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Uni Stuttgart und Oncomatrix starten Forschungskooperation

Das spanische Biopharmazeutik-Unternehmen Oncomatrix und die Universität Stuttgart haben einen Forschungskooperationsvertrag abgeschlossen, um neue Immuntherapeutika mit spezifischer, tumorgerichteter Aktivität zu entwickeln, die minimale Nebenwirkungen auf gesundes Gewebe aufweisen sollen. Die im Baskenland ansässige Firma entwickelt Konzepte und neue Medikamente für die Therapie metastasierender Tumoren, mit Schwerpunkt auf Brust-, Blasen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. An der Universität Stuttgart wird die Forschungskooperation vom Institut für Zellbiologie und Immunologie der Universität Stuttgart mit seinen Abteilungen Biomedical Engineering (Prof. Roland Kontermann) und Zellbiologie (Prof. Klaus Pfizenmaier) durchgeführt.

Struktur eines Immunotoxins. Die grünen Bereiche zeigen das toxische Prinzip, die blauen und roten den Antikörper. © Universität Stuttgart

Die Zusammenarbeit beinhaltet die gentechnische Entwicklung von hoch wirksamen Immuntherapeutika, die spezifisch die umgebenden Gewebezellen von bösartigen Krebszellen ansteuern und dort ihre zytotoxische Wirkung entfalten. Diese nicht-tumorösen Gewebezellen bilden das so genannte Tumorstroma. Sie fördern durch Botenstoffe oder Oberflächenmoleküle das Tumorwachstum und die Bildung von Tochtergeschwülsten. Das Tumorstroma entwickelt sich parallel mit den eigentlichen Krebszellen und kann, je nach Tumor und Stadium der Erkrankung, bis zu 90 Prozent der Tumormasse eines Karzinoms ausmachen.

Mit den zu entwickelnden Immuntherapeutika soll somit indirekt das Tumorwachstum gehemmt und insbesondere die Metastasierung von Tumorzellen verhindert werden. Der Ansatz besteht darin, einen spezifischen Antikörper mit einem toxischen Molekül fest zu verknüpfen – ein sogenanntes Immunkonjugat. Im ersten Schritt werden die Kooperationspartner geeignete Obeflächenmoleküle der nicht-tumorösen Bindegewebs- oder Tumorgefäßzellen auswählen, die nur von diesen, aber nicht von Gewebezellen außerhalb des Tumorstromas gebildet werden. Die zweite Herausforderung besteht darin, einen humanen oder humanisierten Antikörper zu produzieren, der diese Zielstrukturen auf den Zellen des Tumorstromas spezifisch erkennt und die Aufnahme des Immunkonjugats in die Zielzelle bewirkt, wo dieses seine hochzytotoxische Wirkung entfalten kann.

Oncomatrix geht mit dem Stroma-spezifischen Immuntoxin-Konzept einen neuen Weg in der Krebstherapie mit dem letztendlichen Ziel, eine neue Generation zielgerichteter Therapeutika zu entwickeln, die für eine Vielzahl solider Tumore Anwendung finden kann, aber besonders bei stark metastasierenden Krebsarten vorteilhaft gegenüber Standardtherapien sein könnte.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/uni-stuttgart-und-oncomatrix-starten-forschungskooperation