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Varionostic entwickelt Test für Dickdarmkrebs

Der Ulmer Bioanalytik-Anbieter varionostic hat zusammen mit dem Institut für Pathologie des Ulmer Universitätsklinikums einen Nachweis von Mutationen des K-RAS-Gens entwickelt. Der Test lässt sich als ergänzendes Hilfsmittel bei der Therapiewahl für Dickdarmkrebspatienten einsetzen und zwar für eine neue spezifische, vom Mutationstyp dieses Onkogens abhängige Tumorbehandlung.

Das mit dem wissenschaftlichen Partner entwickelte Verfahren erkennt „eindeutig alle relevanten Mutationen der Codons 12 und 13“ und hat beim aktuellen Ringversuch der Deutschen Gesellschaft für Pathologie die maximale Punktzahl erreicht, berichtet varionostic-Geschäftsführer Uwe Gerstenmaier.

Erstmals Nachweis für alle Mutationen des K-RAS-Gens

Varionostic-Geschäftsführer Uwe Gerstenmaier. (Foto: varionostic GmbH)
Damit stehe erstmals ein preisgünstiges und sicheres Nachweisverfahren für alle relevanten und möglichen Mutationen zur Verfügung. Der Ulmer Test weist nicht nur die üblichen sieben detektierbaren Mutationen nach, sondern erstreckt sich auf alle zwölf, darunter sehr seltene. Der Ulmer Anbieter will den Test mit genspezifischen Methylierungsanalysen kombinieren. Hierzu werden ausgewählte Gene und deren Methylierungsmuster untersucht mit dem Ziel, ein noch genaueres Bild der Zusammenhänge bei der Krebsentstehung zu liefern.

Nicht mutierte K-RAS-Gene sprechen besser auf Antikörper an

Onkologe Prof. Dr. Thomas Seufferlein. (Foto: Pytlik)

Mutierte K-RAS-Gene sind an einer Vielzahl von Tumorerkrankungen wie des Dickdarms, der Lunge oder der Bauchspeicheldrüse beteiligt. Erst im Frühjahr hatte der Ulmer Onkologe Thomas Seufferlein auf dem Deutschen Krebskongress Ergebnisse von drei Studien vorgestellt. Danach könnten Dickdarmkrebspatienten, deren K-RAS-Gen keine Veränderung aufwies, von einer Therapie beim metastasierten kolorektalen Karzinom mit monoklonalen Antikörpern eher profitieren als Patienten mit mutiertem K-RAS-Gen.
Die mutierte Form des K-RAS-Gens lässt sich nach Seufferleins Angaben bei 30 bis 40 Prozent der Dickdarmkrebspatienten nachweisen.

In Deutschland erkranken nach Angaben der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister und des Robert-Koch-Instituts schätzungsweise 37.000 Männer und 36.000 Frauen an Krebs des Dickdarms, Mastdarms oder Enddarms. Damit steht diese Tumorart auf dem zweiten Platz, sowohl bei der Häufigkeit als auch bei der Statistik der Krebstodesursachen. Die Sterblichkeitsrate an Dickdarmkrebs sinkt allerdings stetig.

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