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Darmkrebs: immatics veröffentlicht positive Phase-II-Ergebnisse zu Impfstoff IMA910

Die immatics biotechnologies GmbH gab auf dem Darmkrebssymposium der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in San Franciscogab positive Ergebnisse der klinischen Phase-II-Studie mit IMA910 bei Patienten mit fortgeschrittenem kolorektalem Karzinom (CRC) bekannt. IMA910 ist ein neuartiger Multipeptid-Impfstoff: er umfasst 13 sogenannte tumor-assoziierte Peptide (TUMAPs), die von Forschern der immatics als besonders relevant für Dickdarmkrebs eingestuft werden. Das biopharmazeutische Unternehmen immatics biotechnologies GmbH hat seinen Schwerpunkt auf der Entwicklung innovativer therapeutischer Impfstoffe gegen Krebs.

Die IMA910-Studie rekrutierte 92 Patienten mit fortgeschrittenem/metastasiertem CRC, die nach 12 Wochen Chemotherapie (Erstlinientherapie) mit Oxaliplatin einen zumindest stabilen Tumorverlauf gezeigt und die sich dazu entschieden hatten, die Chemotherapie zu unterbrechen. Die Patienten erhielten zunächst eine einmalige Gabe von Cyclophosphamid (CY) als Immunmodulator vor der ersten Impfung mit dem Multipeptid-Impfstoff IMA910. Anschließend wurden sie mit IMA910 und den zusätzlichen Immunmodulatoren GM-CSF oder GM-CSF/Imiquimod behandelt. Alle Patienten erhielten bis zu 16 IMA910-Impfungen über einen Zeitraum von neun Monaten. Die Studie wurde an 51 Zentren in neun europäischen Ländern durchgeführt.

Das Ziel der Studie war, das mittlere Gesamtüberleben, die „Disease Control Rate“ (DCR), spezifische Immunantworten, die Wirkung von Imiquimod auf die Immunantworten, die Korrelation der Immunantworten mit dem klinischen Verlauf sowie die Sicherheit und Verträglichkeit von IMA910 zu ermitteln. Die Ergebnisse der Studie bestätigten, dass IMA910 in der Lage ist, Immunantworten gegen die tumor-assoziierten Peptide (TUMAPs) in IMA910 bei der Mehrzahl von geimpften Patienten zu stimulieren. Die Patienten, bei denen Immunreaktionen durch zwei oder mehr der tumor-assoziierten Peptide (TUMAPs) in IMA910 induziert werden konnten, zeigten die besten klinischen Ergebnisse bezogen auf DCR, progressionsfreies Überleben und Gesamtüberleben. Patienten, die mehrfache Immunantworten mit verschiedenen Arten von T-Zellen (sog. Zytotoxische T-Zellen und T-Helferzellen) zeigten, lebten länger als 28 Monate (zum letzten Beobachtungszeitpunkt) im Vergleich zu einer 16-monatigen mittleren Überlebenszeit bei denjenigen, die dies nicht zeigten (statistische Kennzahlen: HR 0.53; p = 0.088).

Krebsimpfstoff IMA910 ist sehr gut verträglich

Außerdem demonstrieren die vorgelegten Daten, dass IMA910 sehr gut verträglich ist und die am häufigsten auftretende Nebenwirkung Hautreaktionen an der Impfstelle waren, wie bei Impfstoffen zu erwarten. Carsten Reinhardt, Chief Medical Officer von immatics sagte: „Die Ergebnisse der Phase-II-Studie mit IMA910 in dieser herausfordernden Erkrankung bei Patienten mit fortgeschrittenem kolorektalen Karzinom sind sehr ermutigend. Unsere Daten zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen der Fähigkeit des Patienten, Immunantworten auf die tumorassoziierten Peptide (TUMAPs) in IMA910 zu erzeugen, und dem Gesamtüberleben.

