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Regionale Biotechnologie-Branche mit Fachkräftebedarf

Angesichts des steigenden Fachkräftemangels haben regionale Unternehmen der Branche der Lebenswissenschaften und Biotechnologie am Bodensee zahlreiche Schüler zu Karrierechancen informiert. Anlass war der Besuch der Initiative „BIOTechnikum: Erlebnis Forschung – Gesundheit, Ernährung, Umwelt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auf Einladung des bodenseeweiten Branchennetzwerks BioLAGO. Mehr als 2.000 Bürger tauchten in Überlingen und Radolfzell im rollenden Labor in die Welt der Biotechnologie ein. Schülerinnen und Schüler konnten bei Praktika selbst experimentieren.

Bei Rundgängen durch das BIOTechnikum stellten Firmen Schülern Karrierechancen in der Biotechnologie rund um den Bodensee vor. © BioLAGO

Die Lebenswissenschaften, zu denen Branchen wie Pharma, Medizintechnik und Diagnostik zählen, stellen einen bedeutenden Wirtschaftssektor in der Bodenseeregion dar. Mehr als 80 Unternehmen und Hochschulen mit über 6.000 Arbeitsplätzen sind allein unter dem Dach des BioLAGO-Netzwerks vereint. Dank zukunftsweisender Technologien ist die Branche zwar sehr krisensicher, doch spüren die Unternehmen in der Region den wachsenden Fachkräftemangel und seine Folgen. Dies zeigten regionale Unternehmen beim Besuch des Labors auf Rädern. „Besonders im Bereich der IT und der Bioinformatik gibt es, trotz der angebotenen Ausbildungsplätze und Einstiegspositionen für Hochschulabsolventen, oft nicht genug interessierte Nachwuchskräfte“, erklärt Natascha Ostrowski, Personalleiterin von GATC Biotech, dem führenden Dienstleister für die Entschlüsselung von Erbgut.

Die starke Nachfrage nach qualifiziertem Personal bedeutet gleichzeitig eine hervorragende Ausgangslage für junge Leute als Fachkräfte von morgen. „70 Prozent aller medizinischen Diagnosen werden von Laboren unter Mitwirkung von Medizinisch- oder Biologisch-Technischen Assistenten (MTA, BTA) abgesichert. Von deren Arbeit hängen also sowohl Ärzte als auch Patienten ab“, schildert Dr. Diethard Müller, Geschäftsführer des MVZ Labor Dr. Gärtner & Kollegen in Ravensburg. „Um dem steigenden Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften nachzukommen, unterstützen wir darum aktiv die Ausbildung des Laborpersonals.“

Auch Vetter in Ravensburg bildet viele Nachwuchskräfte aus, wie Personalreferent Peter Olgemöller erklärte und zu einem Einstieg in die Berufsausbildung ermutigte: „Aktuell haben wir 80 Auszubildende in 20 verschiedenen Berufen.“ Jasmin Jehle von der Aptar Radolfzell wies auf die vielversprechenden Karrierechancen im Unternehmen hin: „Wir bieten zehn Ausbildungsberufe an, darunter technische Ausrichtungen wie die dualen Studiengänge Wirtschafts- oder Maschinenbauingenieurwesen oder die Ausbildungsberufe Industrie- oder Verfahrensmechaniker/in.“

Berufsfelder in der Wissenschaft stellte im BIOTechnikum Dr. Daniel Piechowski vom Max-Planck-Institut für Ornithologie vor, das sich mit Fragestellungen der Vogelkunde befasst und dabei biologische Disziplinen zusammenführt.

Laborarbeit zum Ausprobieren

Bei Praktika im Labor-Truck konnten Schüler selbst experimentieren und als „CSI BIOTechnikum“ im Planspiel einen Täter über seinen genetischen Fingerabdruck identifizieren. © BioLAGO

Neben den geführten Ausstellungsrundgängen und Unternehmenspräsentationen gab es im BIOTechnikum auch Praktika, bei denen zahlreiche Schüler selbst experimentieren konnten. So konnten sich Schüler des Biotechnologischen Gymnasiums der Justus von Liebig Schule in Überlingen als Erbgut-Experten versuchen und beispielsweise DNA aus der eigenen Mundschleimhaut isolieren. „In der Schule haben wir Biotechnologie als Schwerpunktfach, so dass wir bereits einige Vorkenntnisse mitbringen, die wir hier praktisch umsetzen können“, freute sich der 17-jährige Alex. Ebenso wie seine Mitschülerin Johanna möchte er nach dem Schulabschluss gerne studieren. „Mit den verschiedenen Möglichkeiten bei der späteren Berufswahl habe ich mich aber noch nicht intensiv auseinandergesetzt“, erklärte Johanna. „Die Vorstellungen der Firmen waren sehr interessant für uns. Wir können uns gut vorstellen, später dort zu arbeiten“, waren sich die Schüler der 12. Klasse einig.

Weitere Partner der BIOTechnikum-Veranstaltung waren die Hochschule Albstadt-Sigmaringen, Schafflhuber Dental-Systemhaus, Sparkasse Bodensee, DAK Gesundheit, Wirtschaftsförderung Bodenseekreis sowie die Städte Überlingen und Radolfzell.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/regionale-biotechnologie-branche-mit-fachkraeftebedarf