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Ulm jetzt überregionales Zentrum im TraumaNetzwerk

Schwerverletzte brauchen in kürzester Zeit die beste medizinische Hilfe. 21 Kliniken der Region wollen das gemeinsam gewährleisten und ihre offizielle Anerkennung als „TraumaNetzwerk Ulm“ erreichen, wozu sich jede einzelne Klinik zertifizieren lassen muss. Bundesweit werden derzeit solche Netzwerke gegründet, die sich um ein „überregionales Traumazentrum“ gruppieren. In Ulm wird es vom Universitätsklinikum und dem Bundeswehrkrankenhaus gemeinsam getragen – und ist als eines der ersten in Deutschland zertifiziert worden.

Wie weit ist es vom Hubschrauberlandeplatz zum OP? Wie lange braucht das Ärzteteam bis es im Schockraum eintrifft, wo Schwerverletzte versorgt werden? Wie sind die Abläufe dort geregelt? Welche Geräte und weiteren Fachdisziplinen sind verfügbar? Die Gutachter der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie haben alles geprüft, bevor sie bestätigten, dass die Universitätsklinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie und die Sektion Notfallmedizin des Bundeswehrkrankenhauses (Abteilung Anästhesie) alle Kriterien als „Überregionales Traumazentrum“ erfüllen.

Schwerverletzte sollen besser versorgt werden

Prof. Florian Gebhard (links) und Oberstarzt Dr. Matthias Helm vor dem Ulmer Rettungshubschrauber Christoph 22. © UK Ulm

Die Anforderungen sind hoch, denn die Versorgung von Traumapatienten, wie Schwerverletzte im Medizinerjargon heißen, soll bundesweit verbessert werden, nachdem in jüngerer Vergangenheit Medien über Missstände berichtet hatten. Der Zusammenschluss verschiedener Kliniken soll nach Ansicht der Fachgesellschaft Versorgungslücken und Engpässe vermeiden und gleichzeitig für jeden Schwerstverletzten eine hochqualifizierte Akutversorgung sicherstellen - zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort in Deutschland.

„Ein wichtiges Ziel des TraumaNetzwerks ist, jeden Schwerverletzten in genau die Klinik zu bringen, die ihn am schnellsten am besten versorgen kann“, erläutert Florian Gebhard, Sprecher des TraumaNetzwerks und Ärztlicher Direktor der Uniklinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie.
„Welche Klinik im Netzwerk was leisten kann, wird durch die derzeit laufenden Zertifizierungen jeder einzelnen Einrichtung als Basisversorger oder regionales Traumazentrum transparent“, ergänzt Oberstarzt Matthias Helm, stellvertretender Sprecher und Leiter der Sektion Notfallmedizin am Ulmer Bundeswehrkrankenhaus.

Ulmer Zentrum kümmert sich um Schwerstverletzte

Das überregionale Traumazentrum in Ulm kümmert sich im TraumaNetzwerk vor allem um die besonders schweren Fälle. „Das sind heute beispielsweise immer mehr ältere Personen, die außer ihrer schweren Unfallverletzung auch noch an anderen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen oder Diabetes leiden“, erläutert Oberstarzt Helm. „Ihre Behandlung erfordert eine besondere technische Ausstattung und spezielle Kompetenzen“, ergänzt Gebhard. „Beides können wir durch die einmalige Kooperation von zwei großen Kliniken mit ausgeprägter Erfahrung und Tradition in der Unfallchirurgie und der Rettungsmedizin auf höchstem Niveau bieten.“

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