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Umsetzung der Empfehlungen des Innovationsrats

Am 3. Mai 2010 hat das Kabinett eine Reihe von Maßnahmen zur Stärkung der Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft beschlossen. Damit werden entsprechende Empfehlungen des Innovationsrats umgesetzt. Gesamtkosten: 21,5 Millionen Euro.

Ministerpräsident Stefan Mappus © Staatsministerium Baden-Württemberg

„Innovationen sind die Grundlage für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und damit für wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand. Die hervorragende Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft erhält den technologischen Vorsprung des Landes. Der Innovationsrat hat konkrete Empfehlungen gegeben, die dazu beitragen, diese Position zu sichern und auszubauen. Wir wollen diese Empfehlungen umsetzen. Damit unterstreichen wir den hohen Stellenwert, den die Landesregierung der Innovationspolitik beimisst.“ Dies sagte Ministerpräsident Stefan Mappus am 4. Mai 2010 in Stuttgart.

Ministerpräsident Mappus hob hervor, dass der schnelle Transfer von Forschungsergebnissen in marktreife Produkte die Basis des Wohlstands im Land bilde. „Baden-Württemberg ist nicht umsonst das Land mit den höchsten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, dem dichtesten Netz an Forschungseinrichtungen und dem größten Patentaufkommen in Deutschland“, so Ministerpräsident Mappus. „Diesen Vorsprung gilt es auch in Zukunft zu erhalten.“ Nach den Worten des Ministerpräsidenten folge das Land deshalb voller Überzeugung den Empfehlungen des Innovationsrates: „Wir wollen die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft und zwischen den Unternehmen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette intensivieren, wir wollen den Technologietransfer ausbauen und wir wollen die Potenziale von Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Ausbildung, Forschung und Entwicklung noch besser erschließen.“

Leuchtturmprojekt zur Stärkung und zum Ausbau des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim (3 Mio. Euro)

Die anwendungsorientierte Forschung des ZEW zur Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit wissensbasierter Volkswirtschaften in der Europäischen Union soll gestärkt werden. Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Dietrich Birk sagte: „Das ZEW soll als führendes europäisches Wirtschaftsforschungsinstitut international noch sichtbarer werden. Das Land wird das ZEW dabei unterstützen, seine wirtschaftspolitische Beratungskompetenz auszubauen und ein international orientiertes Programm für hoch qualifizierte Nachwuchswissenschaftler einzurichten.“

Einrichtung einer elektronischen Kommunikationsplattform (1,6 Mio. Euro)

Ein zukunftsweisendes Projekt sei auch die Schaffung einer Kommunikationsplattform zur Stärkung des Technologietransfers, für die insgesamt 1,6 Millionen Euro eingeplant seien. Ziel ist es, Wissen in der gesamten Breite vorhandener Technologien zugänglich zu machen und den Austausch von Informationen zum Innovationsgeschehen im Land zu erleichtern. Wirtschaftsstaatssekretär Richard Drautz erklärte: „Diese Plattform wird nachfrageorientiert ausgestaltet werden; Unternehmen sollen dort ihre technologischen Problemstellungen anonymisiert darstellen können und beim Zugang zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen unterstützt werden. Es ist beabsichtigt, die Ausschreibung für den Aufbau einer solchen Plattform in den kommenden Wochen vorzunehmen.“

Förderung von „Industrie auf dem Campus“-Projekten (5 Mio. Euro)

Es handelt sich dabei um neuartige Modelle des Wissenstransfers im Bereich der Zukunftstechnologien. Diese Kooperationen zeichnen sich nach den Worten von Staatssekretär Dr. Birk dadurch aus, dass Forscherinnen und Forscher aus Hochschulen und Unternehmen in einem Gebäude auf dem Hochschulgelände gemeinsam an verschiedenen Aspekten von industrierelevanten Forschungsprojekten arbeiten, deren Inhalte und Ziele gemeinsam festgelegt werden. „Dazu müssen geeignete Initiativen identifiziert werden, die in der Regel auf vorhandenen Kooperationen bzw. Kompetenzen in Hochschulen und Wirtschaft aufsetzen. Besonderes Augenmerk ist auf eine gemeinsam mit der Wirtschaft erfolgende strategische Ausrichtung zu legen, die der grundlegenden Verbesserung der Innovationsfähigkeit von Hochschulen und Wirtschaft dient.“

