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MEDICA und COMPAMED behaupten sich in herausforderndem und anspruchsvollem Marktumfeld

Der Nachfragemarkt für Medizintechnik und Medizinprodukte präsentiert sich weltweit immer herausfordernder und zugleich anspruchsvoller. Die Anbieter stellen sich flexibel darauf ein und geben die passenden Antworten mit ihren Neuheiten für eine moderne und wirtschaftliche medizinische Versorgung. Überzeugen konnte sich davon jeder in Düsseldorf im Rahmen der weltgrößten Medizinmesse MEDICA sowie der führenden Fachmesse für den Zuliefermarkt der medizintechnischen Fertigung, der COMPAMED. Dem Leitmotto „Be part of the No. 1“ folgte die Fachwelt aus allen Bereichen der Gesundheitswirtschaft und sorgte an den vier Messetagen (18. – 21. November 2019) für ein leichtes Besucherplus in den voll ausgelasteten Messehallen.

Ankunftshalle in der Messe Düsseldorf, viele Besucher fahren auf einer Rolltreppe.
Im Rahmen der weltgrößten Medizinmesse MEDICA informieren sich gut 120.000 Fachleute, davon zwei Drittel internationale Besucher, über Innovationen und Weiterentwicklungen aus allen Bereichen der ambulanten und stationären Versorgung. © Messe Düsseldorf / ctillmann

„MEDICA und COMPAMED sind die Nr. 1-Marktplattformen für internationales Business und haben ihre Rolle als Wachstumstreiber für den Export mit ihren Aussteller- und Besucherzahlen bestätigt. Das kommt den Anbietern entgegen, denen derzeit große Kraftanstrengungen abverlangt werden. Anzuführen sind zunehmende Handelsrestriktionen, die Brexit-Ungewissheit, erhöhter Margendruck sowie unter anderem immer aufwändigere Zulassungsprozeduren für Medizinprodukte“, bilanziert Wolfram Diener, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, das Messegeschehen. 5.500 Aussteller bei der MEDICA und fast 800 bei der COMPAMED sorgten für eine neue Rekordbeteiligung. Aus Sicht der vielen länderübergreifend agierenden Aussteller besonders erfreulich: Von den gut 121.000 Fachbesuchern verfügen mehr als 90 Prozent über Entscheidungskompetenz. Zwei Drittel der Besucher kam aus dem Ausland, aus insgesamt rund 170 Nationen.

Zahlreiche Delegationen mit Top-Entscheidern z. B. aus Asien (darunter der thailändische Vize-Premier- und Handelsminister Jurin Laksanawisit), aus Nordafrika und Südamerika haben mit zu diesem hohen Internationalitätsgrad beigetragen, was den Export-Interessen vieler Anbieter entgegenkommen dürfte.

„Die MEDICA ist nicht nur für zahlreiche unserer Mitglieder aus der Medizintechnik der wichtigste Termin im Jahr. Sie ist auch mit ihren vielen Besuchern und Ausstellern die weltweite Leitmesse der Branche“, betont Jörg Mayer, Geschäftsführer des Deutschen Industrieverbandes SPECTARIS. Gemeinsam mit dem Fachverband für Elektromedizinische Technik im Verband ZVEI organisierte SPECTARIS das MEDICA TECH FORUM in Halle 12, das sich u. a. mit Fragestellungen rundum internationale Marktzugänge und regulatorische Anforderungen für Medizintechnik auseinandersetzte und von den Besuchern gut angenommen wurde. Die Ländermärkte China und Russland standen hierbei besonders im Blickpunkt.

Zusammengeführt, was zusammengehört

Auf gute Resonanz stieß die neue Themenzuordnung zu den Messehallen. Den großen nationalen und internationalen Gemeinschaftsbeteiligungen wurde mehr Platz eingeräumt in den Hallen 15 bis 17. Die Hersteller chirurgischer Instrumente rückten von der Halle 13 thematisch passend näher heran an die Anbieter von OP-Komplettlösungen sowie bildgebender Verfahren in den Hallen 10 und 11. Und das MEDICA-Segment der Informations- und Kommunikationstechnik präsentierte sich mit seinen Ausstellern und Fachforen erstmals in Halle 13 (bisher Halle 15) und fand damit direkten Anschluss an die Hallen für Medizintechnik und Elektromedizin.

