zum Inhalt springen
Powered by

Wie sehen wir scharf?

Unser Auge sieht scharf, indem es die Brechkraft der Augenlinse mit Hilfe von Muskel und Bändern verändert. Welche genauen Mechanismen dahinter stecken, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Auch die Messung der Akkomodation stellt eine Herausforderung dar. Dieser stellt sich eine Forschungsgruppe des International Vision Correction Research Centre (IVCRC) der Universitäts-Augenklinik Heidelberg um Professor Gerd U. Auffarth und Professor Krzysztof Palczewski, Case Western Reserve University, Cleveland, Ohio. Unterstützt wird das Projekt durch die Klaus Tschira Stiftung

Prof. Gerd U. Auffarth, Dr. h.c. Klaus Tschira, Prof. Krzysztof Palczewski © Klaus Tschira Stiftung

Für die meisten jungen Menschen selbstverständlich: Ihre Augen können sowohl nahe als auch ferne Gegenstände problemlos scharf sehen. Mit zunehmendem Lebensalter verliert das Auge diese Fähigkeit, in der Medizin Akkomodation genannt, für Objekte im Nahbereich. Zum Zeitungslesen wird dann beispielsweise eine Brille benötigt.

Im Rahmen des Projekts untersuchen die Augenspezialisten sowohl Menschen mit gesunden Augen als auch Patienten mit implantierten Kunstlinsen. Kunstlinsen ersetzen zum Beispiel trübe Augenlinsen, die durch die Erkrankung „Grauer Star" entstanden sind. Von Vorteil für die Patienten wäre, wenn die Kunstlinsen neben einer klaren Sicht zusätzlich auch die Fokussierung in Nähe und Ferne ermöglichen könnten. Die Universitäts-Augenklinik Heidelberg ist eines der Zentren weltweit, die sich intensiv mit der Weiterentwicklung und Testung von solchen Kunstlinsen beschäftigen. Bei ihrer Studie hilft ihnen nun das neue Wellenfrontmessgerät zur objektiven Messung der Akkomodation speziell von Kunstlinsenimplantaten. Mit den Ergebnissen wollen die Heidelberger Ärzte  auch die Entwicklung von innovativen Kunstlinsen zur Behandlung der Alterssichtigkeit vorantreiben. Das Projekt trägt den Titel „Dynamic Stimulation Aberrometry: Objektive Akkommodationsmessung in phaken und pseudophaken Augen".

Die ersten Studien konnten bereits bei speziellen Intraokularlinsen objektiv gemessen eine gute Fern- und Nahsicht nachweisen. Hierbei handelt es sich um optische Systeme bestehend aus zwei Linsen, die ins Auge implantiert werden. In einer Langzeitstudie werden die Patienten nun im sechsten Jahr nachbeobachtet. Andere Systeme sind als vergrößernde Sehhilfe, z.B. im Rahmen von Makulaleiden, einsetzbar.

Die Klaus Tschira Stiftung unterstützt dieses Projekt seit 2007 bis 2011 durch die Finanzierung einer Studie und eines neuartigen Gerätes zur Messung der Akkomodation.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/wie-sehen-wir-scharf