zum Inhalt springen
Powered by

Universitätsklinikum Freiburg koordiniert begehrtes Schwerpunktprogramm der DFG

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat einen von der Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Freiburg und des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg koordinierten Verbundantrag bewilligt. Gefördert wird nun eines von nur 18 neuen „Schwerpunktprogrammen“ des Jahres 2009.

In Freiburg war Prof. Dr. med. Michael Lübbert, Abteilung Hämatologie/Onkologie, federführend als Koordinator beteiligt, in Heidelberg der Epigenetiker Prof. Dr. med. Christoph Plass. 61 Verbundprojekte aus der ganzen Republik waren eingereicht worden. Diese Forschungsförderung ist besonders attraktiv, da sie, im Gegensatz zu „Sonderforschungsbereichen“ der DFG, die Kompetenz von Forschungsgruppen an verschiedenen Standorten in ganz Deutschland vernetzen kann und soll.

Das gemeinsam von Freiburg und Heidelberg konzipierte Projekt erhält für zunächst drei Jahre 6 Millionen Euro. Im Jahr 2010 werden die Projektgruppen ihre Arbeit aufnehmen.

Der Leitende Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Prof. Dr. Wolfgang Holzgreve freut sich: „Dieser Erfolg ist ein erneuter Beweis für die bedeutende Forschungsarbeit, die an unserem Universitätsklinikum geleistet wird. Die „Exzellenzuniversität“ Freiburg erhält hiermit eine weitere Auszeichnung als Standort für Spitzenforschung auch mit dem wissenschaftlich aktuellen Schwerpunkt Epigenetik."

Das neue Schwerpunktprogramm zum Thema „Epigenetische Regulation der normalen Hämatopoese und ihre Störung bei myeloischen Neoplasien" untersucht den Zusammenhang zwischen gesunder Blutbildung und Erkrankungen des blutbildenden Systems. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Leukämiebiologie und Leukämietherapien. Dabei geht es vor allem um „epigenetische“ Veränderungen innerhalb von Zellen, also um Veränderungen, die im genetischen Code nicht festgelegt und somit in der fixierten, „starren" Information der DNA nicht enthalten sind. Sie steuern beispielsweise die Ausreifung und das Wachstum von Zellen oder deren Anpassung an Stresszustände. Erst in den letzten Jahren ist die umfassende Bedeutung der epigenetischen Mechanismen durch die Entwicklung neuer molekularbiologischer Methoden bekannt geworden. Denn diese erlauben es, die epigenetischen Veränderungen zu messen.

Ziel des geförderten Projekts ist es, die bestehenden Forschungsaktivitäten im Feld der epigenetischen Therapie und der molekularen Mechanismen epigenetischer Genregulation zu bündeln und auf diese Weise möglichst schnell neue Therapieansätze voranzutreiben. „From the bench to the bedside – and back“ nennt die Forschung das gerne. So ist in dem bereits konstituierten interdisziplinären Netzwerk eine umfassende Expertise für die Untersuchungen epigenetischer Veränderungen in Leukämie- und Prä-Leukämiezellen vorhanden. Das Netzwerk besteht aus 19 Universitäten in neun Bundesländern, der Schweiz und Großbritannien. Die Expertise wird in der Untersuchung von Zelllinien und Tiermodellen sowie im Rahmen von klinischen Studien Anwendung finden. Mit sogenannten epigenetisch aktiven Substanzen - Medikamenten, die schon in der Behandlung von Prä-Leukämien und einer Form von malignem Lymphom eingesetzt werden - soll das gestörte Zellwachstum maligner Zellen durch „Reprogrammierung" kontrolliert werden. Dies ist ein therapeutischer Ansatz, der deutlich weniger Nebenwirkungen hat als die konventionelle Chemotherapie. Gerade in den letzten Jahren hat er stark an Bedeutung gewonnen hat, da die gute Verträglichkeit eine Behandlung auch älterer Patienten erlaubt.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/universitaetsklinikum-freiburg-koordiniert-begehrtes-schwerpunktprogramm-der-dfg