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Rückblick: Neue Wege in die/der Medizintechnik im Nordschwarzwald

Neue Wege in die/der Medizintechnik – der Name war Programm bei der gemeinsam von der IHK Nordschwarzwald, der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald und der BIOPRO Baden-Württemberg organisierten Veranstaltung am 26. Juni in Ispringen bei Pforzheim. Denn bei der Veranstaltung mit Informationsvorträgen und Networking kamen sowohl die alten Hasen der Medizintechnik als auch die Neueinsteiger in die Medizintechnik voll auf ihre Kosten.

Gastgebendes Unternehmen war die Ohnmacht & Baumgärtner GmbH & Co. KG in Ispringen. Mit über 50 Teilnehmern war die Veranstaltung sehr gut besucht. © WFG Nordschwarzwald

Die Medizintechnik ist eine äußerst wachstums- und innovationsstarke Branche. Um den sich ständig wandelnden Anforderungen der Branche gerecht zu werden, müssen auch etablierte Unternehmen immer wieder neue Wege beschreiten, indem sie ihre technologischen Kompetenzen ständig erweitern und anpassen. Zugleich bietet die Medizintechnik für viele Unternehmen, die Fertigungskompetenzen in speziellen Bereichen besitzen, auch eine große Chance, sich ein zusätzliches Standbein aufzubauen. Diese Unternehmen müssen den Weg in die Medizintechnik allerdings erst noch finden. Dass es eine gute Idee ist, beide Gruppen zusammenzubringen, bestätigte auch Prof. Dr. Carlo Burkhardt, Geschäftsführer der gastgebenden OBE Ohnmacht & Baumgärtner GmbH & Ko. KG in seiner Eröffnungsrede. In seinem anschließenden Vortrag zeigte Burkhardt den erfolgreichen Weg des Unternehmens in die Medizintechnik auf und machte deutlich, dass die von OBE mitentwickelte Technik des Metallspritzgießens in vielen Bereichen der Medizintechnik unverzichtbar ist.

12 Unternehmen stellen sich vor

Im Anschluss an diesen Vortrag nutzten insgesamt 12 Unternehmen der Region die Möglichkeit, sich den Zuhörern in einem jeweils 4-minütigen Kurzvortrag vorzustellen und über ihre Fertigkeiten und Kooperationsmöglichkeiten zu informieren. Mit dieser geballten Information waren alle Teilnehmer der Veranstaltung gut gerüstet, um in der sich anschließenden Kaffeepause bereits die ersten Kontakte zu knüpfen bzw. zu vertiefen. Außerdem waren die Teilnehmer in der Pause aufgefordert, an einer interaktiven Plakatwand ihre Wünsche für zukünftige Aktivitäten für die Medizintechnikbranche im Raum Nordschwarzwald auszudrücken.

Nach der Pause berichtete Alexander Maute, Joma Polytec GmbH, wie man als klassisches Kunststoff verarbeitendes Unternehmen Kontakte zur Medizintechnik-Branche aufbauen kann und sich somit ein zusätzliches Standbein aufbauen kann. „Nutzen Sie die angebotenen Netzwerkveranstaltungen und unterhalten Sie sich auch mit Leuten, die nicht Ihrem Bereich arbeiten“, empfahl er.

Prof. Dr. Thorsten Steinberg von der Universität Freiburg stellte die neuesten Entwicklungen im Bereich der Zahnimplantate vor und sprach mit seinem Vortrag damit vor allem die im Nordschwarzwald traditionell ansässigen Dentalunternehmen an. Dabei schilderte er beispielsweise wie Implantatoberflächen durch Funkenerosion behandelt werden können, um die Zellansiedlung zu begünstigen, oder wie antimikrobielle Peptide als Implantatbeschichtung genutzt werden können, um bakterielle Infektionen des Implantats zu verhindern.

Neuen EU-Regularien für Medizinprodukte

Frau Dr. Barbara Jonischkeit erläuterte die Aufgaben und Ziele der BIOPRO Baden-Württemberg und informierte über zukünftige Aktivitäten in der Region Nordschwarzwald © WFG Nordschwarzwald

Bevor ein neu entwickeltes innovatives Medizinprodukt auf den Markt gebracht werden kann, steht allerdings die Hürde der Zulassung, die nur von sogenannten Benannten Stellen durchgeführt werden kann. Zu diesem Themenkomplex referierte daher Harald Rentschler, der Geschäftsführer der mdc medical device certification GmbH, einer in Stuttgart ansässigen Benannten Stelle. In einem informativen Vortrag führte er die Unternehmen in die Prinzipien der CE-Kennzeichung von Medizinprodukten und Herstellerpflichten bei Auslagerung von Produktionsprozessen ein, bevor er dann auf ein brandaktuelles Thema einging: Die neuen EU-Regularien für Medizinprodukte. Durch diese ergeben sich für die Hersteller von Medizinprodukten und In-vitro-Diagnostika vielerlei Änderungen und zusätzliche Belastungen, weshalb sich Rentschler auch zahlreichen Rückfragen ausgesetzt sah.

In diesem Zusammenhang stellte Ulrike Viertel von der Tuttlinger Medizintechnik-Clusterinitiative MedicalMountains ein Positionspapier vor, das gemeinsam mit Vertretern der medizintechnischen Industrie und der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg formuliert wurde. „Mit Hilfe des Positionspapiers wollen wir erreichen, dass der Gesetzesentwurf an einigen Stellen nachgebessert wird“, erklärte Viertel den interessierten Zuhörern.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde die von den Unternehmen in der Kaffeepause fleißig genutzte interaktive Plakatwand ausgewertet, wobei das Votum eindeutig war: Auch in Zukunft wünschen sich die Unternehmen im Nordschwarzwald Branchenveranstaltungen, bei denen eine ausgewogene Mischung an Information, Austausch und Netzwerken angeboten wird.
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine Führung durch die Produktionsstätten des gastgebenden Unternehmens OBE.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/rueckblick-neue-wege-in-die-der-medizintechnik-im-nordschwarzwald