zum Inhalt springen
Powered by

Rückblick: Erfolgreiches 10. Meet & Match Biophotonics

Biophotonics - die Anwendung lichtbasierter Technologien in den Life Sciences und der Medizin - war das Thema der 10. Meet & Match Veranstaltung in Straßburg am 29. Januar 2015. Organisiert wurde diese von Alsace BioValley und der BIOPRO Baden-Württemberg. Diagnostische und analytische Fragestellungen und deren Lösung durch den Einsatz optischer Technologien beschäftigten rund 50 Teilnehmer aus Wirtschaft und Wissenschaft und regten zu ausgiebigen Diskussionen an.

Zum Meet & Match "Biophotonics - optical technologies for diagnostics and analytics" luden das Alsace BioValley und die BIOPRO Baden-Württemberg GmbH mit Unterstützung des Photonics BW e.V. ein. © SF/BIOPRO

Der Einladung zur nunmehr schon zehnten gemeinsamen Meet & Match Veranstaltung von BIOPRO und Alsace BioValley, diesmal mit dem Titel „Biophotonics - optical technologies for diagnostics and analytics“, folgten wieder einmal zahlreiche Experten aus Unternehmen und akademischer Forschung.

Zur Begrüßung stellten Mona Boyé von Alsace BioValley und Ann-Kristin Fiala von der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH ihre jeweiligen Organisationen vor und erläuterten kurz das transnationale Kooperationskonzept, das hinter den gemeinsamen Meet & Match Veranstaltungen steckt. Das bis 2012 von der EU und Baden-Württemberg im Rahmen des INTERREG-Programms geförderte Veranstaltungsformat hat zum Ziel, Personen zu einem spezifischen Thema zusammenzubringen, Austausch zu ermöglichen, neue Impulse zu geben und Kooperationen zwischen den Teilnehmern und den Regionen Elsass und Baden-Württemberg anzubahnen. Bei dieser zehnten Meet & Match Veranstaltung unterstützte außerdem der Innovationscluster Photonics BW e.V. bei der Planung und Bewerbung der Veranstaltung.

Spannende Highlights: eine Highspeed-Kamera und ein künstliches Mikro-Auge

Prof. Dr. Hans Zappe, Leiter des Gisela-und-Erwin-Sick-Lehrstuhls für Mikrooptik an der Universität Freiburg © SF/BIOPRO

Das wissenschaftliche Vortragsprogramm wurde von Prof. Dr. Wilfried Uhring vom ICube Laboratory an der Universität Straßburg eröffnet. Dieser stellte eine Highspeed-Kamera für den Einsatz in der zeitaufgelösten Spektroskopie und Tomografie sowie für fluoreszenzbasierte Messungen vor. Vorteil dieses Systems ist neben der portablen und einfachen Bauweise sowie den niedrigen Produktionskosten die Möglichkeit der räumlichen Visualisierung von Gewebestrukturen in hochaufgelösten 3D-Bildern, die in kürzester Zeit durch 100 Mio. Aufnahmen pro Sekunde generiert werden. Dadurch stellt das System eine Erweiterung der Tomografie dar, etwa zur nichtinvasiven Lokalisationsmöglichkeit von beispielsweise Gewebeveränderungen oder aber auch zur Messung der Hirnaktivität bei Neugeborenen oder Alzheimer-Patienten.

Im Anschluss daran führte Prof. Dr. Hans Zappe, Leiter des Gisela-und-Erwin-Sick-Lehrstuhls für Mikrooptik an der Universität Freiburg, das Publikum in seine aktuellen Forschungsprojekte im Bereich der Aktiven Mikrooptik ein: Für die Entwicklung und Konstruktion innovativer durchstimmbarer Linsen und Blenden verwenden Zappe und seine Mitarbeiter beispielsweise thermisch beeinflussbare, flexible Polymere und optofluidische Komponenten. Als besonderes Highlight präsentierte er ein aus Elastomer-Linsen und einer fluidischen Mikro-Iris aufgebautes künstliches Mikro-Auge, das im Aufbau und der Beweglichkeit dem menschlichen Auge nachempfunden ist.

Vor der Mittagspause nutzten viele Zuhörer die Möglichkeit, sich und ihr Forschungsinteresse beziehungsweise ihre Kooperationswünsche in einer dreiminütigen Präsentation während der „Short presentation Session“ vorzustellen. Dadurch sollte das anschließende Netzwerken zwischen den Teilnehmern intensiviert und vereinfacht werden.

