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CureVac veröffentlicht wegweisende Studie zur Antikörpertherapie auf Basis von Messenger-RNA

Das biopharmazeutische Unternehmen CureVac AG, Pionier im Bereich der mRNA-basierten Therapeutika, gibt heute die Veröffentlichung einer Studie im Peer-Review-Journal EMBO Molecular Medicine bekannt. Die Studienergebnisse belegen das große Potential von CureVacs RNAntibody®-Technologie als Therapiekonzept in der passiven Immunisierung und zeigen die breiten Anwendungsmöglichkeiten dieses Ansatzes auf.

Die wissenschaftliche Publikation mit dem Titel „mRNA mediates passive vaccination against infectious agents, toxins and tumors” von Thran et al. befasst sich mit den Erkenntnissen eines umfangreichen Forschungsprogramms, das die Eignung von CureVacs RNAntibody®-Technologie für das Gebiet der passive Immunisierung analysierte. Die Ergebnisse bauen auf Daten aus CureVacs kürzlich veröffentlichtem RNAntibody®-Patent auf. Ein Forschungsteam von CureVac und der amerikanischen Tufts Cummings School of Veterinary Medicine testete den Ansatz mit zahlreichen unterschiedlichen mRNA-kodierten Antikörpern in vitro und in vivo bei Virusinfektionen, bei Giftstoffintoxikationen und bei Krebsimmuntherapien.

Die Studie belegt, dass bereits einzelne Injektionen chemisch unmodifizierter mRNA, verpackt in Lipid-Nanopartikeln von Acuitas Therapeutics, ausreichten, um innerhalb kurzer Zeit starke und langanhaltende Antikörpertiter in vivo zu erzielen. Dadurch konnte sowohl ein prophylaktischer als auch therapeutischer Schutz gegen die tödliche Tollwut-Infektion und Intoxikation mit Botulismus erreicht werden. Darüber hinaus zeigte sich die mRNA-basierte Antikörperexpression im Tumor-Mausmodell wirksam.

Dr. Mariola Fotin-Mleczek, Chief Scientific Officer der CureVac AG, kommentiert: “Wir konnten bereits belegen, dass sich die RNAntibody®-Technologie in zahlreichen Krankheitsfeldern einsetzen lässt. Die Studie zeigt nun, dass auch die passive Immunisierung ein aussichtsreiches Einsatzgebiet für unsere Technologie darstellt. Wir sind davon überzeugt, dass unsere sequenzoptimierte mRNA das Potential hat, eine wichtige Rolle im Bereich der Antikörpertherapie zu übernehmen.”

Charles B. Shoemaker, Ph.D., Professor in der Abteilung für Infektionskrankheiten und Globale Gesundheit (IDGH) an der Tufts Cummings School of Veterinary Medicine und Ko-Autor der Studie, fügt hinzu: „Diese spannenden Ergebnisse zeigen, dass die RNAntibody®-Technologie eine attraktive Alternative für die passive Immunisierung sein könnte. Aktuell konzentriert sich die passive Immunisierung durch Antikörperinjektion noch auf eine sehr kleine Nische in der Prävention oder Behandlung von Infektionskrankheiten und weist noch erhebliche Nachteile auf. Durch das verstärkte Aufkommen von mikrobiellen Antibiotikaresistenzen besteht ein enormer Bedarf nach alternativen Konzepten und mRNA-basierte Therapien könnten eine zukunftsträchtige Möglichkeit sein, um dieser wachsenden Notwendigkeit gerecht zu werden.”

