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Zahlen des ersten Halbjahres: Die erwartete Delle

Erwartungsgemäß geringere Erlöse erwirtschaftete das deutsche Pharma-Unternehmen Boehringer Ingelheim im ersten Halbjahr 2010. Wie der Konzern mitteilte, sanken die Erlöse um rund fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Währungsbereinigt fielen die Gesamterlöse von 6,388 Mrd. Euro auf 6,207 Mrd. Euro.

Der Rückgang ist nach Angaben des Unternehmens „im Wesentlichen“ auf die bekannten Patentabläufe von Medikamenten in den USA sowie auf die Beendigung von Kooperationsverträgen zurückzuführen. Dies hatte Boehringer Ingelheim bereits im vorigen Jahr angekündigt. Hierbei handelt es sich um auslaufende Patente für das Protastamedikament Alna/Flomax, das Parkinsonpräparat Sifrol sowie für den Blutdrucksenker Catapresan sowie einen beendeten Kooperationsvertrag mit Eli Lilly für Duloxetin, sagte Unternehmenssprecher Andreas Barner. „Das Selbstmedikationsgeschäft erreichte nicht die Ergebnisse des Vorjahres, bedingt durch einen stark rückläufigen Markt in Japan und eine wenig ausgeprägte Erkältungssaison in Europa.“

Minus bei verschreibungspflichtigen Medikamenten

Die Erlöse mit verschreibungspflichtigen Medikamenten im ersten Halbjahr beliefen sich auf 4,84 Mrd. Euro, 262 Mio. Euro weniger als im Vorjahr. Die Umsätze im Selbstmedikationsgeschäft betrugen 605 Mio. Euro, ein Minus von 4,2 Prozent im Vorjahresvergleich. Das Tiergesundheitsgeschäft hingegen wuchs um 61 Prozent (auf Euro-Basis) und erlöste 461 Mio. Euro. Vor allem ein Schweineimpfstoff sowie die Übernahme des Tiergesundheitsgeschäfts von Fort Dodge in den USA seien hierfür verantwortlich.

Das Betriebsergebnis liegt wie erwartet unter dem des ersten Halbjahres 2009. Dies war nach Unternehmensangaben bedingt durch höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung, Patentabläufe und durch Sparmaßnahmen der Bundesregierung. Das Sparpaket der Koalitionsregierung für die Pharmabranche wird nach Barners Worten den zweitgrößten deutschen Hersteller mit 50 Mio. Euro belasten. Den Abbau von Stellen will der Konzern Barners Worten zufolge vermeiden.

Hoffnungen ruhen auf Blutverdünner

Für den Blutverdünner Pradaxa läuft in den USA, Europa sowie in weiteren Ländern der Zulassungsprozess in der Indikation „Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern“. Ende Juli hat Boehringer Ingelheim von der europäischen Zulassungsbehörde eine positive Empfehlung für die Zulassung von Twynsta, einer Kombinationstablette zur Behandlung von Bluthochdruck, erhalten.

Die Typ-2-Diabetes-Substanz Linagliptin habe ebenfalls gute Ergebnisse in den Phase-III-Studien gezeigt, erste Markteinführungen sind für 2011 geplant. Entwicklungssubstanzen des Therapiegebietes Onkologie haben in klinischen Programmen (Phase II und Phase III) weitere viel versprechende Fortschritte erzielt.

Die Zahl der im Unternehmensverbund Beschäftigten betrug im ersten Halbjahr rund 40.000 Mitarbeiter, fast 600 Mitarbeiter mehr als im Vergleichsvorjahreszeitraum. Mit neuen Medikamenten und einer weiterhin gut gefüllten Substanzpipeline will Boehringer Ingelheim in eine neue Phase des Wachstums übergehen. Bereits für das Jahr 2011 wird wieder eine hohe einstellige Wachstumsrate erwartet.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/zahlen-des-ersten-halbjahres-die-erwartete-delle