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Weitere Unterstützung für Biotechnologie-Institut Thurgau an der Universität Konstanz

Das in der Krebsforschung tätige Biotechnologie-Institut Thurgau (BITg) in Kreuzlingen, Schweiz, wird vom Bund in den nächsten vier Jahren mit insgesamt 2,7 Mio. Franken unterstützt. Der Entscheid des Eidgenössischen Departementes des Innern (EDI) ist auch als Anerkennung für die wissenschaftliche Qualität der Arbeit zu werten, die an diesem An-Institut der Universität Konstanz geleistet wird.

Die für den Zeitraum 2013 bis 2016 zugesprochenen Beiträge an das BITg hat das EDI auf der Grundlage von Artikel 16 des Forschungs- und Innovationsförderungsgesetzes (FIFG) bewilligt. Dem Entscheid auf Antrag des Staatssekretariates für Bildung und Forschung (SBF) vorausgegangen war eine eingehende Evaluation des BITg durch den Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierat (SWTR), die unter anderem auch die Begutachtung durch ausländische Experten umfasste.

Die für diese Art der Forschungsförderung bereitstehenden Mittel sind Bestandteil der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) in den Jahren 2013 bis 2016, die von den Eidgenössischen Räten dieses Jahre verabschiedet worden ist. Gemäß Botschaft handelt es sich bei den unterstützten außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie dem BITg „um profilierte Institutionen, die Forschungsleistungen erbringen, welche im internationalen Vergleich von hoher Qualität sind“.

Bereits die dritte Förderperiode

Freuen sich über die Unterstützung und Anerkennung des Bundes für das Biotechnologie-Institut Thurgau (von rechts): die drei Gruppenleiter Dr. Hesso Farhan, Prof. Dr. Daniel Legler und Prof. Dr. Marcus Groettrup sowie stellvertretend auch für alle anderen am BITg Tätigen die langjährigen Mitarbeitenden Dr. Edith Uetz-von Allmen und Dr. Michael Basler. © Biotechnologie-Institut Thurgau

Das BITg, das 1999 gegründet worden ist und seit 2005 von Prof. Dr. Daniel Legler geleitet wird, war bereits in den beiden letzen Vierjahresperiode von 2004 bis 2007 und 2008 bis 2011 sowie im Zwischenjahr 2012 vom Bund mit jährlich 400.000 bis 550.000 Franken unterstützt worden. Es wird vom Kanton Thurgau über seine Stiftung für Wissenschaft und Forschung (TSWF) getragen. Der jetzt zugesagte Beitrag des Bundes setzt eine komplementäre Grundfinanzierung durch den Kanton voraus.

Ebenso von grundlegender Bedeutung ist die enge Kooperation des BITg mit der Universität Konstanz, die dieses Jahr ihren Erfolg in der Exzellenz-Initiative bestätigen konnte. Das BITg ist offizieller Partner der Graduiertenschule „Chemische Biologie“, einer der vier Eckpfeiler der Exzellenz-Initiative. Von den Angeboten und den vergebenen Stipendien der Graduiertenschule profitieren insbesondere auch Doktoranden, die am BITg arbeiten. Die Anbindung an die Universität Konstanz ist einerseits durch den Lehrauftrag von Prof. Dr. Daniel Legler und andererseits über den Lehrstuhl für Immunologie von Prof. Dr. Marcus Groettrup, der einen Teil seiner Arbeitsgruppe am BITg hat, sichergestellt.

Krebsforschung auf höchstem Niveau

Am Biotechnologie-Institut Thurgau (BITg) arbeiten drei Forschergruppen, die sich mit anwendungsorientierter Grundlagenforschung zur Entstehung und Behandlung von Krebs befassen. Die Forschergruppe von Institutsleiter Prof. Dr. Daniel Legler erforscht hauptsächlich, wie Immunzellen via Blut- und Lymphgefäße durch den gesamten Körper wandern, um Pathogene (wie Viren und entartete Krebszellen) zu finden und zu beseitigen. Ferner geht die Forschergruppe der Frage nach, wie Krebszellen sich vom Entstehungsort loslösen und gezielt in andere Gewebe einwandern, um dort Ableger, sogenannte Metastasen, zu bilden. Interessanterweise wird die Wanderung von Immunzellen und Krebszellen, die Metastasen bilden, von denselben Botenstoffen gesteuert. Es geht nun darum herauszufinden, wie kleine Unterschiede in der Zellwanderung genutzt werden können, um gezielt Krebszellen von der Wanderung abzuhalten, ohne die Immunzellen zu beeinträchtigen. Die Rezeptoren, die die Botenstoffe erkennen, gehören zur Klasse der sogenannten G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCR), für deren Entdeckung und Strukturaufklärung der diesjährige Nobelpreis für Chemie vergeben wurde.

Die Forschergruppe um Prof. Dr. Marcus Groettrup und Dr. Michael Basler erforscht in Kooperation mit einer Firma in den USA den Wirkmechanismus eines Inhibitors des Immunproteasoms. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass der Immunproteasom-Inhibitor autoimmune Erkrankungen wie Multiple Sklerose und Rheumatoide Arthritis im Mausmodell unterdrücken kann. Dr. Annette Aichem aus derselben Gruppe untersucht, wie Eiweiße in Immunzellen für deren Abbau markiert werden. Die Nachwuchsgruppe von Dr. Hesso Farhan schließlich geht der Frage nach, wie der sogenannte Golgi-Apparat, der für die Ausschüttung von Eiweißen aus der Zelle verantwortlich ist, die Wanderung von Zellen, insbesondere von Krebszellen, beeinflusst.

Die Forschungsresultate des BITg werden laufend in hochrangigen Fachzeitschriften veröffentlicht und finden national und international große Beachtung.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/weitere-unterstuetzung-fuer-biotechnologie-institut-thurgau-an-der-universitaet-konstanz