Powered by

GENOVAC startet die Entwicklung von blockierenden Antikörpern zur Therapie von Hepatitis C Infektionen

Die GENOVAC GmbH startet ein von der AiF (Projektträger des BMWi), im Rahmen des Förderprogramms PRO INNO II, gefördertes Forschungsprojekt zur "Entwicklung und Validierung neutralisierender Antikörper als neuartiges therapeutisches Konzept bei Infektionen mit dem Hepatitis C Virus".

Nach Aussage von Dr. Fritz Grunert (CSO) sollen gemeinsam mit dem französischen Kooperationspartner INSERM U748, Straßburg, in diesem Entwicklungsvorhaben die Grundlagen eines neuartigen therapeutischen Ansatzes zur Prävention und Behandlung von Hepatitis C (HCV) Infektionen konzipiert, entwickelt und präklinisch validiert werden.

Die Entwicklung blockierender, monoklonaler Antikörper gegen Epitope bekannter zellulärer Rezeptoren der HCV Infektion steht dabei im Mittelpunkt. Nach umfassender Charakterisierung sind weitere funktionell-therapeutische Untersuchungen in in vitro Zellmodellen geplant. „Mit diesem Projekt wollen wir die Basis für ein grundlegend neuartiges therapeutisches Behandlungschema bei HCV-Infektionen schaffen. Prof. Thomas Baumert, Leiter des Instituts für Virologie am INSERM U748 steht uns hierbei als renommierter, wissenschaftlicher Partner zur Seite“, so Dr. John Thompson, Geschäftsführer der GENOVAC GmbH. Im Anschluss sollen die Antikörper in vivo in der Präklinik auf ihre Eignung überprüft werden.

Erste vielversprechende Ergebnisse aus Vorversuchen werden von Prof. Baumert’s Arbeitsgruppe vom 5.-9. Oktober auf dem 15. Internationalen Symposium über HCV und verwandte Viren in San Antonio, Texas, USA präsentiert.

„Nachdem wir in den letzten Jahren konsequent und erfolgreich unser Dienstleistungsspektrum ausgebaut haben, sollen nun eigene Produktentwicklungen das Geschäftsmodell unterstützen. Unsere Technik hat das Potenzial und mit den richtigen Partnern werden wir dieses auch erfolgreich unternehmerisch umsetzen können“, betont Dr. Stefan Lang, CBO der GENOVAC GmbH.

GENOVAC GmbH

Die GENOVAC GmbH entstand 1999 als Ausgründung aus der Universität Freiburg. Im laufenden Geschäftsjahr 2008 wird bei einem erwarteten Umsatz von 1,8 Mio. EUR voraussichtlich ein Gewinn vor Steuern von 400.000 EUR erwirtschaftet. Am Freiburger Firmensitz arbeiten 14 Mitarbeiter.

Als Marktführer im Bereich der Antikörperherstellung durch genetische Immunisierung ist GENOVAC fest etabliert. Innovative proprietäre Technologien ermöglichen es direkt von der cDNA ausgehend hochspezifische und funktionsbeeinflussende Antikörper zu produzieren.

Die GENOVAC ist heute in der Lage, Forschern während aller Phasen ihrer Arbeit Lösungen anzubieten: Dabei versteht sich die GENOVAC als ein Service-Unternehmen, dass durch intensive Interaktion mit dem Kunden in der Lage ist, den jeweils optimalen Lösungsweg aufzuzeigen und anzubieten. Heute beeindruckt GENOVAC's Referenzliste mit über 500 internationalen Auftragskunden und Kooperationspartnern – eine Liste, in der weder renommierte nationale und internationale Forschungsinstitute noch die Global Player der Pharma-, Biotechnologie- und Agrarindustrie fehlen.

