Powered by

Verdienstkreuz 1. Klasse für Dr. h. c. Klaus Tschira

Innenminister Heribert Rech hat in Vertretung von Ministerpräsident Günther H. Oettinger Dr. Klaus Tschira das ihm von Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler verliehene Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. „Dr. Klaus Tschira gehört zu den großen Unternehmerpersönlichkeiten im Land. Äußerst bemerkenswert ist sein vielfältiges Engagement als Stiftungsgründer und Mäzen. Er setzt sich seit vielen Jahren nachhaltig und erfolgreich für die Unterstützung und Förderung von Wissenschaft und Forschung ein“, sagte Minister Rech am Dienstag (6. Oktober 2009) bei der Ordensübergabe im Rahmen eines Empfangs in der Villa Reitzenstein in Stuttgart.

Innenminister Heribert Rech (l.) überreicht in Vertretung von Ministerpräsident Günther H. Oettinger Dr. Klaus Tschira (r.) das ihm von Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler verliehene Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. © Staatsministerium Baden-Württemberg

Als Mitbegründer der SAP AG habe Tschira das Unternehmen zu einem „Aushängeschild“ der deutschen Wirtschaft gemacht. Er könne für sich in Anspruch nehmen, ein Stück Industriegeschichte geschrieben zu haben. „Sein Engagement als Stiftungsgründer ist ebenfalls sehr beeindruckend“, sagte Rech. 1995 habe Tschira die gemeinnützige Klaus-Tschira-Stiftung gGmbH ins Leben gerufen, um die Forschung in der Informatik, den Naturwissenschaften und der Mathematik sowie das Verständnis der Öffentlichkeit für diese Fächer zu fördern. Die Stiftung fördere Forschungsvorhaben, Schülerprojekte, die Lehre an Hochschulen sowie Projekte der Denkmalpflege und der Künste. Seit 2001 veranstalte die Stiftung Fortbildungskurse für Naturwissenschaftler, die die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Journalisten fördern. „Ebenso beachtlich ist der mit 5.000 € dotierte Klaus-Tschira-Preis ‚KlarText!’. Damit zeichnen Sie Nachwuchswissenschaftler für eine allgemeinverständliche Darstellung ihrer Doktorarbeiten aus“, sagte der Minister.

Seit 2000 werde jährlich die „European Conference of Life Sciences“, an der über 2000 Wissenschaftler teilnehmen, durchgeführt. „Diese Konferenz gilt für die Grundlagenwissenschaftsbereiche der ‚Life Sciences’ als bedeutendste Veranstaltung Europas“, unterstrich Rech. Die Klaus-Tschira-Stiftung habe nicht nur mit einer Anschubfinanzierung geholfen, sondern trage mit der Vergabe von Preisen zum internationalen Renommee der Konferenzen bei. Von der Stiftung würden auch Schüler- und Lehrerprojekte gefördert und der Jugendsoftwarepreis vergeben. „Mit dem ‚Gerda-Tschira-Stipendium’ ermöglicht die Stiftung allein erziehenden Studierenden und Doktoranden einen studienbedingten Auslandsaufenthalt zusammen mit ihren Kindern“, betonte Innenminister Rech. „2005 hat Dr. Tschira außerdem das Projekt ‚Mit Kindern die Welt entdecken’ am Zentrum für naturwissenschaftliche Frühförderung der PH Heidelberg initiiert“, sagte der Minister. 1997 habe Tschira das ‚European Media Laboratory’ gegründet, das informationsverarbeitende Systeme entwickle, bei denen der Nutzer die Technik nicht mehr als Hindernis wahrnehmen solle.

Klaus Tschira engagiert sich auch für die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Die Klaus-Tschira-Stiftung habe gemeinsam mit der Landesregierung das Projekt BIOMS begründet. „Die Universität verdankt der Klaus-Tschira-Stiftung eine Stiftungsprofessur im Bereich der Modellierung und Simulation. Sie selbst beraten die Universität in Strukturfragen“, sagte Rech. Mit seiner Frau Gerda habe Klaus Tschira die „Gerda-und-Klaus-Tschira-Stiftung“ gegründet, die sich der Wissensvermittlung junger Menschen für die Naturwissenschaften verschrieben habe. Viele weitere Projekte wie die Gründung des „Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik“ in Dresden, die Realisierung des „Advanced Training Centre“ beim Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelberg und der Erweiterungsbau der mathematischen Bibliothek des Mathematischen Forschungsinstituts Oberwolfach seien von Tschira unterstützt worden.

„Sie haben sich um den Wirtschafts-, Wissenschafts- und Forschungsstandort Baden-Württemberg in herausragender Weise verdient gemacht. Ich danke Ihnen hierfür auch im Namen von Ministerpräsident Oettinger“, unterstrich Innenminister Rech.

Seiten-Adresse: https://www.gesundheitsindustrie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/verdienstkreuz-1-klasse-fuer-dr-h-c-klaus-tschira/