„Das neue Konzept findet Bestätigung durch die gleichmäßig hohe Besucherfrequenz in den Hallen. Das MEDICA HEALTH IT FORUM sowie das MEDICA CONNECTED HEALTHCARE FORUM bildeten regelrechte Hotspots, waren an allen Tagen stark besucht und zählten insgesamt mehr als 10.000 Besucher“, zeigt sich Horst Giesen, Global Portfolio Director Health & Medical Technologies der Messe Düsseldorf, erfreut hinsichtlich der Akzeptanz. Hintergrund der thematischen Neuordnung: Health-IT wird immer weniger als isolierte Disziplin betrachtet. Speziell im Bereich der Elektromedizin und Medizintechnik sind viele Innovationen softwaregetrieben (vermehrt unter Einbezug Künstlicher Intelligenz) und ausgerüstet mit notwendigen Schnittstellen zur sicheren Einbindung in Netzwerkstrukturen.           

Robotik im Fokus und mit Perspektive

Exemplarisch für diese Entwicklung stehen medizinische Robotik-Anwendungen, die einen inhaltlichen Fokus der MEDICA 2019 bildeten und zukünftig noch weiter an Bedeutung gewinnen werden. So nutzte mit KUKA einer der führenden Anbieter für Robotik- und Automatisierungslösungen die MEDICA, um im Rahmen des Finales seines „Innovation Award“ verschiedene Einsatzmöglichkeiten für seinen medizinischen Leichtbau-Roboter `LBR Med´ aufzuzeigen. Die Bandbreite der Award-Themen reichte von einer Roboterplattform mit Magnetkapsel zur Früherkennung von Darmkrebs über eine Anwendung zur roboterunterstützten Laserbehandlung von Beinvenen bis hin zu einer roboterassistierten, personalisierten Rückenmassage. Eine weitere MEDICA-Neuheit war `temi´ (von Medisana), ein Home-Care-Roboter, der als digitaler Alltagshelfer Menschen bis ins hohe Alter ein Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen helfen soll.

Dass Robotereinsatz nicht darauf abzielt, Ärzte zu ersetzen, sondern den „Faktor Mensch“ optimal zu unterstützen, verdeutlicht Robert Geiger, Geschäftsführer von Aktormed: „Unsere roboterunterstützten Assistenzsysteme ermöglichen es dem Chirurgen, minimalinvasive Operationen mit hoher Präzision und größtmöglicher Entlastung zu leisten“. Das Unternehmen sieht sich marktführend im Bereich der robotischen Kameraführung, ist seit 2013 MEDICA-Aussteller und war in diesem Jahr erstmals inmitten des Bereichs Elektromedizin in Halle 10 platziert. „Wir sind an B2B-Beziehungen interessiert. Wie erfolgreich unsere MEDICA-Kontakte sind, lässt sich daher erst mit einem Abstand von ein bis zwei Jahren bewerten. Rückblickend auf unsere ersten Messejahre sind wir damit sehr zufrieden“, so Robert Geiger. 

Das Zukunftsthema Medizin-Robotik wird ab sofort aufgenommen in die Aussteller-Produktkategorien der MEDICA. Auf diese Weise können Unternehmen wie KUKA, Aktormed, intelligent motion oder auch Stryker mit Knowhow in „Medical Robotics“ schnell von Besuchern identifiziert werden.   

Kompakt, vernetzt und künstlich intelligent

Weiter auf dem Vormarsch sind auch kompakte Lösungen für eine bessere Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen, etwa für den Datentransfer zwischen Ärzten untereinander sowie für die Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Was diese stark im Trend liegenden `mHealth´-Applikationen (mHealth = Mobile Health) schon heute als Beitrag für eine unkomplizierte, schnelle Versorgung leisten, demonstrierten viele Aussteller der MEDICA. Anzuführen sind in diesem Zusammenhang vor allem auch die am MEDICA START-UP PARK, an den „Disrupt“-Sessions beim MEDICA CONNECTED HEALTHCARE FORUM und der MEDICA App COMPETITION beteiligten Jungunternehmen. Mit ihren kreativen Ideen dürften sie die Aufmerksamkeit potenzieller Investoren und Business-Partner auf sich gezogen haben. Die Themenbandbreite umfasste medizinisch zertifizierte Wearables zur Überwachung der verschiedensten Körperparameter ebenso wie u. a. auch Virtual Reality-Applikationen für den Einsatz in der Rehabilitation.

