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Uni Ulm und Hochschule Biberach bieten gemeinsam Master an

Der 2006 an der Biberacher Hochschule gestartete Studiengang Pharmazeutische Biotechnologie setzt neue Modelle der Zusammenarbeit in Gang. Jetzt gaben die Hochschule Biberach und die Universität Ulm bekannt, dass sie ab dem Sommersemester 2010 gemeinsam den Masterstudiengang Pharmazeutische Biotechnologie anbieten. Bewerbungsschluss ist der 15. Januar, teilen beide Hochschulen mit.

Die ersten Absolventen des Biberacher Bachelor-Studiengangs werden im Frühjahr ihren Abschluss machen. Sie können wählen zwischen Berufseinstieg oder einer Bewerbung zum neuen Master-Studiengang. Zehn Studienplätze werden künftig pro Sommer- wie Wintersemester angeboten, Hochschule und Universität übernehmen die Lehrveranstaltungen zu gleichen Teilen.

Außer den Absolventen des Bachelor-Studienganges Pharmazeutische Biotechnologie der Hochschule Biberach können sich Absolventen der Studiengänge Biochemie und Molekulare Medizin der Universität Ulm sowie Absolventen anderer Studiengänge mit vergleichbaren Studieninhalten für das neue Master-Angebot bewerben.

Vier Semester beginnen mit Bioprozesstechnik

Absolventen mit einem sechssemestrigen Bachelor erreichen den Master-Abschluss in vier Semestern. In einem so genannten Übergangssemester an der Hochschule Biberach bearbeiten die Studierenden zunächst den Themenschwerpunkt Bioprozesstechnik wie beispielsweise Zellkultur, Fermentation und Proteinaufreinigung. Für Absolventen mit einem siebensemestrigen Bachelor, wie dem der Pharmazeutischen Biotechnologie an der Hochschule Biberach, entfällt das Übergangssemester.

Im zweiten Semester an der Hochschule Biberach liegt der Schwerpunkt auf der in der pharmazeutischen Industrie außerordentlich nachgefragten Qualitätssicherung sowie auf praxisnahen Laboranwendungen in Fermentation, Downstream Processing und Analytik. Einige dieser Laborprojekte werden unter „Good Manufacturing Practice“-Bedingungen durchgeführt.

Uni und Hochschule betreuen gemeinsam Promotionen

Die Universität Ulm behandelt Themen wie Stammzellen und regenerative Medizin, Impfungen, Impfstoffe und Impfstrategien. Im abschließenden vierten Semester verfassen die Studierenden ihre Master-Thesis, die sie über Teilaspekte von Forschungsprojekten der Hochschule sowie der Universität schreiben können oder zu aktuellen Fragestellungen der Industrie. Dieser gemeinsame Master-Abschluss von Hochschule und Universität berechtigt zur Promotion; gleichzeitig regelt der Kooperationsvertrag, dass die Fakultät Pharmazeutische Biotechnologie der Hochschule Biberach künftig in Zusammenarbeit mit der Universität Ulm Promotionen betreuen und entsprechend Doktoranden beschäftigen kann.

Gründungsdekan Prof. Dr. Jürgen Hannemann freute sich über die Genehmigung des Master-Studienganges, womit die Fakultät in der Lage sei, „ihr erfolgreiches Studienangebot im Bereich der Herstellung von Arzneimitteln und pharmazeutischen Wirkstoffen zu erweitern.“ Für das laufende Berufungsverfahren für das Lehrgebiet „Qualität in der pharmazeutischen Herstellung“ liegen nach Hannemanns Worten exzellente Bewerbungen aus der pharmazeutischen Industrie vor.

Vertreter der regionalen Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim und Rentschler, die den Studiengang an der Hochschule Biberach wesentlich mitfinanzieren, strichen die Notwendigkeit dieses anwendungsnahen Studiengangs zur Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Landes Baden-Württtemberg auf dem Feld der Biotechnologie heraus.

Wirtschaft baut auf Master-Absolventen

Die Umsetzung des auf die Entwicklung und Herstellung komplexer therapeutischer Biomoleküle ausgerichteten Studiengangs sei von Seiten der Wirtschaft immer gefordert worden und nehme jetzt erfreulicherweise konkrete Strukturen an, lobte Dr. Nikolaus Rentschler, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma. Das Laupheimer Unternehmen verspreche sich „aus den Synergien der akademischen Universitäts- und der praxisorientieren Hochschulausbildung qualifizierte und kreative Mitarbeiter. Dabei setze man in erster Linie auf Studienabgänger mit Masterabschluss, so dass ein rascher Ausbau der derzeit zehn Masterstudienplätze anzustreben sei. „Der europaweit einzigartige Biotechnologie-Standort zwischen Ulm-Laupheim-Biberach-Ravensburg bietet hierfür exzellente Bedingungen“, sagte Rentschler.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/uni-ulm-und-hochschule-biberach-bieten-gemeinsam-master-an