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Werner Siemens Imaging Center und Radiopharmazie erhalten hochmoderne Gebäude

Das Werner Siemens Imaging Center an der Universität Tübingen erhält ein neues Forschungsgebäude: Bei einem Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Abteilung für Präklinische Bildgebung und Radiopharmazie wurden die 700 Quadratmeter großen Gebäude mit Labor- und Büroflächen offiziell übergeben. Die Schweizer Werner Siemens-Stiftung, die den Forschungsbereich seit fast zehn Jahren unterstützt, hat den Neubau im Rahmen einer großzügigen Spende finanziert und anlässlich ihres 90-jährigen Bestehens weitere acht Millionen Euro für Infrastruktur zur Verfügung gestellt.

Mit Landes- und Bundesmitteln konnten zudem hochmoderne Geräte wie ein optisches Bildgebungsgerät und ein 7 T Kernspintomograph angeschafft werden. Darüber hinaus wurde heute die neue Radiopharmazie-Einheit des Universitätsklinikums Tübingen an die Nutzer übergeben. Das Universitätsklinikum hat in diese für Forschung und Krankenversorgung zentrale Serviceeinrichtung rund sechs Millionen Euro investiert und besitzt nun die europaweit modernste Einrichtung mit höchsten Standards für Patienten und Forschung.

Das Werner Siemens Imaging Center beschäftigt 55 wissenschaftliche und technische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und schlägt eine Brücke zwischen biomedizinischer Forschung und Bildgebungswissenschaften (Imaging Science), die sich mit der Weiterentwicklung diagnostischer Technologien wie der Magnetresonanztomographie (MRT), der Positronenemissionstomographie (PET) oder kombinierter Systeme beschäftigen.
Die  Arbeitsgruppe von Professor Bernd Pichler (Abteilung für Präklinische Bildgebung und Radiopharmazie) entwickelte in Pionierarbeit das weltweit erste präklinische und klinische kombinierte PET/MR-System, das eine bessere Diagnose von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer ermöglicht.
Erfolgreiche grundlagenwissenschaftliche Studien dazu werden derzeit in klinische Studien überführt. Zudem arbeiten die Wissenschaftler im Bereich der Tumorforschung (wie entstehen Metastasen und wie verbessert Immuntherapie die Heilungschancen?), der immunologischen Forschung (Entzündung und Autoimmunerkrankungen) und der Infektionsforschung (beispielsweise Pilzerkrankungen bei Transplantationspatienten).

Mit der neuen GMP-Radiopharmazie-Einheit werden in Zukunft nicht nur das Universitätsklinikum sondern auch Kliniken und private ärztliche Praxen im Umkreis von Tübingen täglich mit radioaktiven Substanzen für die Diagnostik versorgt. Mit solchen radioaktiv markierten Substanzen lassen sich in der PET-Anwendung kleinste Tumorherde oder neurodegenerative Erkrankungen frühzeitig erkennen.
Das Arzneimittelgesetz in Deutschland sowie EU-Bestimmungen fordern hierfür eine Produktion auf höchstem pharmazeutischem Standard. Deshalb ist die Good Manufacturing Practice (GMP) mittlerweile Grundvoraussetzung für eine moderne Hochschulmedizin.

Die Bildgebung ist eine der herausragenden wissenschaftlichen Schwerpunkte der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen und ein Leuchtturm der Exzellenzinitiative. Die Werner Siemens-Stiftung finanziert diesen Forschungsbereich bereits seit 2007, unter anderem mit der Stiftungsprofessur von Professor Pichler und der Einrichtung eines Graduiertenkollegs.

Baudaten:
Forschungsgebäude (Werner Siemens Imaging Center)
Architekten + Partner Schmitt Dannien Hofmann, Tübingen
Gesamtkosten: Bau und Einrichtung: 4,915 Mio €
Baubeginn: Juni 2013
Einzug der Nutzer: November 2014

GMP-Radiopharmazie-Einheit (Universitätsklinikum)
Architekten Koppenhöfer + Partner GmbH | Architects Engineers General Planners
Gesamtkosten: 5,98 Mio €
Baubeginn: Mai 2011
Einzug der Nutzer, Probebetrieb: September 2013

Weitere Informationen zu diesem Beitrag:
Prof. Dr. Bernd Pichler
Universität Tübingen
Radiologische Universitätsklinik
Abteilung für Präklinische Bildgebung und Radiopharmazie
Werner Siemens Imaging Center
Tel.: 07071/29-83427
E-Mail: bernd.pichler(at)med.uni-tuebingen.de

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/werner-siemens-imaging-center-und-radiopharmazie-erhalten-hochmoderne-gebaeude