Dr. Felix Kommoss ist Rudolf-Vichow-Preistrräger 2026
Für seine Forschung zur Entstehung seltener bösartiger Tumoren beim erblichen DICER1-Tumorprädispositionssyndrom ist Dr. Felix Kommoss mit dem Rudolf-Virchow-Preis der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP) ausgezeichnet worden – dem wichtigsten deutschen Forschungspreis auf dem Gebiet der Pathologie. Dr. Kommoss forscht an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und ist Oberarzt und Sektionsleiter für Gynäkopathologie am Pathologischen Institut des Universitätsklinikums Heidelberg.
Das DICER1-Tumorprädispositionssyndrom ist eine seltene erbliche Erkrankung, die das Risiko für verschiedene Tumoren erhöht. Hintergrund sind Veränderungen am Gen DICER1, das am gesunden Zellwachstum und der Zellteilung im menschlichen Körper beteiligt ist. Bei den Betroffenen treten bereits im Kindes- oder jungen Erwachsenenalter Tumoren auf und zeigen zum Teil einen aggressiven Verlauf. Gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam identifizierte Dr. Felix Kommoss eine Gruppe von Vorläuferzellen des Bindegewebes als möglichen Ursprung DICER1-Syndrom-assoziierter Tumoren und zeichnete nach, wie sich daraus unterschiedliche Tumorzelltypen entwickeln. „Unsere Ergebnisse tragen dazu bei, die Entstehung dieser bislang wenig erforschten Tumoren besser zu verstehen und langfristig Grundlagen für neue diagnostische und therapeutische Ansätze zu schaffen“, sagt Dr. Felix Kommoss.
In der prämierten Studie ermittelten die Forschenden im Mausmodell, aus welchen Zellen die Tumoren hervorgehen, wo sich diese Zellen im Gewebe befinden und wie sie sich im Verlauf ihrer Entwicklung verändern. Die im Fachjournal Nature Communications veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass sich aus bestimmten Vorläuferzellen des Bindegewebes unterschiedliche Tumorzelltypen entwickeln, darunter muskelähnliche Zellen sowie besonders rasch wachsende Tumorzellen, die mit einem aggressiveren Verlauf der Erkrankung verbunden sind. Vergleichbare Zellpopulationen und Entwicklungswege ließen sich auch in menschlichen Tumorproben nachweisen.
Die Grundlage für die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Studie legte Dr. Felix Kommoss während seiner Zeit als Postdoktorand in der Arbeitsgruppe von Professor David Huntsman an der University of British Columbia, Kanada, und bei BC Cancer, einer kanadischen Organisation für Krebsmedizin und -forschung mit Sitz in Vancouver. Der mit 5.000 Euro dotierte Rudolf-Virchow-Preis wird alljährlich von der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP) verliehen – an Forschende unter 40 Jahren und für eine noch nicht oder erst gerade veröffentlichte wissenschaftliche Arbeit.