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Ulm/ Biberach: "Promotionskolleg Pharmazeutische Biotechnologie" fördert Sichtbarkeit der Exzellenz

„Wenn wir alle wollen, bleibt dies kein Einzelfall“: Diese programmatischen Worte wählte Peter Dürre, Leiter des Institutes für Mikrobiologie und Biotechnologie der Universität Ulm bei der Auftaktveranstaltung „Promotionskolleg Pharmazeutische Biotechnologie“ an der Hochschule Biberach. Für dieses Promotionskolleg arbeiten Hochschule Biberach und Universität Ulm eng zusammen; die Kooperation basiert auf den guten Erfahrungen mit dem gemeinsamen Master-Studiengang „Pharmazeutische Biotechnologie“, den Universität und Hochschule seit 2010 erfolgreich gemeinsam anbieten.

Unipräsident Prof. Karl Joachim Ebeling an der Biberacher Hochschule. © Hochschule Biberach

Die Landesregierung will mit diesen Verbünden die Durchlässigkeit der verschiedenen Hochschulsysteme verbessern. Das Promotionskolleg Ulm/Biberach ist eines der acht kooperativen Promotionskollegs, die im Jahr 2011 durch das Land Baden-Württemberg bewilligt wurden. Inzwischen konnten alle zwölf Doktorandenstipendien vergeben werden - unlängst startete das Kolleg offiziell mit einer Auftaktveranstaltung am Biotechnologie-Standort der Hochschule Biberach.

Als „phantastisch" lobte der Ulmer Universitäts-Präsident Karl Joachim Ebeling das Lehr- und Forschungsgebäude seiner Biberacher Kollegen; allen Beteiligten gratulierte er zu der Entscheidung von 2011, hier ein kooperatives Promotionskolleg zu etablieren. Diese gute Basis habe „Aussicht auf Erfolg" und fördere die Sichtbarkeit von Exzellenz im Süden Deutschlands.

Ideale Bedingungen für Lehre und Forschung

Jürgen Hannemann, Dekan der Fakultät Biotechnologie, hob den „idealen Rahmen“ hervor, den die biotechnologische Lehre und Forschung in den Regionen Ulm und Biberach hätten, gehöre diese Region doch zu den stärksten Wachstumsregionen im Bereich der biopharmazeutischen Herstellung. Die Zusammenarbeit mit den ansässigen Unternehmen sei ebenso konsequent wie die Kooperation von Universität Ulm und Hochschule Biberach.

„Handverlesene Stipendiaten“ hätten ihre Forschungsarbeit bereits aufgenommen, beispielsweise Simon Fischer, Alumnus der Hochschule Biberach. Fischer absolvierte den Biberacher Bachelor-Studiengang Pharmazeutische Biotechnologie und qualifizierte sich in einem Master „Biomedical Engineering" weiter; im Anschluss daran erhielt er nun ein Stipendium für das kooperative Promotionskolleg an der Hochschule Biberach. Gemeinsam mit anderen Doktoranden untersucht er, was das Wachstum der Chinese-hamster ovary-(CHO)-Zelle beeinflusst. Diese Zelle wird nach wie vor am häufigsten in der biopharmazeutischen Herstellung eingesetzt. Fischers Forschungsfeld ist die Wirkung der sogenannten „micro-RNAs“.

Diese kurzen, einsträngigen 21 bis 23 Nukleotide umfassenden RNA-Moleküle spielen eine wichtige Rolle bei der komplexen Steuerung der Genexpression. Fast ein Drittel der menschlichen Gene wird von diesen kleinen RNA-Molekülen mitreguliert, so die vorherrschende Forschungsmeinung. Die hochkonservierten micro-RNAs, wovon bei Säugetieren inzwischen mehrere hundert identifiziert worden sind, spielen eine wichtige Rolle bei Entwicklungsprozessen wie der Bildung von Nerven-, Muskel-, Blut- und Herzzellen. Sind sie falsch reguliert, werden sie in Verbindung mit der Entstehung von Krankheiten gebracht.

Pionierarbeit: micro-RNAs und CHO-Zellen

Während erste Untersuchungen der Wirkung von micro-RNAs bei Krebszellen bereits durchgeführt wurden, steht die Untersuchung und Anwendung der micro-RNAs im Bereich der Wirkstoffherstellung durch CHO-Zellen noch am Beginn. Dieses Ziel haben sich nun die jungen Wissenschaftler gesetzt; ihre Ergebnisse sind von grundsätzlicher Bedeutung, um die Entstehung von Tumorzellen besser zu verstehen und den pharmazeutischen Herstellungsprozess zu optimieren. Damit seien die Forschungsarbeiten nicht nur aktuell, sondern auch vielseitig verwertbar, resümierte Fischer in einem anschaulichen Kurzvortrag bei der Auftaktveranstaltung.

„Der Erforschung der Rolle der micro-RNAs kommt als einem der aussichtsreichsten Forschungsbereiche eine hohe Bedeutung zu“. Dies betonte Kerstin Otte, Leiterin des Institutes für Pharmazeutische Biotechnologie der Hochschule Biberach und Betreuerin von Simon Fischer. Auch sie sieht in dem kooperativen Promotionskolleg für die Hochschule Biberach die Chance, „ihre exzellente Forschung sichtbar zu machen“.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/ulm-biberach-promotionskolleg-pharmazeutische-biotechnologie-foerdert-sichtbarkeit-der-exzellenz