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Preis für Entdeckung molekularer Trojaner

Der Ulmer Toxikologe Holger Barth ist bei der Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie mit dem Toxikologie-Forschungspreis für seine neuen Erkenntnisse über die Wirkungsweise bakterieller Toxine ausgezeichnet worden.

Ausgezeichnet, der Ulmer Toxikologe Prof. Holger Barth © Uni Ulm

Bakterientoxine sind extrem giftige Proteine, die eine Vielzahl schwerster Krankheiten beim Menschen auslösen, Cholera etwa, Diphtherie, Tetanus oder Botulismus. Diese Toxine sind deshalb so wirksam, weil sie sehr effektiv in das Innere menschlicher Zellen aufgenommen werden und dort wirken. Die Ulmer Arbeitsgruppe am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Ulmer Uni konnte erstmals zeigen, dass bestimmte zelleigene Proteine, so genannte Proteinfaltungshelfer, verschiedene todbringende Toxine sogar aktiv in das Zellinnere hineinziehen. Bestimmte Bakterientoxine sind also „Molekulare Trojanische Pferde“.

Die neuen Forschungsergebnisse erweitern aber nicht nur das Verständnis, wie diese bedeutenden Pathogenitätsfaktoren auf molekularer und zellulärer Ebene wirken, sondern ermöglichen auch neue medizinische Anwendungen. Barths Arbeitsgruppe zeigte bereits, dass gezielte pharmakologische Hemmung der zellulären Helferproteine die Toxinaufnahme in die Zellen verhindert. Dies könnte einen möglichen neuen Therapieansatz zur Verhinderung der Toxinwirkung darstellen.

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