Kooperations- und Verbundforschungsprojekte (5 Mio. Euro)

Staatssekretär Drautz: „Es gilt, die hohe Innovationskraft unserer Wirtschaft zu erhalten. Daher ist es notwendig, ihre Beziehungen zur Wissenschaft zu intensivieren und durch raschen Transfer neuester Erkenntnisse ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken. Ein wichtiger Baustein dafür sind Verbundprojekte zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, in die insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen eingebunden werden sollen. Eine Ausschreibung ist in Vorbereitung: Mit themenoffenen, vorwettbewerblichen Projekten sollen vor allem im Aufbau befindliche Netzwerkaktivitäten auf den wichtigsten Technologiefeldern unterstützt werden.“

Gründung eines Kreativitäts- und Innovationsrings (0,4 Mio. Euro)

Ziel des Kreativitäts- und Innovationsrings ist es, einen interdisziplinären Transfer von Wissen und Erfahrungen zwischen Personen aus den Bereichen Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft anzuregen. Dazu sind vor allem Veranstaltungen und Wettbewerbe vorgesehen. Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Birk sagte dazu: „Um unsere Innovationskraft zu erhöhen, brauchen wir den intensiven Austausch aller kreativen Branchen und Disziplinen - dazu gehört auch die Kunst.“ Die Koordination werden die Akademie Schloss Solitude und das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe übernehmen.

Bereits angelaufen: MINT-Programme (6,5 Mio. Euro)

Bereits im Jahr 2009 wurde das Sofortprogramm für MINT-Absolventen im Wissenschaftsbereich beschlossen. „In diesem bundesweit einmaligen Programm wird qualifizierten MINT-Absolventen baden-württembergischer Hochschulen, die unmittelbar nach Abschluss ihres Studiums keinen Arbeitsplatz finden, eine zeitlich begrenzte Beschäftigungsmöglichkeit in der Hochschule angeboten“, so Dr. Birk. Eine gesonderte Linie in diesem Programm bilde die Förderung von Frauen in MINT-Berufen in Wirtschaft und Wissenschaft. Damit solle insbesondere die Erwerbsbeteiligung von Frauen in diesem Bereich deutlich erhöht werden.

Mittelbedarf 21,5 Millionen Euro

Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen ist ein Mittelbedarf von insgesamt 21,5 Millionen Euro in den Jahren 2010 und 2011 verbunden; insgesamt stehen 30,9 Millionen Euro zur Verfügung. „Über die Verlängerung des MINT-Programms wird nach Bedarf und nach einer Evaluierung entschieden. Außerdem können aus den restlichen Mitteln noch weitere Empfehlungen aus Arbeitsgruppen des Innovationsrats finanziert werden, die ihre Arbeit noch nicht abgeschlossen haben“, so Drautz und Dr. Birk. Die Mittel würden zur Verstärkung der Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft je hälftig für vom Innovationsrat vorgeschlagene Maßnahmen in den Geschäftsbereichen des Wirtschaftsministeriums und des Wissenschaftsministeriums eingesetzt. Außer bei der Förderung des ZEW werde davon ausgegangen, dass sich die Wirtschaft grundsätzlich an den Maßnahmen substantiell finanziell beteilige.

Der Innovationsrat wurde 2007 als Beratungsgremium der Landesregierung eingesetzt, um Empfehlungen für die Sicherung der Innovationsfähigkeit des Landes zu erarbeiten. Vertreten sind darin 50 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Kirchen, Sport und Medien sowie Kommunen, Verbänden, Kammern und Gewerkschaften.

Branchenübergreifende Arbeitsschwerpunkte des Innovationsrates waren die Themen „Fachkräfte“ und „Wissens- und Technologietransfer“. Der Innovationsrat hat zu diesen beiden Punkten Empfehlungen vorgelegt, die die Basis für den Beschluss der Landesregierung bilden.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/umsetzung-der-empfehlungen-des-innovationsrats