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Schüler experimentieren auf Rädern

Wie funktioniert die DNA-Überführung von Straftätern, wie wird Käse mithilfe von Enzymen hergestellt und wie entstehen biologisch abbaubare Kunststoffe? Antworten auf diese und andere Fragen rund um die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten der Biotechnologie erhielten zahlreiche Schüler, Lehrer und Erwachsene aus Deutschland und der Schweiz im rollenden Wissenschaftstruck BIOTechnikum, der auf Initiative des BioLAGO e.V. und Partnern zwei Tage lang am Konstanzer Alexander-von-Humboldt-Gymnasium seine Pforten öffnete. In mehreren Praktika konnten Schüler sich selbst als Forscher betätigen und sich aus erster Hand zu Studium und Jobs in den modernen Biowissenschaften am Bodensee informieren. Am Abend berichteten Forscher aus Universität und Firmen über innovative Projekte aus der Region.

Im Obergeschoss des Trucks stellten Vertreter aus Universität, Industrie und Politik den anwesenden Schülern Karriereaussichten in den Lebenswissenschaften in der Bodenseeregion vor. © BioLAGO

Auf über 100 Quadratmetern Fläche konnten alle „Wissbegierigen“ im doppelstöckigen Truck erfahren, welchen Beitrag die moderne Biotechnologie zum Beispiel in der Gesundheit oder im Umweltschutz heutzutage bereits zu leisten vermag. Beim offiziellen Startschuss mit Vertretern aus Politik, Hochschule, Industrie sowie Schülern und Lehrern des Konstanzer Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums gab es im High-Tech-Fahrzeug der Initiative „BIOTechnikum. Leben erforschen – Zukunft gestalten“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung reichlich staunende Blicke. Konstanz‘ Bürgermeister Claus Boldt betonte dabei die Wichtigkeit derartiger Initiativen, um „eine Begeisterung gerade bei jungen Menschen zu entfachen, da der Standort hochqualifizierte Fachkräfte brauche“.

Natascha Ostrowski, Personalleiterin der GATC Biotech AG, stellte den interessierten Schülern die vielseitigen Karrieremöglichkeiten beim Konstanzer Dienstleister für Erbgutentschlüsselung vor. „Gerade an der Schnittstelle zwischen Biologie und Informatik suchen wir verstärkt Nachwuchskräfte“, so Ostrowski. Prof. Martin Scheffner gab Einblicke in die Karriere vom Studium zum Beruf an der Universität Konstanz. „Auch auf der Schweizer Bodenseeseite haben Hochschulabsolventen aus der Biologie oder Chemie sehr gute Zukunftschancen“, berichtete Urs Schwager, Leiter des Amtes für Mittel- und Hochschulen des Kantons Thurgau positiv.

„Raus aus der Schule, rein ins Labor!“

Nach dem Rundgang hieß es für die Schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums „Kittel an, Pipette in die Hand!“ Bei einem mehr als zweistündigen Praktikum konnten sie unter anderem die Wirkung eiweißabbauender Enzyme in Waschmitteln untersuchen. „Im Unterricht können wir bei sehr speziellen Fragestellungen nur die Theorie behandeln, so dass eigene Experimente hier im Truck wirklich toll sind“, meinte Zwölftklässlerin Annette Trunz. Auch ihr Mitschüler Patrick Hamm fand den Truck informativ: „Ich habe mir auch schon überlegt, ein Studium der Biologie oder Chemie zu beginnen. Die Initiative BIOTechnikum hat mich dabei bestärkt.“ Neben der „Offenen Tür“ im Truck für interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Deutschland und der Schweiz standen am Abend Vorträge regionaler Forscher und Unternehmen im Humboldt-Gymnasium auf dem Programm. So gab Philipp Kügler von der Universität Konstanz Research School Chemical Biology Einsichten in die Anwendung von Stammzellen bei der Erkennung von menschlichen Gesundheitsrisiken durch Chemikalien. Dr. Mathias Schmidt, Leiter der Abteilung Biologics bei Nycomed, berichtete über aktuelle Innovationen aus der Forschung des Pharmaunternehmens. Julia Löcherbach, Bioinformatikerin bei der GATC Biotech AG zeigte, wie Erbgutentschlüsselung im Höchsttempo funktioniert.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/schueler-experimentieren-auf-raedern