Glossar

  • Ein Antibiotikum ist ein Stoffwechselprodukt von Mikroorganismen (Bakterien, Pilze), das in geringen Konzentrationen andere Mikroorganismen in ihrem Wachstum hemmt.
  • Antibiotika-Resistenz ist die Fähigkeit von Mikroorganismen, durch Synthese von bestimmten Stoffen die Wirkung von Antibiotika aufzuheben (z. B. das Enzym Penicillinase spaltet Penicillin und macht es damit unwirksam).
  • Antikörper sind körpereigene Proteine (Immunglobuline), die im Verlauf einer Immunantwort von den B-Lymphozyten gebildet werden. Sie erkennen in den Körper eingedrungene Fremdstoffe (z. B. Bakterien) und helfen im Rahmen einer umfassenden Immunantwort, diese zu bekämpfen.
  • Lipide sind Fette und fettähnliche Substanzen.
  • Proteine (oder auch Eiweiße) sind hochmolekulare Verbindung aus Aminosäuren. Sie übernehmen vielfältige Funktionen in der Zelle und stellen mehr als 50 % der organischen Masse.
  • Die Ribonukleinsäure (Abk. RNS oder RNA) ist eine in der Regel einzelsträngige Nukleinsäure, die der DNA sehr ähnlich ist. Sie besteht ebenfalls aus einem Zuckerphosphat-Rückgrat sowie einer Abfolge von vier Basen. Allerdings handelt es sich beim Zuckermolekül um Ribose und anstelle von Thymin enthält die RNA die Base Uracil. Die RNA hat vielfältige Formen und Funktionen; sie dient z. B. als Informationsvorlage bei der Proteinbiosynthese und bildet das Genom von RNA-Viren.
  • Ein Virus ist ein infektiöses Partikel (keine Zelle!), das aus einer Proteinhülle und aus einem Genom (DNA oder RNA) besteht. Um sich vermehren zu können, ist es vollständig auf die Stoffwechsel der lebenden Zellen des Wirtsorganismus angewiesen (z.B. Bakterien bei Phagen, Leberzellen beim Hepatitis-A-Virus).
  • Nanopartikel sind Teilchen von einer Größe unter 100 Nanometer.
  • Ein Tumor ist eine Gewebsschwellung durch abnormales Zellwachstum, die gutartig oder bösartig sein kann. Gutartige (benigne) Tumore sind örtlich begrenzt, während Zellen bösartiger (maligner) Tumore abgesiedelt werden können und in andere Gewebe eindringen können, wo sie Tochtergeschwulste (Metastasen) verursachen.
  • Die Molekularbiologie beschäftigt sich mit der Struktur, Biosynthese und Funktion von DNA und RNA und und deren Interaktion miteinander und mit Proteinen. Mit Hilfe von molekularbiologischen Daten ist es zum Beispiel möglich, die Ursache von Krankheiten besser zu verstehen und die Wirkungsweise von Medikamenten zu optimieren.
  • Die Expression ist die Biosynthese eines Genprodukts (= Umsetzung der genetischen Information in Proteine). Sie erfolgt in der Regel als Transkription von DNA zu mRNA und anschließender Translation von mRNA zu Protein.
  • Toxizität ist ein anderes Wort für Giftigkeit.
  • Molekular bedeutet: auf Ebene der Moleküle.
  • Somatotropin (auch STH oder HGH) ist ein menschliches Wachstumshormon, das in der Hirnanhangdrüse gebildet wird.
  • Als Autoimmunerkrankungen werden Krankheiten bezeichnet, bei denen das eigene Immunsystem gegen körpereigenen Zellen vorgeht. Diese Erkrankungen beruhen auf einer gestörten Fremd- bzw. Selbst-Erkennung des Immunsystems.
  • Messenger-RNA (Abk.: mRNA) ist eine Ribonukleinsäure, die eine Kopie eines kurzen DNA-Stücks darstellt und als Vorlage für die Synthese eines spezifischen Proteins dient.

Über RNAntibody®

CureVacs RNAntibody®-Technologie kann zur Behandlung verschiedener Krankheiten wie Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionskrankheiten und Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden. RNAntibody® ist eine Komponente aus CureVacs RNArt®- Portfolio von mRNA-basierten molekularen Therapien, welche dem Körper alle erforderlichen Informationen geben, damit er selbst funktionelle Proteine herstellen kann. Das vom Europäischen Patentamt zugelassene Patent EP2101823 bietet umfangreichen Patentschutz für die RNAntibody®-Technologie des Unternehmens.

Über EMBO Molecular Medicine

EMBO Molecular Medicine ist ein Peer-Review-Journal, das sich der neuen Forschungsdisziplin an der Schnittstelle von klinischer Forschung und Grundlagenbiologie widmet. Es bietet Klinikern und Forschern die Möglichkeit zur Publikation ihrer Ergebnisse auf einer frei zugänglichen und gut sichtbaren Plattform, um diesem wichtigen und sich schnell entwickelnden Feld wichtige Impulse zu geben. Gleichzeitig schafft es neue Verknüpfungen zwischen Klinikern und Molekularbiologen. Auch Studien, die auf Modellorganismen basieren aber in direktem Zusammenhang mit menschlichen Erkrankungen stehen, fallen in den Bereich des Journals. EMBO Molecular Medicine ist ein Journal des Herausgebers EMBO Press.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/curevac-veroeffentlicht-wegweisende-studie-zur-antikoerpertherapie-auf-basis-von-messenger-rna/