Den Kampf um die weltbeste Health-App-Lösung konnte in den finalen Pitches der 8. MEDICA App COMPETITION das Team von `SynPhNe´ (Singapur) für sich entscheiden. Sie haben die erste vernetzte, tragbare Lösung entwickelt, die im Rahmen einer Mobilisationstherapie gleichermaßen Gehirn und Muskeln trainiert. Das trägt dazu bei, die funktionelle Unabhängigkeit von Menschen mit Einschränkungen etwa nach einem Schlaganfall oder Verletzungen zu verbessern.

Egal, ob Robotik oder Mobile Health, ohne Verbesserungen der Künstlichen Intelligenz (KI) und dem Maschinenlernen kommen beide Technologieanwendungsbereiche nicht aus. Deshalb waren KI, Deep Learning und Big Data ebenfalls wichtige Themen im Rahmen der Fachforen, zum Beispiel auch beim MEDICA LABMED FORUM. Hier wurde etwa der praxisnahe KI-Einsatz in der digitalen Pathologie beleuchtet, der besonders Nutzen verspricht hinsichtlich der Diagnostik von Krebserkrankungen. 

Konferenz-Highlights: Top-Themen top auf den Punkt

Die Top-Themen der Gesundheitswirtschaft und einzelner medizinischer Fachszenen spiegelten sich zudem in den Vorträgen und Diskussionen der begleitenden Kongresse und Konferenzen. Beispielhaft zu nennen sind der 42. Deutsche Krankenhaustag mit mehr als 2.000 Entscheidern aus dem Klinikmanagement (und der gesamten Bandbreite gesundheits- und krankenhauspolitischer Inhalte), die MEDICA PHYSIO CONFERENCE oder auch die MEDICA MEDICINE & SPORTS CONFERENCE. Hier zählte mit Sebastian Kienle einer der weltbesten Triathleten zu den Star-Gästen. Er gewährte Einblicke, inwieweit „Performance Medicine“ zu Höchstleistungen antreibt und zu Erfolgen wie der jüngst errungenen Bronze-Medaille beim Ironman-Wettbewerb auf Hawaii. Beim Training setzt Kienle auf neueste Technologien und berichtete, nach welchen in Echtzeit generierten Daten er seine Vorbereitung, den Wettkampf und die Regeneration ausrichtet.

Keine Digitalisierung in der Medizintechnik ohne Zulieferer

Die Basis für derartige sportliche Spitzenleistungen unter Einsatz von Spitzentechnologien legen auch zahlreiche Unternehmen, die im Rahmen der parallelen COMPAMED in den Hallen 8a und 8b ihre Neuheiten präsentierten. Knapp 800 Aussteller aus 41 Nationen sorgten für eine neue Bestmarke bei der international führenden Branchenplattform für die Zulieferer der Medizintechnik-Industrie. Derzeit profitiert dieser Bereich vor allem vom Bedarf an immer leistungsfähigeren Komponenten und digitalisierten Lösungen für mobile Geräte zur Diagnostik, Therapie sowie Laborequipment.

„Mikrotechnologien sind der Schlüssel für die Digitalisierung von Medizintechnik. Ohne miniaturisierte Bauteile und Verfahren, die eine ultrapräzise Fertigung ermöglichen, sind tragbare und vernetzte Geräte, die Vitalparameter oder Medikation übermitteln und auswerten, nicht möglich“, erklärt Dr. Thomas Dietrich, Geschäftsführer des IVAM Fachverband für Mikrotechnik.  

Die starke Nachfrage nach miniaturisierten Komponenten, beispielsweise kleinste Komponenten für so genannte Lap-on-a-Chip-Applikationen, verdeutlichte auch das Neuheitenspektrum der 55 am Gemeinschaftsstand des IVAM beteiligten Aussteller. Aktuelle Trends des Zuliefermarktes behandelten zudem die zwei in die COMPAMED integrierten Fachforen, die einen thematischen Rundumschlag zu allen Aspekten der Entwicklung, Fertigung und Zulassung von Medizinprodukten boten – von Elektronikfertigung über Kunststoff- und Metallbearbeitung bis hin zu Regularien.

Termin der nächsten MEDICA in Düsseldorf: 16. –19.11.2020

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/fachbeitrag/pm/medica-und-compamed-behaupten-sich-herausforderndem-und-anspruchsvollem-marktumfeld