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Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) an Alzheimer-Studie beteiligt

Jedes Jahr veröffentlicht das Time Magazin in 50 verschiedenen Kategorien TOP 10-Listen des vergangenen Jahres. In seiner Ausgabe vom 8. Dezember 2009 wird in der Rubrik „Medizinische Durchbrüche“ auf Platz 9 die Entdeckung neuer Alzheimer Gene (New Alzheimer`s Genes) aufgeführt. Diese Entdeckung bezieht sich auf zwei Studien, über die in der Fachzeitschrift Nature Genetics berichtet wurde. An einer der Studien war Professor Lutz Frölich, Abteilung Gerontopsychiatrie am ZI, beteiligt.

Diese multinationale Kooperationsstudie unter englischer Leitung berichtete über die Entdeckung zweier neuer Gen-Orte (Clu, PICALM), die das Risiko für die Alzheimer Krankheit beeinflussen. Die Gene für Clustrin (“Clu“/auch Apolipoprotein J genannt) und PICALM spielen eine wichtige Rolle beim Abtransport des Amyloid-beta-Peptids sowie bei der Bildung von Synapsen. Das Amyloid-beta-Peptid ist ein toxischer Eiweißstoff und der wichtigste Bestandteil jener Plaques, die im Gehirn von an Alzheimer Demenz erkrankten Patienten zu finden sind. Clustrin ist ebenfalls ein Bestandteil dieser Plaques.

Die deutschen Teil-Studien wurden unter Beteiligung des vom Bundesforschungsministerium geförderten Kompetenznetz Demenzen (mit Standorten in Berlin, Bonn, Düsseldorf, Erlangen, Frankfurt, Freiburg, Göttingen, Hamburg, Heidelberg, Leipzig, Mannheim und München; Organisationszentrale am ZI Mannheim), der Nixdorf Kohorte in Essen sowie Patientenstichproben der Universitätsklinik Bonn durchgeführt.

Das bisher einzige identifizierte Gen für ApoE (dessen Variante ApoE 4 die Erkrankungswahrscheinlichkeit um das zwei- bis vierfache erhöht) wurde vor zwanzig Jahren entdeckt und erklärt nur einen kleinen Teil des gesamten genetischen Risikos. Die neu gefundenen Gene wurden gleichzeitig in den beiden größten bisher analysierten Untersuchungsstichproben von Erkrankten und Gesunden mit jeweils mehr als 10.000 Personen gefunden. Solche Stichprobenumfänge sind nur in internationalen Konsortien erreichbar. Die jetzigen Erkenntnisse wurden gleichzeitig durch zwei Konsortien gewonnen. In beiden Studien erfolgte die Suche im gesamten menschlichen Genom ohne vorherige Hypothese (sogenannte Genomweite Assoziationsuntersuchungen). Beide Untersuchungen wurden völlig unabhängig voneinander durchgeführt, so dass die Gültigkeit der Resultate abgesichert ist.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/zentralinstitut-fuer-seelische-gesundheit-zi-an-alzheimer-studie-beteiligt