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UNI meets Pharma 2011: Neue Therapien im Dienste des Menschen

Mehr als 80 Wissenschaftler der Hochschulen, Vertreter von Unternehmen der regionalen Gesundheitsbranche sowie interessierte Bürger tauschten sich beim bodenseeweiten Branchentreff „3. UNI meets Pharma“ zu neuesten Entwicklungen für eine verbesserte Gesundheit aus. Geladen hatte das Netzwerk BioLAGO gemeinsam mit der Universität Konstanz. Neben neuen Produkten im Bereich der Medizintechnik, wurden auch Einsatzmöglichkeiten und Möglichkeiten für Biopharmazeutika vorgestellt.

Mehr als 80 Wissenschaftler, Unternehmensvertreter und interessierte Bürger nahmen an der 3. Auflage des Begegnungsforums „UNI meets Pharma“ des bodenseeweiten Netzwerks BioLAGO teil. © BioLAGO

Ob Insulin zur Behandlung von Diabetes oder Interferone bei Multipler Sklerose – sie alle bezeichnen Arzneistoffe, die in gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden und heute aus den Apotheken nicht mehr wegzudenken sind. Die sogenannten Biopharmazeutika sind das Gegenstück zu klassischen chemischen Wirkstoffen. In vielen Therapiefeldern finden sich keine therapeutischen Alternativen zu Biopharmazeutika. Maßgeblich geprägt hat ihre Entwicklung und Produktion der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim aus Biberach, der weltweit führend in diesem Bereich ist. „Wir suchen jedoch stets Kooperationen mit den kleinen und mittelständischen Firmen sowie den Hochschulen, auch hier am Bodensee“, sagte Prof. Rolf Werner, der als langjähriger Leiter der Biopharmazeutika-Sparte bei Boehringer als Pionier auf dem Gebiet gilt. Gentechnisch produzierte Medikamente sind weiterhin stark im Kommen und ein lukratives Geschäft. Allein im vergangenen Jahr verbuchte Boehringer Ingelheim bei der Auftragsproduktion von Biopharmazeutika Gesamterlöse in Höhe von 351 Millionen Euro.

Neue Entwicklungen für weitere Therapiefelder sind gefragt und die Grundlagenforschung an den Hochschulen ist ein wichtiger Baustein dafür, richtete Rolf Werner das Wort an die anwesenden Wissenschaftler der Universität Konstanz. „Die Bedingungen für exzellente Forschung in der Chemischen Biologie werden wir weiter verbessern“, entgegnete Prof. Ulrich Rüdiger als Rektor der Universität Konstanz in seiner Rede und wies auf die Fertigstellung eines neuen Laborgebäudes im Herbst 2012 hin, das insgesamt 75 Arbeitsplätze bieten wird.

Schonendere Behandlung von Hautkrebs und Unfruchtbarkeit

Keynote-Sprecher des diesjährigen UNI meets Pharma war Prof. Dr. Rolf G. Werner, Senior Vice President Strategic Biobusiness Asia der Boehringer Ingelheim GmbH. © BioLAGO

Beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer von der Vorstellung eines neuen Präzisions-Lasergerätes der Liechtensteiner Firma Pantec Biosolutions, das eine haargenaue und feinfühlige Verabreichung von Wirkstoffen über die Haut ermöglicht wie auch für ästhetische dermatologische Anwendungen einsetzbar ist. Dr. Christof Böhler, Geschäftsführer des Unternehmens, sprach über die erfolgreich abgeschlossenen klinischen Studien, in denen das Gerät zur Hormonbehandlung bei Patientinnen mit Empfängnisunfähigkeit sowie Hautkrebs-Betroffenen zum Einsatz kam. Böhler gab den Start der Markteinführung des handlichen Tischgeräts bekannt.

Claudia Mika von der Münchner Firma Wimasis stellte moderne Bild-Erhebungs- und Auswertungsverfahren vor, die für die biologische und pharmazeutische Forschung immer wichtiger werden, da sie beispielsweise erlauben, Tierversuche durch schnellere und elegantere in vitro-Verfahren zu ersetzen. Konstanz’ Oberbürgermeister Horst Frank betonte in seiner Grußadresse die Wichtigkeit der Zusammenarbeit der Hochschulen mit den Life-Science-Firmen am Bodensee, um hochqualifizierte Kräfte in der Region halten zu können und die wirtschaftliche Kraft der Firmen zu stärken.

Schlüsselrolle in der Region: Kleine und mittelständische Firmen

„Ideen aus dem Labor zum Markterfolg verhelfen“ – unter diesem Motto bringt das regionale Netzwerk für moderne Biowissenschaften BioLAGO jährlich Vertreter der Hochschulen und der Pharmazeutischen Industrie am multinationalen Bodensee zum gegenseitigen Austausch zusammen. Der Vorsitzende von BioLAGO, Prof. Klaus P. Schäfer, wies darauf hin, dass die Lebenswissenschaften in der Region von vielen mittleren und kleineren Unternehmen getragen werden und dass deren Unterstützung eine der wichtigsten Aufgaben des Clusters sei.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/uni-meets-pharma-2011-neue-therapien-im-dienste-des-menschen