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Rottbauer will Hochleistungsnetz für Herz-Kreislauf-Patienten knüpfen

Der Kardiologe Wolfgang Rottbauer, zuletzt stellvertretender Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik III am Universitätsklinikum Heidelberg, hat als Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II des Ulmer Uniklinikums am 1. April die Nachfolge von Vinzenz Hombach angetreten. Wie die Pressestelle des Ulmer Uniklikums schreibt, verfügt der 42-jährige Herzspezialist über große Erfahrung im gesamten Spektrum der Kardiologie, Angiologie und Pneumologie. Rottbauer ist ausgewiesener Spezialist unter anderem in der Notfallversorgung von Herzpatienten und bei innovativen Verfahren der interventionellen Kardiologie und Angiologie.

Prof. Dr. Wolfgang Rottbauer. © UK Ulm

Erkrankungen des Herzens machen sich entweder schleichend bemerkbar oder münden direkt in eine Notfallsituation. „Das Universitätsklinikum Ulm ist für beide Fälle der richtige Ansprechpartner“, sagt Rottbauer. Als Leiter der kardiologischen und pneumologischen Intensivstationen sowie der Herzkatheterlabore hat er in Heidelberg jahrelang Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit schweren Herzinfarkten, Lungenembolien oder Schockzuständen gesammelt.

Im Zentrum steht eine Chest Pain Unit. „Wir werden die Notfallversorgung von Patienten mit Brustschmerzen in der Region Ulm weiter verbessern und im Zentrum für Innere Medizin eine sogenannte „Chest Pain Unit“ einrichten, die in Zusammenarbeit mit anderen Kliniken und niedergelassenen Kollegen ein Herzinfarktnetz koordinieren wird“, kündigt Rottbauer, der neben Heidelberg bereits in Lübeck und an der Harvard Medical School in Boston tätig war, an.

Neue Verfahren sollen in Ulm weiterentwickelt werden

Neben der Notfallversorgung will der neue Ärztliche Direktor mit seinem Ulmer Team auch katheterinterventionelle Verfahren der Kardiologie und Rhythmologie in der Region erheblich weiterentwickeln. Dazu gehört beispielsweise der minimalinvasive Einsatz von Herzklappen. „Mit diesen Verfahren können wir Patienten helfen, denen wir früher nicht helfen konnten. Neben dem bereits in Ulm durchgeführten Einsatz von Aortenklappen über die Herzspitze oder die Leiste wollen wir in Zukunft auch die Mitralklappe zwischen linkem Herzvorhof und linker Herzkammer über den Herzkatheter ersetzen“, so Rottbauer, der diese Verfahren in Heidelberg mitentwickelt hat. Bei der Behandlung von Verengungen der Herzkranzgefäße misst der 42-Jährige bioresorbierbaren Stents zukünftig einen hohen Stellenwert zu. Sie stützen die erweiterten Gefäße zunächst ab und werden abgebaut, wenn diese Abstützung nicht mehr notwendig ist.

Navi-Systeme immer wichtiger

„Zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen werden wir zukünftig mehr und mehr auf modernste Navigationssysteme angewiesen sein, um mittels Robotertechnik die häufig lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen unserer Patienten zu heilen.“ Auch dem Einsatz neuartiger Herzschrittmachersysteme, die nicht nur Herzrhythmusstörungen behandeln, sondern das Herz wieder koordiniert und kräftiger schlagen lassen, misst Rottbauer zukünftig eine wichtige Bedeutung bei. „Diese Innovationen können nur in großen Herzzentren, begleitet von experimenteller und klinischer Forschung, weiterentwickelt und den Patienten frühzeitig zugänglich gemacht werden.“

Schneller Wissenstransfer in die Region

„Entscheidend für eine optimale Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf höchstem Niveau ist heute zum einen die fächerübergreifende Zusammenarbeit von Spezialisten innerhalb des Klinikums wie Kardiologen, Rhythmologen, Angiologen, Sport- und Rehabilitationsmedizinern, Lungenmedizinern, Herzchirurgen, Gefäßchirurgen und Kinderkardiologen, zum anderen eine intensivierte Einbindung niedergelassener Ärzte und umliegender Krankenhäuser der Gesundheitsregion Ulm.

Parallel sollte der Wissenstransfer zwischen Kliniken und universitären Grundlageninstituten mit medizintechnischen oder kardiovaskulären Schwerpunkten am Standort Ulm weiter verstärkt werden, um den frühzeitigen Einzug grundlagenwissenschaftlicher Erkenntnisse in die Patientenversorgung zu gewährleisten. Diese Zusammenarbeit wollen wir zukünftig erheblich verstärken und in einem Herzzentrum koordinieren, um so Patienten in der Region Ulm modernste Herz-Kreislauf-Medizin aus einer Hand anbieten zu können“, erläutert Rottbauer.

Forscht an molekularen Ursachen von Herzerkrankungen

Ein Forschungsschwerpunkt des neuen Ärztlichen Direktors sind die genetischen Grundlagen von Herzerkrankungen: „Die Zukunft einer patientenorientierten Herz-Kreislauf-Medizin liegt in der nachhaltigen Entschlüsselung der molekularen Ursachen von Erkrankungen; unsere Forschungsergebnisse bilden die Grundlage für die Entwicklung gezielter und damit verbesserter Therapieverfahren für unsere Patienten“, so Rottbauer, der dafür unter anderem die durchsichtigen Zebrafische studiert. Zahlreiche seiner wissenschaftlichen Arbeiten wurden in den letzten Jahren in international renommierten Zeitschriften wie Cell und Nature Medicine veröffentlicht und mit Forschungspreisen ausgezeichnet.

Das Herz als hochkomplexes dynamisches Organ fasziniert Rottbauer seit seinem Studium: „Diese Faszination für Herz-Kreislauf-Medizin wollen wir mit unserem Team auch an die Studierenden weitergeben und sie für die Krankenversorgung und Forschung im Dienste des Patienten hier am Universitätsklinikum Ulm begeistern.“

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/rottbauer-will-hochleistungsnetz-fuer-herz-kreislauf-patienten-knuepfen