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Projektgruppe eArchiving

Praktischer Mehrwert durch elektronisches Datenarchiv

Die Projektgruppe "eArchiving" lud gemeinsam mit BioLAGO im Rahmen des eHealth-Forums in Freiburg zu einem Workshop rund um elektronische Archivierung in Life Sciences. Mehr als 250 Unternehmen, Wissenschaftler, Ärzte und Klinikvertreter nahmen am eintägigen Symposium teil.

Eingeladen hat die Projektgruppe zu dem Workshop „eArchivierung: Zwischen Papier und Over-Engineering?", um gemeinsam mit Experten und Teilnehmern neue Konzepte und Ideen zum elektronischen Archivieren von Patientendaten zu diskutieren. Dr. Thomas Ragg von der quantiom bioinformatics GmbH & Co. KG führte durch den Workshop und betonte die praktische Einsatzfähigkeit von guter elektronischer Archivierung und dem durch sie generierten Mehrwert unter Einbeziehung der gesetzlichen Vorgaben.

Gilbert Mohr, Vorsitzender des Qualitätsrings Medizinische Software, erläuterte die Bedeutung der Standarisierung von Behandlungstransfers. Er machte auf die Heterogenität verschiedener IT-Lösungen aufmerksam, die einen Systemwechsel praktisch unmöglich machen. Wichtig für die Zukunft sind deshalb offene und gut definierte Schnittstellen, die einen Wechsel der Systeme auch nach einer längeren Periode zulassen, auch gerade dann, wenn der Anbieter eines Systems vom Markt verschwindet.

Elektronischer Wandel erfordert kompatible Systemlösungen

Dr. Henning Groenda vom Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe setzt auf zukunftsweisende Systemlösungen © eHealth Forum Freiburg

Im Anschluss referierte Dr. Henning Groenda als Abteilungsleiter des Forschungszentrums Informatik in Karlsruhe über die zentralen Herausforderungen der Speicherung von Patientendaten durch den elektronischen Wandel, der die Dokumentation verschiedener Datenformate nötig macht. Hierzu stellte Dr. Groenda in Abgrenzung zu elektronischen Archiven Backup-Lösungen vor, die eine Rückversicherung des Datenbestandes für den aktuellen Einsatz darstellen. Das Open Archival Information System (OAIS) gehört heute zum ISO Standard und kann als Referenzmodell für Archive stehen.

Weiter stellte Henning Groenda den Einsatz von elektronischen Archivierungssystemen in die Einbindung verschiedener Geschäftsprozesse heraus, was nicht nur bei der Systemeinführung zu erheblichem Arbeitsaufwand führt, sondern auch eine kontinuierliche Wartung und Pflege des Systems erfordert. Hier sieht die Projektgruppe eArchiving den wichtigsten Ansatzpunkt, um elektronische Archivierungssysteme auch für mittlere und kleinere Unternehmen und Praxen zu ermöglichen. An der Schnittstelle zur Archivierung lassen sich sinnvolle Mehrwertdienste platzieren. Diese betreffen insbesondere das Suchen und Zusammenstellen relevanter Informationen aus dem Archiv zu einem Sachverhalt, das Durchführen von Analysen aus dem Datenbestand, aber auch die Vermittlung des sicheren Datenaustauschs an Dritte, der sonst über andere Kanäle erfolgen müsste.

Singener Diagnostiklabor gibt Einblicke in Anwendungspraxis

Mehr als 250 begeisterte Besucher hatten beim eHealth Forum in Freiburg Gelegenheit, den Workshop der Projektgruppe eArchiving zu besuchen. © eHealth Forum Freiburg

Daran anknüpfend berichtete Dr. Volker Kamla, Leiter der EDV-Abteilung des Instituts für Labormedizin Blessing aus Singen über den alltäglichen Umgang mit der elektronischen Datenverarbeitung in der labormedizinischen Diagnostik. Er betonte die bisherige Inkonsistenz elektronischer Systeme, die wichtige Daten einerseits über Barcodes auslesen, andererseits aber das händische Eintragen von Zusatzinformationen auf Begleitzetteln erforderlich machen. Hier müssen ganzheitliche Lösungen angestrebt werden, wenn Papierarchive auf längere Sicht durch elektronische Lösungen ersetzt werden sollen.

Den Abschluss bildete Dr. Axel Jenet, Mitbegründer des Orthozentrums Offenburg. Er sprach über die Herausforderungen die entstehen, wenn Arztpraxen über mehrere Standorte verfügen. Hier sind zum einen Lösungen für die Etablierung standarisierter elektronischer Geschäftsprozesse gefragt, zum anderen braucht es aber auch geschützte Systeme für die elektronische Datenübertragung und den Datenaustausch. Die Projektgruppe eArchiving kann dies effizient organisieren und so von Mehrwertdiensten profitieren.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/praktischer-mehrwert-durch-elektronisches-datenarchiv