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Neues Projekt zur verbesserten Brustkrebstherapie

Unter der Leitung des „Vorarlberger Instituts für vaskuläre Forschung“ (VIVIT) startet eine länderübergreifende Kooperation zwischen Kliniken und bioanalytischen Labors im Rheintal-Bodenseeraum. Untersucht wird der Einfluss des Erbguts (DNA) auf den Verlauf und das Therapieansprechen bei einer Brustkrebserkrankung. Eine Zusammenarbeit, die durch den Verein BioLAGO ermöglicht wurde.

Eine grenzüberschreitende Kooperation zwischen Kliniken und bioanalytischen Labors im Rheintal-Bodenseeraum erforscht neue Wege zu einer verbesserten Brustkrebstherapie © VIVIT

Das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten von Brustkrebs hat sich in den letzten Jahren wesentlich erweitert. Verschiedene neue medikamentöse Therapieformen werden in absehbarer Zeit verfügbar sein. Nicht alle Patientinnen sprechen jedoch gleich gut auf diese Therapien an. So kann der Verlauf einer Erkrankung individuell sehr unterschiedlich sein, bei bestimmten Betroffenen zu schweren Nebenwirkungen führen. Ein Grund für diese individuellen Unterschiede liegt in der Variabilität unseres Erbguts, der DNA.

Anhand umfassender und gut charakterisierter Patientengruppen werden in Kooperation mit dem Landeskrankenhaus Feldkirch, dem Brustzentrum Bodensee, vertreten durch die Frauenklinik am Klinikum Konstanz, sowie der GATC Biotech AG in Konstanz Veränderungen in Genen, die zum Beispiel auf die Wirkung von Medikamenten Einfluss haben, mittels modernster Laborverfahren analysieren. „Anhand von Gewebe- und Blutproben werden wir bestimmte DNA-Abschnitte von Patientinnen unter die Lupe nehmen, die sich möglicherweise auf den Wirkungsmechanismus oder die Verstoffwechselung von Arzneimitteln auswirken “, berichtet Axel Mündlein, Laborleiter am VIVIT in Dornbirn.

Weniger Nebenwirkungen durch optimale Therapieformen

Die Erkenntnisse aus den genetischen Untersuchungen der Betroffenen sollen dazu beitragen, die für die Patientinnen bestmöglichen Therapien abzuleiten. Ebenso sollen Therapien, auf die Brustkrebspatientinnen nicht ansprechen, frühzeitig ausgeschlossen werden sowie vermeidbare Nebenwirkungen und unnötig entstandene Kosten für das Gesundheitssystem maßgeblich eingeschränkt werden. Erste Ergebnisse sollen bis 2011 vorliegen, das Projekt Mitte 2013 abgeschlossen sein. Kofinanziert wird es über Mittel der EU und das Interreg-IV-Programm "Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein".

BioLAGO-Verbund brachte Stein ins Rollen

„Ohne die BioLAGO-Plattform hätte es das Projekt nicht gegeben“, berichtet Axel Mündlein. Entstanden ist die Idee durch den Austausch Mündleins mit Peter Pohl, dem Geschäftsführer des Konstanzer Biotechnologie-Unternehmens GATC Biotech bei einer Veranstaltung des BioLAGO-Netzwerks. Vor etwa einem Jahr hatten beide Mitglieder im Netzwerk für moderne Biowissenschaften den ersten Kontakt. Wie der Genetiker Axel Mündlein berichtet, liegen die Vorzüge und Vorteile der zustande gekommenen Zusammenarbeit klar auf der Hand: „Die GATC verfügt über neueste Technologien im Bereich der Erbgutentschlüsselung und auch die geografische Nähe ermöglicht uns eine effiziente Kooperation“, so Mündlein.

Eine Zusammenarbeit, die ganz im Zeichen des Konzepts des im November 2007 gegründeten Verbunds BioLAGO steht. Seit Mitte 2008 mit eigener Geschäftsstelle im Konstanzer Technologiezentrum vertreten, arbeitet das internationale Netzwerk intensiv daran, Wissenschaftler, Unternehmer sowie Ärzte zusammenzubringen, um neue Projekte und innovative Produkte zu entwickeln und somit den Standort zu stärken. „Dieses Projekt belegt, dass die Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft auf einer branchenspezifischen Plattform Früchte trägt“, so BioLAGO-Geschäftsführer Andreas Baur.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/neues-projekt-zur-verbesserten-brustkrebstherapie/