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Parlamentarisches Frühstück zum Thema Biotechnologie

Zu einem parlamentarischen Frühstück im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe Biotech>inside luden die im Arbeitskreis der BioRegionen organisierten baden-württembergischen BioRegionen und die BIOPRO Baden-Württemberg Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg ins Verbändehaus in Berlin-Mitte ein. Gemeinsam mit Geschäftsführern von Life-Sciences-Unternehmen diskutierten die Parlamentarier ergebnisoffen über die Perspektiven der Branche.

Ein Gruppenfoto mit den 17 Teilnehmern © BioRegio STERN

Die bundesweite Informationsinitiative Biotech>inside wurde vom Arbeitskreis der BioRegionen in Deutschland ins Leben gerufen, um gezielt Parlamentarier über Themen und Anliegen von Wirtschaft und Wissenschaft zu informieren und den Dialog mit der Politik zu intensivieren. Seither wurde eine Reihe von Treffen organisiert, die wesentlich dazu beitrugen, die Vielfalt der Anwendungen der Lebenswissenschaften sowie ihre gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung zu beleuchten. Zum parlamentarischen Frühstück am gestrigen Dienstag in Berlin hatten die BIOPRO Baden-Württemberg GmbH zusammen mit den BioRegionen des Landes eingeladen.

Die fünf Abgeordneten von CDU und SPD, die der Einladung ins Verbändehaus am Weidendamm in Berlin-Mitte gefolgt waren, zeigten sich teilweise gut informiert, teilweise auch überrascht von Informationen, die sie so konkret und kompakt sonst offenbar nicht bekommen. Alle waren an aktuellen Entwicklungen und Perspektiven interessiert, vor allem aber an Ideen für eine bessere Förderung der Lebenswissenschaften in Deutschland.

Dr. Klaus Eichenberg, Sprecher des Arbeitskreises der BioRegionen und Geschäftsführer der BioRegio STERN Management GmbH, nutzte seine Rolle als Moderator, um deutlich zu machen, welche Bedeutung die Life-Sciences für die Wirtschaft insgesamt hat und wie wichtig politische Initiativen des Bundes für die weitere Entwicklung der Biotechnologie als Innovationsmotor sind. Unterstützt wurde er durch den Geschäftsführer der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH, Dr. Ralf Kindervater, der die BioRegionen Ulm und Freiburg vertrat, Dr. André Domin vom Technologiepark Heidelberg sowie von Dr. Michael Steinwand von BioLAGO, dem Life-Sciences-Netzwerk der Bodenseeregion.

Input aus Wirtschaft...

Mit der festen Absicht, dazu beizutragen, die Parlamentarier umfassend darüber zu informieren, was Biotechnologie als Wirtschaftsfaktor bedeuten kann, waren fünf Unternehmer aus Baden-Württemberg angereist. Dr. Klaus Maleck von der Reutlinger TETEC AG, die im Bereich der Wiederherstellung deformierter Bandscheiben weltweit führend ist, wünscht sich bessere ökonomische Perspektiven, um das wissenschaftlich-technologische Potenzial nut-zen zu können. Dr. Oliver Schacht, CEO der Curetis AG aus Holzgerlingen bei Stuttgart, deren Produkt „Killerkeime“ und Antibiotikaresistenzen in kürzester Zeit identifizieren und so eine zielgerichtete Medikation ermöglichen kann, mahnte die Forcierung einer spezifischen Aktionärskultur an und unterstützt ausdrücklich die Idee der Schaffung eines deutschen Innovationsfonds. Auf diese Weise sollen deutsche Firmen mit Unternehmen aus den USA, Großbritannien und Frankreich mithalten können. Während Hugo de Wit, CEO der Cellca GmbH aus Laupheim, auf den Fachkräftemangel als Wachstumshemmnis verwies, erklärte Dr. Jan Schmidt-Brand, Geschäftsführer der in der Tumortherapie erfolgreichen Heidelberg Pharma GmbH, warum er im Steuerrecht „krasse Fehlkonstruktionen“ sieht: Seit der Beschränkung von Verlustvortragsmöglichkeiten im Jahr 2008 werde „Venture Capital in Deutschland regelrecht diskriminiert“. Dr. Thomas Höger, CEO der Heidelberger Apogenix GmbH, bestätigte diese Erfahrungen.

...und Politik

Mit der Frage „Was können unsere Bundestagsabgeordneten für uns tun?“ beschloss Dr. Eichenberg die Statements seitens der Wirtschaft und gab den fünf Parlamentariern Gelegenheit, sich zu positionieren. Als Gesundheitspolitikerin zeigte sich Karin Maag (CDU) mit der Problematik vertraut. Die finanzielle Situation deutscher Life-Sciences-Unternehmen führe dazu, dass diese zwar ihre Gründerjahre gut bewältigen könnten, dann aber regelmäßig ausentwickelte und kurz vor der Markteinführung stehende Produkte an Investoren aus den USA oder Großbritannien verkaufen müssten. Als Experte für Bildung und Forschung konnte Dr. Stefan Kaufmann (CDU) Hoffnung auf entscheidende Verbesserungen in der Folge der neuen Hightech-Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung machen.

Dr. Martin Rosemann (SPD) fand die Fokussierung auf die Problematik der Eigenkapitalausstattung hilfreich und schlug vor, künftig auch verstärkt Finanzpolitiker zu solchen Veranstaltungen einzuladen. Heike Baehrens (SPD), die sich in ihrer Karriere als Gesundheitspolitikerin noch am Anfang sieht, will sich mit den diskutierten Themen, insbesondere den steuerlichen Aspekten, intensiver beschäftigen und war sich mit Michael Donth (CDU) einig, dass die Gespräche in weiteren Treffen fortgesetzt werden sollten.

Einmal mehr wurde bei diesem parlamentarischen Frühstück deutlich, warum solche Begegnungen zwischen Parlamentariern und Unternehmern unverzichtbar sind. Alle Teilnehmer waren höchst zufrieden. Die Veranstaltungsreihe wird fortgesetzt.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/parlamentarisches-fruehstueck-zum-thema-biotechnologie/