Da die grundsätzlichen klinischen Prognose- und Risikofaktoren derjenigen Patienten, die immunologisch angesprochen haben, sehr ähnlich sind zu denen, die dies nicht taten, weist dies auf eine tatsächliche klinische Aktivität dieses neuartigen Impfstoffes hin.“ Paul Higham, Chief Executive Officer von immatics, fügte hinzu: „Die Tatsache, dass wir nun erste positive Phase-II-Ergebnisse mit unseren beiden führenden therapeutischen Impfstoffen erzeugt haben, IMA901 für Nierenkrebs und IMA910 für Darmkrebs, bestätigt das Potenzial unseres TUMAP-basierten Ansatzes und die Fähigkeit unserer Plattform XPRESIDENT™, ein breites Spektrum von Krebsarten zu addressieren."

Glossar

  • Biotechnologie ist die Lehre aller Verfahren, die lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion nutzen.
  • Metastasen sind Zellen, die sich vom Primärtumor abgelöst haben und weiterwachsen. Diese Tochtergeschwulst kann weit entfernt vom Primärtumor und in völlig anderem Gewebe entstehen.
  • Ein Peptid ist eine organisch-chemische Verbindung, die aus mehreren Aminosäuren (AS) besteht, die miteinander zu einer Kette verbunden wurden. Die Aminosäuren sind über Peptidbindungen miteinander verknüpft. Als Peptide bezeichnet man relativ kurze Aminosäurenketten (20 - 100 Aminosäuren), dagegen bezeichnet man längere Aminosäurenketten (>100) als Proteine.
  • Tumor-assoziierte Peptide (TUMAPs) sind Peptide, die an der Oberfläche von Krebszellen lokalisiert sind, bei gesunden Zellen jedoch gar nicht oder nur im weitaus geringeren Umfang zu finden sind. Sie können das Immunsystem aktivieren. TUMAPs werden auf der Oberfläche von Krebszellen von HLA-Molekülen präsentiert, dem Haupthistokompatibilitätskomplex (MHC) des Menschen.
  • Onkologie ist die Wissenschaft, die sich mit Krebs befasst. Im engeren Sinne ist Onkologie der Zweig der Medizin, der sich der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von malignen Erkrankungen widmet.
  • Chemotherapie ist eine Behandlung von Krankheiten, insbesondere Krebs, unter Einsatz von Chemotherapeutika (Medikamente zur Wachstumshemmung von (Krebs)-Zellen).
  • Ein Tumor ist eine Gewebsschwellung durch abnormales Zellwachstum, die gutartig oder bösartig sein kann. Gutartige (benigne) Tumore sind örtlich begrenzt, während Zellen bösartiger (maligner) Tumore abgesiedelt werden können und in andere Gewebe eindringen können, wo sie Tochtergeschwulste (Metastasen) verursachen.
  • T-Killerzellen werden auch zytotoxische T-Zellen genannt und sind spezialisierte Immunzellen (weiße Blutkörperchen). Sie zählen zu den T-Lymphozyten und sind damit ein wesentlicher Bestandteil des spezifischen Immunsystems. T-Killerzellen vermitteln die zelluläre Immunantwort, d.h. sie zerstören körperfremde Zellen bzw. von Krankheitserregern befallene körpereigne Zellen. Sie greifen auch körpereigene Zellen mit veränderter Oberflächenstruktur (z.B. Krebszellen) an.
  • Toxizität ist ein anderes Wort für Giftigkeit.
  • T-Lymphozyten oder kurz T-Zellen sind wichtige Zellen der Immunabwehr (weiße Blutkörperchen), die Fremdstoffe (Antigene) erkennen, wenn sie an die Oberfläche anderer Zellen gebunden sind. T-Lymphozyten sind zusammen mit B-Lymphozyten an der erworbenen (adaptiven) Immunantwort beteiligt, d.h. sie reagieren spezifisch auf einen Erreger.
  • CSF ist die Abkürzung für: colony-stimulating factors; die englische Bezeichung für Kolonie stimulierende Faktoren.
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/darmkrebs-immatics-veroeffentlicht-positive-phase-ii-ergebnisse-zu-impfstoff-ima910/