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Tuttlingen bekommt einen Hochschulcampus

Nach einer längeren Vorbereitungsphase ist es soweit: Der „Hochschulcampus Tuttlingen der Hochschule Furtwangen“ wird auf den Weg gebracht. Am 18. Juli 2008 haben der „Förderverein Hochschulcampus Tuttlingen e.V.“, die Hochschule Furtwangen und das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg den Kooperationsvertrag unterschrieben.

Ab Wintersemester 2009/2010 werden an einem neu errichteten Campus Tuttlingen unter dem Dach der Hochschule Furtwangen jeweils 35 Studienanfängerplätze angeboten in den Bereichen Medizintechnik, Maschinenbau/Fertigungstechnik und Mechatronik. Die Studiengänge werden - vorbehaltlich der Genehmigung der zuständigen Gremien - die folgenden Namen tragen:

1. Industrial MedTec
2. Industrial Manufactoring
3. Industrial Systems Design

Nach der Beschlussfassung in den Hochschulgremien können die ersten Professoren- und Mitarbeiterstellen noch im Jahr 2008 ausgeschrieben werden.

Mustergültige Beteiligung der regionalen Wirtschaft

Tuttlingen © Stadt Tuttlingen

Mit dieser „Private Public Partnership“-Initiative wird auf den eklatanten Ingenieursmangel in der Region reagiert. Weit über 100 Unternehmen sind dem Förderverein neben Landkreis und Stadt Tuttlingen beigetreten. Mit dem neuen Hochschulcampus soll sowohl der akademische Nachwuchs vor Ort gesichert als auch die Zusammenarbeit zwischen Hochschuleinrichtung und heimischer Wirtschaft gestärkt werden. Der Hightech-Standort Tuttlingen, weltbekannt insbesondere als gewachsener Medizintechnik-Cluster, kann mit diesem erweiterten Ausbildungsprofil im globalen Wettbewerb punkten.

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg, Landrat Guido Wolf MdL und Rektor Prof. Dr. Rolf Schofer nannten das Projekt „eine großartige Chance für die Wirtschaft und die Studierenden in der Region und einen wichtigen Schritt, um dem Mangel an hoch qualifizierten Fachkräften in zukunftsträchtigen Bereichen zu begegnen.“ (Zitat Presseerklärung des MWK)

Eine Besonderheit der neuen Hochschuleinrichtung ist nicht nur die gemeinsame Trägerschaft von Stadt und Land, der Campus Tuttlingen soll und wird in mancherlei Hinsicht bezüglich Lehre, Struktur und Organisation Modellcharakter haben. So beteiligt sich die regionale Industrie in vielfacher Form über Praktika, Lehrbeauftragte, Vorführungen, Exkursionen und Bereitstellung moderner Labor- und Schulungseinrichtungen („Outhouse Labors“) an der Lehre. Sie hat - bislang einmalig im deutschen Hochschulwesen - auch konkret geregelte Mitsprache- und Mitgestaltungsrechte bezüglich der Lehrinhalte. In einem beispielhaften Abstimmungsprozess wurde der vorliegende Entwurf für die drei Curricula von einer aus Vertretern der Hochschule Furtwangen und Beiräten aus der Industrie der Raumschaft Tuttlingen bestehenden Arbeitsgruppe konzipiert und einstimmig beschlossen. Die beschlossenen Inhalte sollen den Studierenden besonders praxisnah und zeitgerecht vermittelt werden. Dabei wird dem Blended Learning als Symbiose zwischen dem traditionellen Unterricht und internetbasierten Formen des E-Learnings eine besondere Rolle zukommen.

Der neue Hochschulcampus ist eng eingebunden in den Spitzenclusterantrag der „MedCare TechArea - Medizintechnik und Gesundheit Tuttlingen/Neckar-Alb“, der unter der Federführung der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH beim Bundesministeriums für Bildung und Forschung eingereicht wurde. Der Antrag hat die erste Auswahlrunde erfolgreich passiert und befindet sich momentan in der Finalrunde des Wettbewerbs.

cd - 05.08.08
© BIOPRO Baden-Württemberg GmbH

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/tuttlingen-bekommt-einen-hochschulcampus