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Sensovation AG mit neuem Firmensitz

Es reicht nicht, wenn's dunkel wird. Nein, bevor die Biotechniker, Physiker und Informatiker aufwachen, muss es zappenduster sein. Da, wo kein Auge etwas wahrnimmt, sind sie zuhause. Kleinste Lichtquellen spüren sie auf. Möglich wird das mittels hochempfindlicher Kameras. Eben diese Sensibilität der Produkte stand Pate bei der Namensgebung des Unternehmens: Die Sensovation AG gibt es seit 2001, seit Mai diesen Jahres befindet sie sich in Radolfzell.

Es ist eine Firma, die ein Paradebeispiel für die Entwicklung der Wirtschaft darstellt. Genau genommen handelt es sich nicht um einen Produktionsbetrieb. Im Zentrum der Stadt zwischen Jahrhundertbau und dem Verwaltungsgebäude der Schiesser AG gelegen, lässt es sich genauso gut als eine Forschungseinrichtung bezeichnen. Neben den hochempfindlichen Kameras, die zum Beispiel in der Biotechnologie eingesetzt werden, verfügt die Sensovation AG noch über zwei weitere Standbeine: Für die Medizin liefert das Unternehmen technische Lösungen für die Diagnose von Patientenproben, und in der Pathologie bietet das Unternehmen Systeme zur digitalen Mikroskopie an.

Warum Radolfzell?

Stefan Bickert mit einer der Sensovation-Kameras – es handelt sich um ein vergleichsweise großes Exemplar aus der Produktpalette des Unternehmens. Gefragt sind die Techniken der Firma vor allem in der Biotechnologie, in der Medizin und Pathologie. © Torsten Lucht

Der Markt für diese Produkte ist riesig – es ist die ganze Welt. Die Sensovation AG ist nicht nur in Deutschland und Europa tätig, es gibt Geschäftsbeziehungen vor allem in die USA und Entwicklungspartnerschaften mit Indien. Der Vorstandsvorsitzende und Firmengründer Stefan Bickert ist außerdem zuversichtlich, in nächster Zeit auch in Russland Fuß fassen zu können. Da auf der anderen Seite die Zahl der Mitarbeiter mit 30 überschaubar ist, stellt sich zwangsläufig die Frage, warum sich die Sensovation AG ausgerechnet in Radolfzell niedergelassen hat.

Die Antwort ist auf eine Weise einfach, wie die Produkte des Unternehmens kompliziert sind. „Alle Mitarbeiter sind begeistert“, sagt Geschäftsführer Stefan Bickert, der selbst in Überlingen lebt – dem bisherigen Standort in Stockach jedenfalls trauere niemand wirklich nach. Ursächlich dafür sei zunächst der See – für kreative Köpfe ist das Schlendern ans Wasser allemal inspirierend. Hinzu kommt ebenfalls die gute Verkehrsanbindung und nicht zuletzt der Charme der Stadt. „Wichtig ist nicht nur, dass man die richtigen Fachleute bekommt – sie müssen auch bleiben“, sagt der Unternehmensleiter. Das aber lasse sich langfristig nur arrangieren, wenn sich die Lebenspartner und Familien wohl fühlen.

Wegweisend für lokale Wirtschaft

Oberbürgermeister Jörg Schmidt geht das runter wie Öl. Er sieht in der Ansiedlung der Sensovation AG in Radolfzell eine doppelte Symbolik. Der innovative Betrieb steht für ihn zunächst als Beispiel für den generellen Strukturwandel in der Wirtschaft, bei dem Radolfzell im Wettbewerb der Städte mithalten möchte. Dass sich der Standort ausgerechnet auf dem ehemaligen Schiesser-Areal mit seiner klassischen industriellen Ausrichtung befindet, verstärkt für Jörg Schmidt die Symbolik.

Bezeichnet wird dieser Strukturwandel im Zusammenhang mit Flächenneunutzungen als Konversion – und Arnold Kannenberg ist dabei der Mann für die Hardware. Der Geschäftsführer der Hesta GmbH betreibt die Vermarktung der Immobilien auf dem rund dreizehn Hektar großen ehemaligen Industrie-Gebiet und muss die Räumlichkeiten entsprechend den Anforderungen von ansiedlungswilligen Unternehmen umgestalten. Im Fall des Unternehmens Sensovation AG hatte er es dabei zum Beispiel mit einem sonst eher ungewöhnlichen Begehren zu tun. In bestimmten Räumen mag es die Firma gern ein bisschen dunkler.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/sensovation-ag-mit-neuem-firmensitz