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Ulmer Kardiologen setzen Gefäßstützen aus Milchsäure ein

In der Ulmer Uniklinik werden seit einigen Wochen bioresorbierbare Gefäßstützen bei Verengungen von Herzkranzgefäßen erfolgreich eingesetzt. Dieses Medizinprodukt der neuesten Generation besteht aus Milchsäure und sichert durch seine röhrchenförmige Konstruktion nicht nur den Blutfluss durch ein zuvor verstopftes Herzkranzgefäß, sondern löst sich in der nachfolgenden Zeit auch selbst wieder auf, sodass am Ende kein dauerhaftes Implantat im Herzkranzgefäß zurückbleibt.

Stent der neuesten Generation, aus Milchsäure und deshalb bioresorbierbar. © Abbott

„Das hat für Patienten zwei ganz wesentliche Vorteile", erläutert Wolfgang Rottbauer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II: „Zum einen verringert sich das Risiko einer erneuten Thrombose, also eines Blutpfropfens im Gefäß, der sich grundsätzlich an der metallenen Oberfläche eines herkömmlichen Stents bilden kann, und zum anderen wird langfristig die natürliche Gefäßmobilität, also die Fähigkeit einer Arterie sich zu weiten bzw. zusammenzuziehen, sichergestellt. Auch das schützt ganz wesentlich vor einem erneuten Gefäßverschluss. Es verbleibt nichts im Gefäß zurück, sodass auch langfristig alle Behandlungsmöglichkeiten angewandt werden können."

Dritte Generation von Gefäßstützen

Lobt neue Gefäßstütze: Oberarzt Prof. Jochen Wöhrle. © UK Ulm

In den vergangenen Jahren hat die Behandlung der koronaren Herzkrankheit enorme Fortschritte gemacht. Es begann einst mit kleinen Ballon-Kathetern, die verschlossene Gefäße weiteten. Darauf folgten Stents aus Metall, die nun um Gefäßstützen aus bioresorbierbaren Materialien ergänzt werden.

„Am Universitätsklinikum Ulm haben wir - außerhalb von studiengebundenen Implantationen - bislang weltweit die meisten Implantate dieser neuesten Generation eingesetzt", sagt Rottbauer. Auch Jochen Wöhrle, Leitender Oberarzt der Klinik, sieht in dem neuen Material die Therapie der Zukunft: „Diese Gefäßstütze passt sich exakt den Windungen der Gefäße an, sie ist insgesamt sehr viel flexibler als ein normaler Stent. Eingebracht wird er mittels eines Herzkatheters über das Handgelenk. Ein technisch anspruchsvolles Verfahren, das in unserem Hause jedoch Standard ist und gegenüber einem Zugang über die Leiste zum Beispiel das Nachblutungsrisiko deutlich minimiert. Patienten können schon am nächsten Tag nach Hause entlassen werden."

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