) 486-90(2011); Solt et al., Nature 472(7344) 491-4 (2011)).

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