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Pilotprojekt zur telemedizinischen Betreuung von COPD-Patienten

Den Arzt per Fernseher oder Tablet ins Wohnzimmer holen: Techniker Krankenkasse (TK), Philips und Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) starten ab 1. April 2015 ein Pilotprojekt zur telemedizinischen Betreuung von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis (COPD) in Deutschland. Im Mittelpunkt der Kooperation steht die individualisierte Versorgung chronisch kranker Patienten mittels Telemonitoring und damit einhergehend die Förderung eines therapiegerechten Patientenverhaltens.

© Philips

Jeder Patient erhält wahlweise eine Set-Top-Box für den Fernseher oder ein Tablet. Darüber werden täglich automatisiert interaktive Inhalte und gesundheitsbezogene Informationen an die Patienten geschickt, die an ihren Gesundheitszustand und ihr Verhalten angepasst sind. Dafür übermitteln die Patienten jeden Tag wichtige Vitalparameter wie die Sauerstoffsättigung und senden diese mittels einer sicheren Netzwerkverbindung an das Telemedizinische Zentrum am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart. Dort analysiert das medizinische Personal die Informationen. Mitarbeiter beraten den Patienten telefonisch oder informieren direkt den behandelnden Arzt vor Ort. So kann auf möglich auftretende Verschlechterungen des Gesundheitszustandes sofort reagiert werden. Die Behandlungshoheit verbleibt weiterhin bei dem behandelnden Haus- bzw. Facharzt.

Mit dem von Philips entwickelten modularen telemedizinischen System Motiva werden vordefinierte Bausteine anhand der Vitalfunktionen des Patienten individuell zusammengestellt. So wird eine persönliche Lösung geschaffen, anhand derer Patienten den Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und den gesundheitlichen Auswirkungen erkennen lernen. Langfristiges Ziel ist es, durch Verhaltensänderungen des Patienten zur Verbesserung seiner Lebensqualität beizutragen. Im Rahmen des Pilotprojekts nehmen von der TK ausgewählte COPD-Patienten teil. Diesen entstehen hierbei keine zusätzlichen Kosten.

© Philips

„Mit Philips Motiva unterstützen wir durch persönlich gestaltete Programme medizinische Versorgungseinrichtungen in der Kommunikation und Betreuung von chronisch kranken Patienten. Die Teilnehmer können zu Hause geschult und an therapeutische Maßnahmen erinnert werden, um Krankenhausaufenthalte zu vermeiden", beschreibt Eva Braun, Leiterin Philips Healthcare.

„Als größte deutsche Krankenkasse sehen wir in dieser telemedizinischen Lösung die Chance, die Kosten der medizinischen Versorgung zu senken und dabei gleichzeitig die medizinische Versorgung der Patienten noch weiter zu steigern", berichtet Klaus Rupp, Leiter des Versorgungsmanagements der Techniker Krankenkasse. „Die Verbindung eines engmaschigen Kontrollnetzes mit dem direkten Feedback für den Patienten, wie sehr sich sein Verhalten auf seine Gesundheit auswirkt, sind ein sehr gutes Beispiel, wie E-Health schon heute eingesetzt werden kann."

„Das Telemedizinische Zentrum des Robert-Bosch-Krankenhauses stellt die Ressourcen für die Auswertung der von den Patienten übermittelten Daten durch pneumologisch geschulte Mitarbeiter zur Verfügung", erklärt Professor Mark Dominik Alscher, Ärztlicher Direktor des RBK. Telemedizin wird den behandelnden Arzt vor Ort nicht ersetzen, sondern wird von uns als hilfreiche und sinnvolle Unterstützung verstanden. Der persönliche Kontakt bleibt durch regelmäßige Untersuchungen in der Praxis erhalten und ist wichtigster Bestandteil von Diagnostik und Therapiemanagement."


Über COPD

COPD steht für „Chronic Obstructive Pulmonary Disease", auf Deutsch: „Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung", bedeutet eine dauerhafte Verengung der Bronchien und damit eine Atemnot, die die Betroffenen besonders bei Belastungen quält. In Deutschland leiden nach Schätzungen über 6 Millionen Menschen an COPD (Geldmacher, 2008). Die WHO schätzt, dass 2030 COPD die dritthäufigste Todesursache weltweit sein wird (World Health Statistics 2008).

Die telemedizinische Lösung Philips Motiva

Philips Motiva ermöglicht es medizinischen Versorgungseinrichtungen, Patientendaten sicher zu sammeln, den Gesundheitszustand des Patienten zu beurteilen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Die Entwicklung der Patienten lässt sich anhand von Fragebögen zur subjektiven Einschätzungen ihrer Gesundheit sowie durch Überwachung von Vitalparametern verfolgen. Die individuellen Versorgungspläne können so angepasst werden, dass stets die richtige Betreuung unterstützt wird. In Großbritannien wird Philips Motiva bereits zur telemedizinischen Betreuung von über 1.600 chronisch kranken Patienten eingesetzt.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/pilotprojekt-zur-telemedizinischen-betreuung-von-copd-patienten