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ColepCCL schmiedet Ideen für die Life-Science-Zukunft

Groß geworden ist die ColepCCL Rapid-Spray aus Laupheim mit Aerosolprodukten. Doch jetzt will sich der Lohnhersteller ColepCCL, der 3.500 Mitarbeiter in fünf Ländern beschäftigt, neue Betätigungsfelder im Life-Science-Bereich erschließen. Im frisch bezogenen Innovationszentrum will sich der Laupheimer Zweig des Unternehmens nach Aussage seines Geschäftsführers Andreas Maurer in Richtung (Bio)Pharmazie und Medizin bewegen, um im zukunftsträchtigen Gesundheitsmarkt Fuß zu fassen und die Entwicklung des Unternehmens nachhaltig zu beeinflussen.

Im Zuge der Wirtschaftskrise musste das Unternehmen zwei Produktionsstätten schließen. Erst im Laufe dieses Jahres wird nach Maurers Worten der Produktionsumfang vor der Krise (eine Milliarde Einheiten im Jahr) wieder erreicht werden. Aber das Unternehmen muss nach Maurers Überzeugung Antworten auf immer schnellere Produktzyklen finden. Ende dieses Jahres wird das Unternehmen seine letzte, klassische Aerosollinie schließen, kündigte Maurer an. Damit habe sich innerhalb von nur fünf Jahren, betonte Maurer vor regionalen Wirtschaftsvertretern, das Produktportfolio vollständig erneuert.

Multinationales Team entwirft die Zukunft

Andreas Maurer strebt in den Life-Science-Bereich. © ColepCCL

„Weg vom klassischen Abfüllgeschäft zum Problemlöser in neuen Feldern“, so gibt der Laupheimer Manager die Devise für das zukünftige Geschäftsmodell vor. Im jetzt neu bezogenen Laupheimer Innovationszentrum soll ein 25köpfiges multinationales Team aus Vertrieb, Forschung und Entwicklung das Unternehmen zukunftsfähig machen.

Das Laupheimer Unternehmen produziert seit 1962 im Oberschwäbischen. Rund 230 Mitarbeiter zählt die ColepCCL Rapid-Spray GmbH am Standort in Laupheim. Da das bisherige Betriebsgebäude in der Fockestraße zu klein wurde, verlagerte die Firma Logistikzentrum, Verwaltung und ein weiteres Entwicklungslabor in das Gewerbegebiet der Neuen Welt jenseits der Bundesstraße 30. Dort erarbeitet nicht nur ein Team von Chemikern Dienstleistungen für die kosmetische Industrie. Dort sitzt jetzt seit Kurzem eine Art Ideen- und Innovationsschmiede, die dem Unternehmen neue Branchen und Absatzmärkte erschließen helfen soll.

Erste Konturen des zukünftigen Geschäfts zeichnen sich laut Maurer, der im Vorstand der paneuropäischen Unternehmensgruppe sitzt, bereits ab. So entwickelt der Verpackungsspezialist für ein internationales Chemieunternehmen ein Zweikammersystem. Denkbar sind auch neue Applikationsformen für bislang intravenös verabreichte Biopharmazeutika, ließ Ulrich Ader vom Geschäftsbereich Healthcare anklingen.

Erste Kooperationen weisen Weg

In der Entwicklung befindet sich auch ein „professional sanitizing“ genanntes Wundheilungssystem. Fortgeschritten ist auch ein Projekt, das die Laupheimer Firma zusammen mit einem Labor aus Nordrhein-Westfalen durchführt, bei dem die Laupheimer Verpackungstechnologie die Antibiotikaresistenz im Lebensmittelsektor mithilfe eines neuen Ansatzes (mit Bakteriophagen) lösen soll. Einen sichereren Transport von zu transplantierenden Organen erhofft sich der Laupheimer Manager mit der Entwicklung von Kleinkartuschen, die mit flüssigem Kohlenstoffdioxid befüllt werden sollen.

Das Unternehmen ColepCCL, zu dem auch die Laupheimer Firma ColepCCL Rapid-Spray gehört, ist ein Hersteller für Aerosolprodukte im Bereich Körperpflege, Schönheits- und Haushaltsprodukte sowie Gesundheitspflege. Gleichzeitig ist ColepCCL ein europaweit tätiger Dosenproduzent. Die ColepCCL wurde im Jahr 2004 durch die Fusion zwischen Colep und der europäischen Lohnherstellungs-Division von CCL Industries gegründet. Seit November 2007 ist CCL nicht mehr mit im Boot. Colep gehört zur RAR-Gruppe, einer portugiesischen Wirtschaftsgruppe, die 100 Prozent der ColepCCL-Aktien hält und auch der Alleingesellschafter des neuen Unternehmens ist.

Glossar

  • Ein Antibiotikum ist ein Stoffwechselprodukt von Mikroorganismen (Bakterien, Pilze), das in geringen Konzentrationen andere Mikroorganismen in ihrem Wachstum hemmt.
  • Antibiotika-Resistenz ist die Fähigkeit von Mikroorganismen, durch Synthese von bestimmten Stoffen die Wirkung von Antibiotika aufzuheben (z. B. das Enzym Penicillinase spaltet Penicillin und macht es damit unwirksam).
  • Ein Bakteriophage ist ein Phage Virus, das ausschließlich Bakterien infiziert. Phagen werden in der Gentechnik häufig als Vektoren benutzt.
  • Biopharmaka sind Arzneimittel, die mit Hilfe von biologischen Systemen hergestellt werden.
  • kb ist die Abkürzung für Kilobase. Diese Einheit für die Länge von DNA- oder RNA-Molekülen entspricht 1.000 Basen bzw. Basenpaaren der Nukleinsäure.
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