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Schmucke Bakterien gegen Hautkrebs: Heidelberger gewinnen iGEM-Schülerwettbewerb

Die „International Competition of Genetically Engineered Machines“ (iGEM) führt neben dem Studentenwettbewerb jetzt auch einen Wettbewerb für Schüler durch. Ein Schülerteam des Heidelberger Life-Science Lab am Deutschen Krebsforschungszentrum hat diesen hoch angesehenen Wettbewerb für Synthetische Biologie gewonnen.

Ein Malignes Melanom . Dank der Erfindung Heidelberger Schüler könnte die Gefahr seiner Entstehung verringert werden. © DKFZ

Gentechnik und Schmuck - wie passt das zusammen? Die Antwort gibt ein Team von fünf Schülern des Heidelberger Life-Science Lab am Deutschen Krebsforschungszentrum. Im Rahmen des internationalen Wettbewerbs iGEM programmieren die jungen Forscher Bakterien so um, dass sie vor krebserregender UV- und Röntgenstrahlung warnen. "Wenn unser Erbgut von Strahlung getroffen wird, entstehen gefährliche DNA-Brüche. Zum Glück gibt es ein Reparatursystem in der Zelle, das bei DNA-Schäden aktiv wird", erklärt Wettbewerbsteilnehmer Jakob Kreft.

Zusammen mit Charlotte Bunne, Anna Huhn, Mariam Harmouche und Stefan Holderbach konstruiert er ein synthetisches System aus standardisierten Genbausteinen, sogenannten BioBricks, das die Aktivität des zellulären Reparaturmechanismus mit einem Farbstoff anzeigt und somit die Strahlendosis direkt sichtbar macht. "Wir waren begeistert, als wir gesehen haben, dass unser System tatsächlich gesundheitsgefährliche Dosen von Sonnenstrahlung anzeigen kann. Das war der Höhepunkt unserer Projektarbeit", beschreibt Mariam begeistert. "Damit die Leute unseren Strahlendetektor immer gern bei sich tragen, z.B. beim Sonnenbaden, entwickelten wir neben der wissenschaftlichen Projektarbeit eine exklusive Schmuckkollektion, in die wir unseren Strahlensensor integriert haben", erklärt Charlotte den besonderen Clou ihres lebenden Detektors.

Heidelberger setzen sich gegen 39 Konkurrenzteams durch

Zusammen mit ihren Betreuern aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Universität Heidelberg präsentierten die fünf Nachwuchswissenschaftler ihr Projekt am vergangenen Wochenende beim internationalen iGEM-Schülerwettbewerb für Synthetische Biologie in Boston, USA, und setzten sich dabei erfolgreich gegen die 39 Konkurrenzteams aus Amerika, Europa und Asien durch. Die Bilanz: Das Heidelberger Team nahm neben dem 1. Gesamtpreis - der "Biobricks-Trophäe" in Form eines riesigen Lego-Steins - noch fünf von zehn Spezialpreisen mit nach Hause. Darunter sind die drei Auszeichnungen für die besten Forschungsergebnisse, für die beste Präsentation und für die beste Homepage.

Die BioBricks-Trophäe bleibt jetzt für ein Jahr im Life-Science Lab des Deutschen Krebsforschungszentrums. Im nächsten Jahr werden dann wieder Schülerteams aus aller Welt im Wettstreit um die begehrte Auszeichnung antreten. Das Life-Science Lab will selbstverständlich wieder dabei sein. Den Jugendlichen wurde die Reise zur Endausscheidung nach Boston ermöglicht durch finanzielle Unterstützung der Firmen Abbott und Promega, der Jugendstiftung Baden-Württemberg, des Freundeskreises des Englischen Instituts Heidelberg und der Life-Science Lab Alumni.

Mehrmals hatten Teams von Heidelberger Studenten unter der Betreuung von Professor Dr. Roland Eils (Universität Heidelberg und Deutsches Krebsforschungszentrum) im iGEM-Wettbewerg sensationelle Preise für Konstruktionen genetischer Schaltkreise nach dem „Biobricks“-Baukastenprinzip erlangt.

iGEM (International Competition of Genetically Engineered Machines) ist ein Wettbewerb in Synthetischer Biologie, der seit 2003 vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, Mass., bei Boston ausgerichtet wird und sich seither zu einem der größten internationalen Wettbewerbe im Wissenschaftsbereich entwickelt hat. iGEM sammelt standardisierte Genbausteine in einer Datenbank, die den Wettbewerbsteilnehmern für ihre Projekte zur Verfügung steht.

In diesem Jahr hat das Massachusetts Institute of Technology iGEM als selbständige Non-Profit-Organisation ausgegründet. Entstanden war iGEM zunächst als ein internationaler Studentenwettbewerb, der rasch höchstes Ansehen erlangte.  Seit 2011 findet zusätzlich zu der studentischen Ausscheidung ein Schülerwettbewerb statt. Mit dem Team aus dem Heidelberger Life-Science Lab haben sich jetzt erstmalig deutsche Schüler daran beteiligt.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/schmucke-bakterien-gegen-hautkrebs-heidelberger-gewinnen-igem-schuelerwettbewerb