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Neubau für Exzellenzcluster CIN

Das Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen (CIN) eröffent vom 14. bis 16. Mai sein neues Forschungsgebäude mit einem dreitägigen Programm. Der hochmoderne Neubau auf dem Schnarrenberg bildet zusammen mit dem unmittelbar benachbarten Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung (HIH) den Neurowissenschaftlichen Campus der Universität und festigt Tübingens Stellung als einer der wichtigsten Standorte neurowissenschaftlicher Forschung.

Das neue Forschungsgebäude für Integrative Neurowissenschaften des CIN © CIN

Der Sprecher des Exzellenzclusters (CIN) Professor Peter Thier freut sich: „Jetzt wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Arbeitsgruppen des CIN unter einem Dach endlich Wirklichkeit. Das wird die Hirnforschung in Tübingen entscheidend voranbringen. Mit dem benachbarten Gebäude des HIH und dem in Planung befindlichen Gebäude für das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen entsteht ein Campus für die Neurowissenschaften, der zu interdisziplinären Interaktionen und Kooperationen einlädt.“
Das Festprogramm begann am 14. Mai mit einem zweitägigen neurowissenschaftlichen Symposium unter dem Titel „New Perspectives in Integrative Neuroscience“. Mit einem Festakt am 15. Mai, der sich direkt an das Ende des Symposiums anschloss, wurde das Gebäude dann offiziell eingeweiht. Grußwortredner waren unter anderem die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und Oberbürgermeister Boris Palmer. Mit einem Festvortrag „Blinde wieder sehend machen - geht das?“ hat der stellvertretende Sprecher des CIN Professor Dr. Eberhart Zrenner einen wichtigen Ausschnitt der neurowissenschaftlichen Forschung am CIN vorgestellt.
Am Nachmittag des 16. Mai kann das Gebäude von der interessierten Öffentlichkeit besichtigt werden. Es wird Laborführungen und Vorträge geben, eine Präsentation des Schülerlabors, einen „Science Slam“ (einen Wettbewerb zwischen sechs CIN-Wissenschaftlern, deren Vorträge vom Publikum benotet werden), eine Gebäudebesichtigung sowie schließlich ein begehbares Gehirn und eine Ausstellung von Kunstobjekten von Schülern der Geschwister-Scholl-Schule zum Thema „Kunst und Gehirn“.

Das Forschungsgebäude für Integrative Neurowissenschaften (FIN) verfügt über etwa 4000 Quadratmeter Labor- und Büroflächen. Im Gebäude werden 17 Arbeitsgruppen des CIN (5 Professoren sowie 12 Nachwuchsgruppenleiter mit ihren Mitarbeitern) forschen. Hinzu kommen einige Gruppen des benachbarten Hertie-Instituts für Klinische Hirnforschung sowie das Schlaflabor von Professor Jan Born, Leibniz-Preisträger und Lehrstuhlinhaber für „Medizinische Psychologie“, gleichfalls Mitglied des CIN. Insgesamt werden zunächst etwa 150 Personen im Gebäude arbeiten. Für die Finanzierung stellten der Bund 10 Millionen Euro, das Land 4 Millionen Euro und das Exzellenzcluster CIN selbst 6 Millionen Euro zur Verfügung. Für die Realisierung des Gebäudes zeichneten die Architekten Nickel und Partner verantwortlich.

Hirnforschung soll am CIN integrativ betrachtet werden

Im neuen Gebäude arbeiten Neurowissenschaftler mit verschiedenen Wurzeln zusammen: Biologen, Mediziner, Physiker, Informatiker und Geisteswissenschaftler. Die Wissenschaftler des CIN haben sich zum Ziel gesetzt zu verstehen, wie das Gehirn Leistungen wie Wahrnehmung, Gedächtnis, Gefühle, Kommunikation und Handeln ermöglicht und wie Gehirnerkrankungen diese Leistungen beeinflussen. Ein besseres Verständnis dieser Leistungen und ihrer Störungen verspricht neue Ansätze in Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Sinnesorgane und des Gehirns sowie Impulse für die Entwicklung innovativer technischer Anwendungen. Das wissenschaftliche Programm des CIN wird geleitet von der Überzeugung, dass der Fortschritt in der Hirnforschung nur durch eine integrative Betrachtungsweise erfolgen kann.

Das CIN ist eine interdisziplinäre Einrichtung der Universität Tübingen und wird im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Mehrere Fakultäten, das Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik, das neu eingerichtetete Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, das Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung und das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung sind Teil des CIN, dessen disziplinenübergreifendes Konzept von einer Vielzahl weiterer interner und externer Partner unterstützt wird.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/neubau-fuer-exzellenzcluster-cin/