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Förderprogramm "Medizinischen Systembiologie - MedSys"

Das Bundesministeriums für Bildung und Forschung gibt die Richtlinien zur Förderung der "Medizinischen Systembiologie - MedSys" im Rahmenprogramm "Biotechnologie - Chancen nutzen und gestalten" bekannt.

Die medizinische Genomforschung hat große Erfolge aufzuweisen. Besonders die nach der Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes begonnene Analyse der Funktion menschlicher Gene und ihrer Bedeutung für die Entstehung von Erkrankungen hat zu neuen Ansatzpunkten für deren Diagnose, Vorbeugung und Behandlung geführt. Gleichzeitig hat diese Forschung zu der Erkenntnis geführt, dass vor allem das vertiefte Verständnis multifaktoriell bedingter Erkrankungen - also zum Beispiel metabolischer Erkrankungen oder Krebserkrankungen - auf dem klassischen Weg der genombasierten Forschung allein nicht rasch und effizient genug vorangebracht werden kann.

Bevorzugt gefördert werden im Rahmen dieser Richtlinien Verbundvorhaben zwischen akademischer Forschung und Industrie, die in einem interdisziplinären Ansatz aus Theorie und Experiment innovative systembiologische Fragestellungen mit hoher Relevanz für die Medizin bearbeiten. Beispiele für Aufgabenstellungen mit medizinischer Relevanz, zu denen die Systembiologie Lösungsbeiträge liefern kann, sind die prädiktive Abschätzung der Effekte am Zielmolekül und der Toxizität neuer Wirkstoffe und die Identifizierung und Entwicklung neuer Biomarker für die Diagnose und den Verlauf von Krankheiten.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF seinen Projektträger Jülich (PtJ-BIO) beauftragt. In der ersten Verfahrensstufe sind dem PtJ-BIO bis spätestens 7. Mai 2008 zunächst Projektskizzen in schriftlicher und elektronischer Form vorzulegen.

Quelle: BMBF - 09.01.08
Weitere Informationen:
Projektträger Jülich
Geschäftsbereich Biologie
Forschungszentrum Jülich GmbH
D-52425 Jülich
Tel.: 02461/615543
Fax: 02461/612690

Ansprechpartner:
Dr. Sigrid Grolle
Tel.: 02461/618602
E-Mail: s.grolle@fz-juelich.de

Glossar

  • Biotechnologie ist die Lehre aller Verfahren, die lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion nutzen.
  • Ein Gen ist ein Teil der Erbinformation, der für die Ausprägung eines Merkmals verantwortlich ist. Es handelt sich hierbei um einen Abschnitt auf der DNA, der die genetische Information zur Synthese eines Proteins oder einer funktionellen RNA (z. B. tRNA) enthält.
  • Das Genom ist die gesamte Erbsubstanz eines Organismus. Jede Zelle eines Organismus verfügt in Ihrem Zellkern über die komplette Erbinformation.
  • Biomarker sind messbare Produkte von Organismen (z.B. Proteine, Stoffwechselprodukte oder Hormone), die als Indikatoren beispielsweise für Umweltbelastungen oder Krankheiten herangezogen werden.
  • Toxizität ist ein anderes Wort für Giftigkeit.
  • Der Metabolismus oder auch Stoffwechsel umfasst Aufnahme, Transport, biochemische Umwandlung und Ausscheidung von Stoffen in einem Organismus. Diese Vorgänge dienen sowohl dem Aufbau der Körpersubstanz als auch der Energiegewinnung. Die beiden gegensätzlichen Vorgänge des Metabolismus werden Anabolismus (aufbauende Vorgänge) und Katabolismus (abbauende Vorgänge) genannt. Viele Enzyme können sowohl katabol als auch anabol wirken, jedoch arbeiten solche Enzyme innerhalb eines biochemischen Weges in der Zelle (z.B. Glykolyse und Gluconeogenese) nicht in beiden Richtungen zugleich.
  • Als Target (engl.:Ziel) werden Biomoleküle bezeichnet, an die Wirkstoffe binden können. Targets können Rezeptoren, Enzyme oder Ionenkanäle sein. Die Interaktion zwischen Wirkstoff und Target löst eine Wirkstoff-Target-spezifische Reaktion aus. Die Identifikation eines Targets ist für die biomedizinische und pharmazeutische Forschung von großer Bedeutung. Erkenntnisse über spezifische Wechselwirkungen helfen grundlegende molekularbiologische Vorgänge zu verstehen und neue Angriffpunkte für Arzneimittel zu identifizieren.
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung
Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/foerderprogramm-medizinischen-systembiologie-medsys/