Quelle: Pressemitteilung GENOVAC GmbH - 18.09.2008 (P)
Weitere Informationen zum Beitrag:
GENOVAC GmbH
Dr. Stefan Lang
Waltershofener Str. 17
79111 Freiburg
Deutschland
Tel.: +49-(0)761-45636-0
Fax: +49-(0)761-45636-29
E-Mail: info@genovac.com

Glossar

  • Antikörper sind körpereigene Proteine (Immunglobuline), die im Verlauf einer Immunantwort von den B-Lymphozyten gebildet werden. Sie erkennen in den Körper eingedrungene Fremdstoffe (z. B. Bakterien) und helfen im Rahmen einer umfassenden Immunantwort, diese zu bekämpfen.
  • Biotechnologie ist die Lehre aller Verfahren, die lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion nutzen.
  • cDNA ist die Abkürzung für Complementary/copy DNA. Diese DNA wird mit Hilfe eines viralen Enzyms (Reverse Transkriptase) nach Vorlage einer mRNA synthetisiert und ist zur ursprünglichen mRNA komplementär.
  • Desoxyribonukleinsäure (DNS / DNA) trägt die genetische Information. In den Chromosomen liegt sie als hochkondensiertes, fadenförmiges Molekül vor.
  • Ein Gen ist ein Teil der Erbinformation, der für die Ausprägung eines Merkmals verantwortlich ist. Es handelt sich hierbei um einen Abschnitt auf der DNA, der die genetische Information zur Synthese eines Proteins oder einer funktionellen RNA (z. B. tRNA) enthält.
  • Monoklonale Antikörper sind strukturell identische Antikörper, die daher auch über die exakt gleiche Bindungsstelle für ein Antigen verfügen.
  • Rezeptoren sind Moleküle, die u. a. auf Zelloberflächen anzutreffen sind und die in der Lage sind, ein genau definiertes Molekül – ihren Liganden – zu binden. Das Zusammentreffen von Ligand und Rezeptor kann eine Abfolge von Reaktionen innerhalb der Zelle auslösen.
  • Ein Virus ist ein infektiöses Partikel (keine Zelle!), das aus einer Proteinhülle und aus einem Genom (DNA oder RNA) besteht. Um sich vermehren zu können, ist es vollständig auf die Stoffwechsel der lebenden Zellen des Wirtsorganismus angewiesen (z.B. Bakterien bei Phagen, Leberzellen beim Hepatitis-A-Virus).
  • Validierung oder Validation ist der Prozess der Prüfung einer These oder eines Lösungsansatzes in Bezug auf das zu lösende Problem.
  • Eine Hepatitis ist eine Entzündung des Lebergewebes mit nachfolgender Zellschädigung. Sie macht sich zunächst durch grippale Erscheinungen bemerkbar, wie Glieder- und Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Druck in der Magen- und Lebergegend und Fieber, später gehört die Gelbsucht zur Symptomatik. Verantwortlich dafür können Viren, Bakterien oder Parasiten sein, ebenso wie Autoimmunerkrankungen, Medikamente, Alkohol oder Chemikalien. Häufigste Ursache sind jedoch Viren, wobei man fünf Virustypen unterscheidet, die mit den Buchstaben A, B, C, D und E bezeichnet werden.
  • Ein Epitop ist der Bereich eines Antigenes, der von einem Antikörper erkannt wird. Antigene besitzen meist mehrere unterschiedliche Epitope auf ihrer Oberfläche. Ein Antikörper bindet selektiv an das Epitop, für das er spezifisch ist.
  • Als Target (engl.:Ziel) werden Biomoleküle bezeichnet, an die Wirkstoffe binden können. Targets können Rezeptoren, Enzyme oder Ionenkanäle sein. Die Interaktion zwischen Wirkstoff und Target löst eine Wirkstoff-Target-spezifische Reaktion aus. Die Identifikation eines Targets ist für die biomedizinische und pharmazeutische Forschung von großer Bedeutung. Erkenntnisse über spezifische Wechselwirkungen helfen grundlegende molekularbiologische Vorgänge zu verstehen und neue Angriffpunkte für Arzneimittel zu identifizieren.
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/genovac-startet-die-entwicklung-von-blockierenden-antikoerpern-zur-therapie-von-hepatitis-c-infektio/