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Wirtschaftsministerium bewilligt ILM weitere Mittel

Für die Erneuerung und Erweiterung der Geräteausstattung im Jahr 2010 hat das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg dem Institut für Lasertechnik in der Medizin und Messtechnik (ILM) Ulm weitere Mittel in Höhe von 582.000 Euro aus dem im Rahmen des Konjunkturprogramms des Bundes aufgelegten Zukunftsinvestitionsprogramm bewilligt.

Das ILM - eines von zwölf Instituten der angewandten Forschung in der Innovationsallianz Baden-Württemberg - hatte bereits im vergangenen Jahr für Beschaffungen in zwei Tranchen 335.000 Euro und 283.000 Euro aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm erhalten. Die Mittel stammen zu 75 Prozent vom Bund und zu 25 Prozent vom Land.

Mit der aktuellen Förderung kann das ILM dringend notwendige Geräte ersetzen und neu beschaffen. „Die Anschaffungen erfolgen in Arbeitsbereichen, die in der Zukunftsstrategie des Instituts als Schwerpunktbereiche ausgewiesen sind“, erklärte Wirtschaftsminister Ernst Pfister. „Diese Investitionen ermöglichen es dem ILM, die Leistungsfähigkeit in seinen Kernkompetenzfeldern zu stärken und die Wahrnehmbarkeit nach außen zu verbessern.“

Mehr Möglichkeiten im Spektralbereich

Der Direktor des Ulmer ILM, Prof. Dr. Raimund Hibst © ILM

Mit den Zuwendungen kann das ILM eine Vielzahl von Geräten anschaffen. So erweitern nach Angaben von Institutsleiter Raimund Hibst neue Laser wie Weißlicht-Faserlaser, UV-Laser und Pikosekunden-Laser die Möglichkeiten des Ulmer An-Instituts im Spektralbereich erheblich; ein moderner Nd:YVO4-Festkörper-Laser ersetzt alte, zum Teil defekte energieintensive Ionenlaser. Mit den Mitteln kann das ILM Laborausrüstung, die teilweise noch aus der Grundausstattung stammte, ersetzen und diese mit modernsten Geräten, insbesondere im Bereich Biologe (Beispiel: Durchfluss-Zytometer) ergänzen.
Dasselbe gilt für das Lasertherapiezentrum, das eine Reihe von Spektrometern und Detektoren, unter anderem für den Schwerpunktbereich Gewebe- und Materialoptik, erhalten hat.

Ebenfalls mit der aktuellen Förderung erweitert wurde die Schwerpunkttechnologie „Wärmemesstechnik", unter anderem die Ausstattung für ein Kalibrierlabor, eine rund 100.000 Euro teure Ultrahochgeschwindigkeitskamera eröffnet neue Möglichkeiten für die Analyse von schnellen Vorgängen, zum Beispiel bei Analyse und Optimierung von medizinische Therapieverfahren, sie lässt sich auch für schnelle Messtechnik einsetzen.

Außerdem wird ein kleinerer Anteil der Mittel genutzt, um durch moderate Umbaumaßnahmen aus bisher nur schlecht nutzbaren Flächen im Kern des Gebäudes am Ulmer Eselsberg Laborflächen zu schaffen. Dadurch lassen sich Labors zu Büros rückverwandeln und ermöglichen weiteres personelles Wachstum des ILM.

Erweiterte Kompetenzen sollen Wachstum sichern

Das national und international renommierte Institut zeichnet sich durch eine einmalige Kombination von technisch-physikalischer Kompetenz im Laserbereich mit medizinisch-klinischer Anwendung aus. Ein Forschungsschwerpunkt des ILM ist die Entwicklung schonender und kostengünstiger Diagnose- und Therapieverfahren in der Medizin. Künftig wird sich das Institut noch stärker im Bereich der optischen Technologien engagieren.

Die ursprüngliche Kernkompetenzen „Lasermedizin“ und „Lasermesstechnik“ reichen nach Hibsts Worten für ein Wachstum nicht aus. So hat sich das ILM in den letzten Jahren technologisch weiterentwickelt und Kompetenzen zu allgemein optischen Verfahren für die Medizin und technische Anwendungen aufgebaut. „Allgemein streben wir an, eine für die Medizin entwickelte Technologie synergistisch auch für andere Geschäftsfelder, wie die Oberflächenanalyse und -messtechnik oder den im Aufbau begriffenen Bereich Optische Analytik, zu nutzen.“

„Unverzichtbarer Partner für KMU“

Eine besondere Stärke des ILM ist es, den gesamten Innovationsprozess von der Idee über die Umsetzung bis hin zur fertigen Anwendung am Institut vorhalten zu können. „Mit seinem Forschungs- und Dienstleistungsangebot ist das ILM ein unverzichtbarer Partner vor allem für kleine und mittlere Unternehmen, die aufgrund des hohen Kostendrucks keine eigenen Forschungskapazitäten vorhalten können, aber dennoch ständig neuen Anforderungen gerecht werden müssen“, so der Minister.

Ohne Rückgriff auf Forschungsnetzwerke sei es den kleinen und mittleren Unternehmen nicht möglich, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Deshalb würden wirtschaftliche Forschungsinstitute wie das ILM dringender denn je gebraucht.

„Die wirtschaftsnahe Forschung außerhalb der Universitäten trägt erheblich zur Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Land bei. Die Leistungsfähigkeit dieser Forschungseinrichtungen sicherzustellen, ist wesentliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Technologietransfer in Baden-Württemberg“, so Ernst Pfister.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/wirtschaftsministerium-bewilligt-ilm-weitere-mittel