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Zum gegenseitigen Nutzen

Der mit dem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnete Prof. Timothy A. Keiderling, Ph.D. wird im Rahmen eines Gastaufenthalts an der Universität Konstanz in den kommenden Monaten die Strukturbildungsmechanismen spezieller Peptide mithilfe von spektroskopischen Verfahren untersuchen und Grundlagen der Proteinfaltung unter die Lupe nehmen.

Prof. Timothy A. Keiderling, Ph.D. © Universität Konstanz

Die Universität Konstanz hat einen Humboldt-Forschungspreisträger zu Gast. Prof. Timothy A. Keiderling, Ph.D., wird von Oktober 2011 bis Juni 2012 in und von der gastgebenden Universität Konstanz aus neue wissenschaftliche Kontakte knüpfen. In der Konstanzer Arbeitsgruppe für Biophysikalische Chemie von Prof. Dr. Karin Hauser, die den international renommierten Chemiker von der University of Illionois at Chicago, USA, für den Humboldt-Forschungspreis nominiert hat, wird er mit Hilfe der dort entwickelten spektroskopischen Methoden untersuchen, wie die Strukturbildung von speziellen Peptiden funktioniert.„Die Preisverleihung ist als Bestärkung der Internationalisierungsbestrebungen für die gesamte Universität Konstanz Anlass zur Freude“, kommentiert Rektor Prof. Dr. Ulrich Rüdiger den Gastaufenthalt Timothy A. Keiderlings.

Seit über fünf Jahren unterhalten die beiden Physikalischen Chemiker eine wissenschaftliche Kooperation auf dem Gebiet der Proteinfaltung, die während des neunmonatigen Aufenthalts des Humboldt-Forschungspreisträgers ausgebaut werden soll. „Man weiß heute, dass die Ursache vieler Krankheiten in der Fehlfaltung von Proteinen liegt. Deshalb ist das molekulare Verständnis der Proteinfaltungsprozesse von fundamentalem wissenschaftlichen Interesse“, wie Karin Hauser anmerkt. In der Arbeitsgruppe der Naturwissenschaftlerin werden spektroskopische Methoden mit hoher Zeitauflösung entwickelt, um den molekularen Mechanismen der Proteinfaltung auf den Grund zu gehen. Keiderling wird mit diesen Methoden die Strukturbildungsmechanismen seiner speziellen Peptide, die kleinste Struktureinheiten in Proteinen repräsentieren, bis in den Nanosekunden-Zeitbereich verfolgen können.

Die Graduiertenschule Chemische Biologie konnte den Gastwissenschaftler für ihre Seminarreihe „Konstanz Research School Chemical Biology Seminars“ mit hochkarätigen Forschenden bereits für einen Vortrag gewinnen. Keiderling spricht am 18. Oktober 2011 um 16.15 Uhr in Hörsaal A 704 zum Thema „Protein Folding Starting from the Ground up. Thermodynamic and Kinetic Spectroscopic Studies of Peptides”. Die Graduiertenschule liefert für den wissenschaftlichen Austausch mit Kollegen und Doktoranden ein hervorragendes Umfeld. Darüber hinaus soll der Forschungsaufenthalt Timothy Keiderling die Möglichkeit bieten, deutschlandweit Kontakte zu knüpfen und Kooperationen anzubahnen. Die Alexander von Humboldt-Stiftung stellt ihren Preisträgern für diesen Zweck 60.000 Euro zur Verfügung, wobei jeder der Preisträger selbst entscheiden kann, welche Schwerpunkte er setzen möchte. Die Verleihung der Urkunde wird der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, Prof. Dr. Helmut Schwarz, persönlich vornehmen.

Die Nominierung eines Humboldt-Forschungspreisträgers muss von einem ausgewiesenen inländischen Wissenschaftler ausgehen, der außerdem drei externe Gutachten einreichen muss. Voraussetzung für eine Nominierung ist, dass der Vorgeschlagene eine hervorragende wissenschaftliche Qualifikation aufweist. Karin Hauser, die selbst als Forschungsstipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung an der City University of New York, USA, arbeitete, freut sich sehr, „dass es geklappt hat.“

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