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Roche übernimmt mtm laboratories AG: Erweitertes Test-Angebot zu Gebärmutterhalskrebs

Roche gab am 19. Juli 2011 bekannt, eine Vereinbarung zur Übernahme von 100 Prozent der Anteile an mtm laboratories AG (mtm), eines nicht börsennotierten Unternehmens mit Sitz in Heidelberg, unterzeichnet zu haben. mtm ist weltweit führend in der Entwicklung von In-vitro-Diagnostika mit Schwerpunkt auf der Früherkennung und Diagnose von Gebärmutterhalskrebs, dem grössten Marktsegment für die Früherkennung im Bereich der Onkologie. mtm wird Teil der Geschäftseinheit Roche Tissue Diagnostics (Ventana Medical Systems, Inc.) werden.

Gemäss der Vereinbarung wird Roche den Gesellschaftern von mtm eine Sofortzahlung von rund 130 Millionen Euro sowie bis zu etwa 60 Millionen Euro nach Erreichen erfolgsabhängiger Meilensteine leisten. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der üblichen Abschlussbedingungen und wird voraussichtlich in den kommenden Wochen abgeschlossen werden. „Pathologen stützen sich zunehmend auf die schnelle und zuverlässige Identifizierung und klinische Validierung molekularer Marker für Gebärmutterhalskrebs,“ so Daniel O’Day, COO von Roche Diagnostics. „Die Produkte von mtm und der innovative cobas Human Papilloma Virus (HPV) Test von Roche zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs, der im April dieses Jahres in den USA eingeführt wurde, ergänzen sich bestens. Durch die Übernahme wird Roche ein umfassendes Produktportfolio für die Diagnostik von Gebärmutterhalskrebs – von zytologischen Untersuchungen bis zur histologischen Diagnose – anbieten können, die einen bisher unerreichten medizinischen Wert für Gynäkologen und Patienten weltweit darstellen.“

Der CINtec®PLUS Test: p16- und Ki-67 Zweifachfärbung von Zervixzellen im Abstrich © mtm

Die patentgeschützten Testlösungen von mtm beruhen auf dem Biomarker p16 und wurden zur Identifizierung und Diagnose von Gebärmutterhalskrebsvorstufen entwickelt. Der Biomarker p16, ein an der Tumorunterdrückung in den Zellen beteiligtes Gen, ist ein etablierter Marker des frühen onkogenen Prozesses, der zu Krebs führt. Die Konzentration des p16-Proteins erhöht sich deutlich, wenn eine anhaltende HPV-Infektion zur onkogenen Transformation von Zellen im Gebärmutterhals führt. Der CINtec Plus Cytology Testkit von mtm ist in Europa zum Nachweis einer Überexpression von p16 in Pap-Abstrichen des Gebärmutterhalses zugelassen, um Krebsvorstufen zu erkennen. Das Resultat kann helfen, von den Frauen mit auffälligem Pap-Abstrich oder positivem HPV-Test diejenigen mit und ohne Krebsvorstufen oder Krebs zu erkennen, sodass unnötige Biopsien vermieden werden und Patienten frühzeitig behandelt werden können. Der CINtec Plus erweitert die Lösungen von Roche für die Diagnostik von Gebärmutterhalskrebs zusätzlich zum cobas HPV-Test. Beide Produkte können spezifische und sich ergänzende Vorteile für die Behandlung der Patienten bieten.

Das zweite Produkt von mtm, CINtec Histology, erkennt eine Überexpression von p16 und wird in Verbindung mit herkömmlichen Färbeverfahren eingesetzt, um die Identifizierung von hochgradigen zervikalen intraepithelialen Neoplasien (CIN) und Gebärmutterhalskarzinomen in Biopsieproben zu vereinfachen. Dieser Test rundet das zurzeit marktführende Menü der gewebebasierten Krebsdiagnostik von Roche optimal ab. „Die Kombination unseres cobas HPV mit p16-Tests könnte durch verbesserten Nachweis, Verringerung unnötiger Gebärmutterhalsbiopsien und verbesserte Bestätigung von Krebsvorstufen im Gebärmutterhals neue Massstäbe für die Diagnostik von Gebärmutterhalskrebs setzen,“ so O’Day weiter. „Dieses umfassende Produktangebot ist unübertroffen in der Diagnostika-Industrie und wird Roche eine überragende Wettbewerbsposition im Bereich der Gebärmutterhalskrebs-Diagnostik verschaffen.”

„Mit der führenden Stellung in der In-vitro-Diagnostik und der weltweiten Reichweite ist Roche das ideale Unternehmen, um die Einführung von p16-basierten Tests der nächsten Generation zu beschleunigen, denn sie versprechen eine gewaltige Verbesserung der Prävention von Gebärmutterhalskrebs,“ so Bob Silverman, CEO von mtm laboratories AG. „Wir sind sehr gespannt auf die zukünftigen Erfolge unserer Produkte und Pipeline innerhalb der Roche-Familie.“ Neben dem Nutzen von p16 in der Gebärmutterhalskrebs-Diagnostik gibt es erste Hinweise darauf, dass p16 auch bei anderen Krebsarten einen klinischen Nutzen haben könnte, wie beispielsweise bei Krebs im After- und Genitalbereich, Kopf- und Halskrebs, Lungenkrebs und Brustkrebs.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/roche-uebernimmt-mtm-laboratories-ag-erweitertes-test-angebot-zu-gebaermutterhalskrebs