Anwendungsmöglichkeiten der Raman-Spektroskopie

Dr. Joachim Koenen, einer der Gründer der WITec GmbH in Ulm © SF/BIOPRO

Seinen Forschungsansatz, zeitaufgelöste Fluoreszenz-Spektroskopie mit mikrofluidischen Methoden zu kombinieren, um die dynamischen Prozesse von Molekülinteraktionen besser untersuchen zu können, erläuterte Dr. Jérémie Leonard von der Universität Straßburg in seinem Vortrag nach der Mittagspause. Für das Design eines Bioassays ist er noch auf der Suche nach Kooperationspartnern aus dem Bereich Biochemie.

Einen interessanten Einblick in die Biophotonik aus biologischer Sicht lieferte anschließend Dr. Karin Schütze, Geschäftsführerin der CellTool GmbH in Bernried. Sie stellte die Anwendungsmöglichkeit der Raman-Spektroskopie für die marker- und zerstörungsfreie Untersuchung und qualitative sowie quantitative Differenzierung lebender, einzelner Zellen und auch Gewebe vor.

Der Raman-Spektroskopie und deren Einsatzmöglichkeiten in der Life-Science- und Biomaterial-Forschung widmete sich auch Dr. Joachim Koenen, einer der Gründer der WITec GmbH in Ulm. Eindrucksvoll demonstrierte  Koenen die Identifikation einer Polle in einer Honigprobe mittels 3D-Raman-Imaging.

Optische Technologien zur Charakterisierung und Unterscheidung von Gewebe

Dr. Thomas Woggon bei seinem Vortrag über die Einsatzmöglichkeiten organischer, durchstimmbarer Laser © BIOPRO

Einen kurzen Abriss zum Thema Photometrie gab Dr. Thomas Woggon von der VISOLAS GmbH, der sich auf die Herstellung von in der Wellenlänge fließend einstellbaren organischen Lasern spezialisiert hat. „Photometrische Methoden sind heute zwar schneller, flexibler und präziser, doch die Methodik dahinter ist seit 1954 gleich. So haben wir heute noch das Problem minutenlanger Inkubationszeiten zulasten der Genauigkeit des Tests“, so Woggon. Dieses Problem will Woggon mit einem Laser, der auch Messungen in kleinen Volumina ermöglicht, lösen. Er arbeitet zurzeit an der Entwicklung eines Handgerätes für diesen Zweck.

Hervé Simon von der französischen Firma Eurorad S.A. stellte eine neuartige opto-nukleare, laparoskopische Doppelsonde für die präoperative Lokalisation von Wächterlymphknoten vor. Diese vereint das Prinzip der optischen Detektion via Fluoreszenz mit der radiologischen Detektion über eine radioaktive Markersubstanz. Für das seit Oktober 2014 auf dem Markt verfügbare Gerät sucht Simon derzeit einen Vertriebspartner für den deutschen Markt.

Den Abschluss machte Prof. Jihad Zallad, ebenfalls vom ICube Laboratory, mit seinem Vortrag über eine Methode, die es ermöglicht, Tumorgewebe intraoperativ zu charakterisieren und von gesundem Gewebe zu differenzieren. Hierfür nutzen Zallad und sein Team die unterschiedlichen Polarisationseigenschaften der Gewebe als Unterscheidungsparameter.

Das Meet & Match war geprägt durch angeregte Fragerunden nach den Vorträgen und eine intensive Nutzung der Pausen für Gespräche. Es wurde deutlich, wie vielfältig die Anwendungsmöglichkeiten der Methoden aus der Photonik im Bereich der Diagnostik und Analytik sind.

Informationen zu künftigen Meet & Match Veranstaltungen und weiteren Events erhalten Sie über unsere Veranstaltungsankündigungen oder über unseren Newsletter (s. Links oben rechts). Für Themenvorschläge sind wir jederzeit offen: Sollten Sie ein spannendes Thema für ein Meet & Match Event im Bereich der Life Sciences haben, freuen wir uns über Ihre Vorschläge an fiala(at)bio-pro.de.

  • © SF/BIOPRO
  • © SF/BIOPRO
  • © SF/BIOPRO
  • © SF/BIOPRO
  • © SF/BIOPRO
  • © SF/BIOPRO
  • © SF/BIOPRO
  • © SF/BIOPRO
  • © SF/BIOPRO

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/rueckblick-erfolgreiches-10-meet-match-biophotonics