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Rekord bei Forschungsinvestitionen

Die forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland haben 2007 mit 4,52 Milliarden Euro eine neue Rekordsumme in Forschung und Entwicklung investiert. Dies geht aus dem Branchenbericht "Statistics 2008" hervor, den der Verband Forschender Arzneimittelhersteller jetzt veröffentlicht hat. Auch die Zahl der Mitarbeiter im Bereich F&E stieg auf nunmehr 17.000.

Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), sagte dazu: "Die Zahlen belegen, dass die forschenden Pharma-Unternehmen großes Vertrauen in den Pharmaforschungsstandort Deutschland setzen. Die Ergebnisse unserer Arbeit können sich sehen lassen: 31 neue Zulassungen im Jahr 2007 bedeuten 31 neue Hoffnungen für Patienten, die auf Innovationen angewiesen sind!" Und die Pipelines der Unternehmen sind gut gefüllt: Über 350 neue Produkte, die Chancen haben, bis 2011 zugelassen zu werden, befinden sich zurzeit in Forschung und Entwicklung.

Cornelia Yzer: "Besorgniserregend ist aber, dass deutsche Patienten immer mehr vom medizinischen Fortschritt abgeschnitten werden. Die zahlreichen, sich zum Teil widersprechenden Regulierungen auf dem Arzneimittelmarkt verhindern, dass Innovationen die Patienten schnell erreichen. Der Ausgabenanteil der Gesetzlichen Krankenversicherung für Medikamente, die in den letzten fünf Jahren neu in den Markt gebracht wurden, beträgt nur 5,2 Prozent - im Vergleich zu Ländern wie Schweden, Belgien und Frankreich, die zwei- bis dreimal so viel in Innovationen investieren, verliert Deutschland hier den Anschluss und läuft Gefahr, seinen Status als Leitmarkt für Europa zu verspielen!"

Export von großer Bedeutung

Die Produktion pharmazeutischer Erzeugnisse in Deutschland wurde 2007 um über 10 Prozent gesteigert. 56,5 Prozent der in Deutschland produzierten Arzneimittel werden exportiert - 1995 waren es gerade einmal 35 Prozent. "Der überragende Erfolg im Export kommt der deutschen Außenhandelsbilanz zugute. Er hat jedoch die Kehrseite, dass der deutsche Arzneimittelmarkt relativ an Bedeutung verliert. Politische Kostensenkungsmaßnahmen verstärken diesen Trend und schwächen die Arzneimittelhersteller, die wie andere Branchen auf Innovationsoffenheit im Heimatmarkt angewiesen sind, um langfristig weltweit erfolgreich zu sein", so Yzer.

"Das Vertrauen, das unsere Mitgliedsfirmen in den Standort setzen, sollte von der Politik honoriert werden, statt durch immer neue Regulierungen immer mehr Hürden für den Einsatz von innovativen Arzneimitteln aufzubauen", so Yzer weiter. Schließlich sei die pharmazeutische Industrie mit einer Netto-Wertschöpfung von fast 100.000 Euro pro Beschäftigtem einer der leistungsfähigsten und produktivsten Wirtschaftzweige in Deutschland - mit glänzenden Aussichten im Zukunftsmarkt Gesundheit.
Die aktuellen Zahlen:

Investitionen: 2007 investierten die VFA-Mitgliedsunternehmen 1,49 Milliarden Euro in den Standort. Mit einem Investitionsanteil von 4,8 Prozent des Umsatzes gehört die pharmazeutische Industrie zu den überdurchschnittlich investierenden Branchen in Deutschland.

Forschung und Entwicklung: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung betrugen 4,52 Milliarden Euro - ein neuer Höchststand.

Beschäftigte: 90.000 Menschen waren 2007 in den Unternehmen der Mitglieder des VFA beschäftigt - gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 4,4 Prozent. Gestiegen ist dafür die Zahl der Beschäftigten im Bereich Forschung und Entwicklung: um 1,4 Prozent auf nunmehr 17.000 Mitarbeiter.

Preise: Die Arzneimittelpreise in Deutschland sind zwischen 2000 und 2007 um rund 9 Prozent gesunken, während die Preise im privaten Verbrauch insgesamt um über 13 Prozent gestiegen sind.
Quelle: Pressemitteilung VFA - 18.09.2008
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/rekord-bei-forschungsinvestitionen